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Zuwachs für die FPÖ bei Wahl in Oberösterreich erwartet

Zuwachs für die FPÖ bei Wahl in Oberösterreich erwartet
Zuwachs für die FPÖ bei Wahl in Oberösterreich erwartet
Georg Hochmuth

Die Vorbehalte in Teilen der österreichischen Gesellschaft gegenüber Flüchtlingen dürften der Freiheitlichen Partei (FPÖ) bei einer Landtagswahl heute starken Zulauf bescheren.

Meinungsforscher erwarten, dass die rechtspopulistische Oppositionspartei bei der Wahl in Oberösterreich ihre Stimmen gegenüber der vorigen Wahl auf etwa 30 Prozent verdoppeln könnte. Die Partei käme dann auf 19 Sitze, aktuell hat sie 9. Die Wahl im Bundesland an der bayerischen Greze ist der erste Stimmungstest in Österreich, seitdem die Flüchtlingszahlen dort stark gestiegen sind.

Mit Slogans wie «Sichere Grenzen - Sichere Heimat» und dem Ruf nach Grenzzäunen nach ungarischem Vorbild positionierte sich die FPÖ bei den 1,1 Millionen Wählern. Kräftige Unterstützung bekam sie von Parteichef Heinz-Christian Strache, der gleichzeitig Wahlkampf um das Wiener Stadtparlament führt. In der Bundeshauptstadt wird am 11. Oktober gewählt.

Der konservative oberösterreichische Ministerpräsident Josef Pühringer von der ÖVP versuchte dagegenzuhalten, indem er ebenfalls eine schärfere Grenz- und Asylpolitik auf Bundesebene einforderte. Laut jüngsten Umfragen drohen der ÖVP jedoch im Vergleich zur Wahl 2009 empfindliche Verluste. Mit erwarteten 37 Prozent würde sie trotzdem den ersten Platz verteidigen. Den Prognosen zufolge wird die FPÖ die sozialdemokratische SPÖ erstmals vom zweiten Platz verdrängen.

Die Lage in Oberösterreich scheint die Stimmung im ganzen Land widerzuspiegeln. Laut einer Studie des Magazins «Profil» fühlt sich fast ein Viertel der Bürger von den Freiheitlichen in der Asylfrage am besten vertreten. Und die Partei führt drei Jahre vor der nächsten regulären Parlamentswahl in bundesweiten Meinungsumfragen mit über 30 Prozent.

Dass im Wahlkampf das Migrationsthema dominiert, verwundert nicht. Voriges Wochenende kamen 21 000 Flüchtlinge nach Österreich. Seitdem kamen Tausende pro Tag dazu. Auch wenn die meisten nach Deutschland wollen, ist das Alpenland eines der EU-Staaten mit den meisten Asylsuchenden pro Einwohner.