„Auf dem Gelände der Friedländer Verwertungsfirma darf nun unter anderem eine neue Halle gebaut und die Lagerm
„Auf dem Gelände der Friedländer Verwertungsfirma darf nun unter anderem eine neue Halle gebaut und die Lagermenge erhöht werden werden. (Archivfoto) Tim Prahle
Der Brand 2019 ist den vielen Friedländern noch immer im Gedächtnis.
Der Brand 2019 ist den vielen Friedländern noch immer im Gedächtnis. Felix Gadewolz
Genehmigung

Elektroschrott-Anlage in Friedland darf weiter wachsen

Eine Verwertungsfirma in Friedland hat die Genehmigung für mehr Fläche in der Tasche. Dringend notwendig, um Brände künftig zu verhindern. Doch dafür muss auch noch an anderer Stelle umgedacht werden.
Neubrandenburg

Die Behörden haben einer Vergrößerung der Elektroschrottanlage in Friedland zugestimmt. Damit darf die New EnvironPlasma GmbH eine neue Halle bauen, um die riesigen Müllmengen auf dem Gelände besser zu verteilen – eine Konsequenz des aufsehenerregenden Brandes vor knapp zwei Jahren, als 150 Feuerwehrleute 14 Stunden einen Brand niederkämpften, nachdem sich ein Berg Elektroschrott selbst entzündet hatte. Das neue Brandschutzkonzept sei eng mit der Feuerwehr in Friedland abgestimmt worden, betont Prokurist Holger Gern. Damit darf auch die Lagermenge erhöht werden, was jedoch nicht automatisch zu mehr Schrott führt. So geht es auch aus der Genehmigung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) hervor, das von einer unveränderten „Durchsatzkapazität von 48 000 Tonnen schreibt.

Maßnahmen für besseren Brandschutz

Eine Maximalmenge, von der in Spitzenzeiten gerade mal 50 Prozent ausgeschöpft werden, bekräftigt der Prokurist. Mit der Genehmigung nach etwas langwierigen eineinhalb Jahren in der Tasche kann das Unternehmen mit seinen gut 60 Mitarbeitern am Standort Friedland nun die Maßnahmen für den besseren Brandschutz angehen.

Allerdings müsste schon lange vorher ein Umdenken stattfinden, sagt Holger Gern, der auf ein Problem bereits im vergangenen Jahr hinwies. Vielfach landen gerade Batterien und Akkus nicht sorgfältig getrennt bei der Verwertungsfirma. Diese „Batteriebetriebenen Altgeräte“ stellen durch die hohe Brandgefahr für alle Entsorgungsanlagen ein extremes Problem dar. Der Gesetzgeber hat jüngst erst reagiert: Seit dem 1. Januar 2022 müssen Hersteller ihre Elektrogeräte „möglichst“ so gestalten, dass die Kunden Altbatterien und Akkus problemlos und zerstörungsfrei entnehmen können, wie es in Paragraph 4 des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes heißt. Gerade bei neuen Smartphones ist das vielfach nicht möglich und stelle die Branche europaweit vor Probleme.

Akku oder Batterie vorher entfernen

Reagieren nun die Hersteller, kommt es künftig noch stärker auf die Verbraucher an, die ihre Geräte entsorgen. Darauf nimmt auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in seinem diesjährigen Abfallratgeber Bezug. Wer Smartphone, Laptop oder Küchengerät entsorgt, möge Akku oder Batterie zuvor entfernen und mit abgeklebten Polen zum Wertstoffhof bringen. Keinesfalls sollten sie einfach in die Tonne geworfen werden, da wegen der Energiespeicher erhöhte Brandgefahr besteht.

Bei der Recyclingfirma in Friedland waren im Jahr des Großbrandes nach Angaben Gerns 40 Tonnen Batterien aus den Geräten aufwendig aussortiert worden.

zur Homepage