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Der Prozess gegen vier Schleuser am Amtsgericht Pasewalk, der aus Platzgründen in Neubrandenburg abgehalten worden war, ging am Montag mit dem Urteil zu Ende. Thomas Beigang
Urteil

17 Menschen im Kleintransporter - mehrjährige Haftstrafen für Schleuser

Die vier Angeklagten müssen mehr als zwei Jahre hinter Gitter, urteilte das Gericht. Eine Aussetzung auf Bewährung, wie von der Verteidigung gefordert, wurde abgelehnt.
Neubrandenburg/Pasewalk

Vier Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren müssen wegen des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern nach Deutschland hinter Gitter. Das Amtsgericht Pasewalk verurteilte zwei der aus Tunesien stammenden Angeklagten am Montag zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten, die beiden anderen zu zwei Jahren und sieben Monaten.

17 Flüchtlinge im Kleintransporter

Die Männer hatte gestanden, in unterschiedlicher Weise an der Schleusung von Flüchtlingen von Belarus nach Deutschland im Herbst 2021 beteiligt gewesen zu sein. Die Angeklagten „kutschierten” 17 Migranten über rund 1000 Kilometer nach Vorpommern. Ihnen waren 500 bis 1500 Euro pro Fahrt versprochen worden. Die Gruppe soll von zwei Hintermännern per GPS-Technik und -Daten aus der Ferne geführt worden sein. Nach eigenen Angaben fuhren zwei Männer den Transporter, die zwei anderen ein sogenanntes Pilotfahrzeug, das Polizeikontrollen auskundschaftete. Die in einem Kleintransporter zusammengepferchten 17 Flüchtlinge aus Syrien und Ägypten hatten jeweils nur 50 mal 50 Zentimeter Platz.

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Der Transport war am im Oktober bei Ladenthin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufgeflogen. Richter Gerald Fleckenstein nannte die Bedingungen, unter denen die Migranten während der Fahrt leiden mussten „menschenunwürdigen”. Drei Angeklagte waren gleich hinter der Grenze gefasst worden, ein weiterer später bei Schwerin. Bei ihnen wurden rund 11.000 Euro gefunden. Laut Anklage sollen die Flüchtlinge etwa 2500 bis 3000 Euro für die Schleusung von der Türkei über Belarus nach Berlin an Hintermänner bezahlt haben.

Unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten bis zu drei Jahre und zehn Monaten für die Angeklagten gefordert hate. Die Verteidigung hatte hingegen auf deutlich geringere Freiheitsstrafen, ausgesetzt auf Bewährung, plädiert. Das Amtsgericht Pasewalk, das aus Platzgründen in Neubrandenburg verhandelt, hatte am Vormittag zunächst einige Zeugen und dann die Plädoyers beider Seiten gehört.

 

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