TOD MIT 80

ZDF-Nachrichtenmoderatorin Wibke Bruhns gestorben

Wibke Bruhns war eine Wegbereiterin. In den siebziger Jahren präsentierte sie als erste Frau die "heute"-Nachrichten. Ein Rückblick.
dpa
Wibke Bruns
Die erste Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen, Wibke Bruns, ist tot. Foto (1995): Hubert Link Foto: Hubert Link
Mainz.

Die erste Nachrichtenmoderatorin des ZDF, Wibke Bruhns, ist am Donnerstagabend im Alter von 80 Jahren gestorben. Dies habe die Familie dem ZDF bestätigt, sagte eine Sprecherin des Senders am Freitag. Die in Halberstadt geborene Journalistin war 1971 die erste Frau, die eine Nachrichtensendung im westdeutschen Fernsehen präsentierte.

Bruhns, 1938 in Halberstadt geboren, wuchs unter anderem in Stockholm, Kopenhagen und London auf. Ihr Volontariat bei der "Bild"-Zeitung brach sie 1961 nach dem Bau der Berliner Mauer ab. Im Jahr darauf begann die Journalistin als Redakteurin beim ZDF zu arbeiten. Am 12. Mai 1971 war sie erstmals in einer Spätausgabe der Nachrichten auf dem Bildschirm zu sehen, am 24. Mai präsentierte sie als erste Frau die Hauptnachrichtensendung "heute".

Als Nahost-Korrespondentin in Israel

"Wibke Bruhns war eine Frau mit Haltung und dem Mut einer Pionierin", würdigte ZDF-Chefredakteur Peter Frey die Journalistin. Nachdem sie den Sender 1973 verlassen hatte, arbeitete Bruhns für den WDR, ging für das Magazin "Stern" als Nahost-Korrespondentin nach Israel, präsentierte wieder Nachrichten beim Sender Vox und leitete die Kulturredaktion beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB).

Trotz ihrer langjährigen Fernsehpräsenz schätzte Bruhns, die zuletzt viele Jahre in Berlin lebte, auch das Schreiben. 2004 veröffentlichte sie mit dem Titel "Meines Vaters Land" ein vielbeachtetes Buch über ihren Vater Hans-Georg Klamroth, den 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Nazi-Gegner und Mitwisser des gescheiterten Hitler-Attentates vom 20. Juli.

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