FILMEMACHER

Premiere für Film von der Domjüch in Neustrelitz

Die ehemalige Landesirrenanstalt an der Domjüch zieht immer wieder Filmemacher an. Der jüngste unter ihnen ist der 15-jährige Leonhard Schnell. Sein Film feiert nun Premiere.
Auf dem Gelände der ehemaligen Landesirrenanstalt an der Domjüch entstand ein Großteil der Filmaufnahmen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Landesirrenanstalt an der Domjüch entstand ein Großteil der Filmaufnahmen. Andrea Schnell
Auch das Regionalmuseum Neubrandenburg stellte dem Filmteam Räume für Dreharbeiten zur Verfügung.
Auch das Regionalmuseum Neubrandenburg stellte dem Filmteam Räume für Dreharbeiten zur Verfügung. Andrea Schnell
Filmhund Camilla war der Ruhepol am Set.
Filmhund Camilla war der Ruhepol am Set. Andrea Schnell
So viel Zeit blieb dann doch, um ein gemeinsames Foto von der Filmcrew zu machen.
So viel Zeit blieb dann doch, um ein gemeinsames Foto von der Filmcrew zu machen. Andrea Schnell
Neustrelitz ·

Auf der Domjüch in Neustrelitz nennen sie ihn „ihren kleinen Spielberg“. Ob der so Benannte später mal tatsächlich in die Fußstapfen des berühmten Filmemachers tritt, wird die Zeit zeigen. Am Sonntag feiern der 15-jährige Leonhard Schnell und seine Crew erst mal die Premiere ihres neuen Films. Es ist der zweite, der zu großen Teilen auf dem Areal und in den Gebäuden der ehemaligen Landesirrenanstalt gedreht wurde. „Ich bin immer wieder begeistert, mit was für einer Professionalität die jungen Leute hier ihr Ding durchziehen“, sagt Christel Lau, Vorsitzende des Vereins zum Erhalt der Domjüch.

Ein Jahr lang Vorbereitungen

Der Neubrandenburger Gymnasiast hatte sich ein enges Zeitfenster für die Dreharbeiten gesetzt. „Wir gehen alle zur Schule oder einem Beruf nach, da bleibt nur in den Ferien Zeit“, sagt er. Genau eine Woche holte er Darsteller, Kamera- und Tonleute – alle Schüler wie er – zusammen, um die Aufnahmen für seinen Film „Die rätselhaften Kugeln“ in den Kasten zu bekommen.

Ein Jahr lang war er mit den Vorbereitungen für den Film beschäftigt. Seine Mutter, Andrea Schnell, stand ihm dabei tatkräftig zur Seite. Von ihr stammt auch das Drehbuch, zu dem Sohn Leonhard die Ideen lieferte. „Schreiben ist nicht so meine Stärke“, sagt der Schüler. Er kümmerte sich um die Technik – jeden Cent seines Taschengeldes gibt er dafür aus –, überzeugte Sponsoren, erstellte einen genauen Zeitplan, legte die Drehorte fest. „Meine Crew vom ersten Film brauchte ich nicht lange zu überzeugen, wieder mitzumachen“, sagt er. Logistik und Versorgung übernahmen mit Andrea Schnell und Uli Krüper die einzigen Erwachsenen im Team.

Fehler nicht wiederholen

Die Fehler aus seiner ersten Spielfilmproduktion halfen ihm, es dieses Mal besser zu machen. „Vor allem der Ton ließ damals zu wünschen übrig. Auch der eine oder andere Bildanschluss passte nicht, weil die Darsteller plötzlich andere T-Shirts anhatten, mal eine Kamera oder das Drehbuch im Bild waren“, sagt Leonhard. Das sollte sich nicht wiederholen. Ein akribisch geführtes Drehtagebuch und verbesserte Tontechnik sollten Abhilfe schaffen. Das hieß aber auch viel mehr Aufwand. „Vor jedem Dreh hat es eine Weile gedauert, bis alle Darsteller verkabelt waren. Diesmal hatten wir auch zwei Kameras und eine Drohne, um aus unterschiedlichen Perspektiven zu filmen.“

Drei Tage quartierte sich das Team auf der Domjüch ein. Die übrigen vier Drehtage fanden in Neubrandenburg – im Regionalmuseum und auf Behmshöhe – sowie in der Mühle Fahrenwalde statt. „Das war wirklich ein straffes Programm für alle. Manchmal waren wir von früh um sieben bis abends um zehn auf den Beinen. Wenn man mich nicht ans Essen oder Trinken erinnert hätte, hätte ich das glatt vergessen“, sagt Leonhard. Nach der Woche stand für ihn fest: „Das nächste Mal drehe ich am Anfang und nicht am Ende der Ferien. Denn wir waren nach der Woche alle platt, mussten aber wieder in die Schule.“

40 Minuten langer Spielfilm

Zig Mal erklang während der Drehtage das Kommando „3, 2, 1 und bitte“, insgesamt 70 Stunden Drehzeit kamen so zusammen. Noch mal 36 Stunden verbrachte Leonhard an seinem Computer, um die Szenen zu sichten und zusammenzuschneiden. Ein 40 Minuten langer Spielfilm steht am Ende aller Mühen – „wir hatten auch viel Spaß“ – und soll nun bei den Zuschauern für Spannung und gute Unterhaltung sorgen. Am kommenden Sonntag um 16 Uhr wird der Film im Kultursaal der Domjüch aufgeführt.

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