Der AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komning ist selbst Rechtsanwalt.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komning ist selbst Rechtsanwalt. Claudia Malangré (Archiv)
Bußgeld droht

Knöllchen für Enrico Komning (AfD) – wer fuhr?

Der AfD-Abgeordnete aus Neubrandenburg wird bezichtigt, zu schnell gefahren zu sein und obendrein telefoniert zu haben. Es war aber wohl ganz anders.
Pasewalk

Nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor muss sich in Kürze wohl auch ein AfD-Bundestagsabgeordneter von der Seenplatte wegen eines Verkehrsdeliktes vor Gericht verantworten: Es handelt sich um den Neubrandenburger Enrico Komning, der seit 2017 für die AfD im Bundestag sitzt. Dem Rechtsanwalt wird zur Last gelegt im August 2021 in einer Ortschaft an der B197 etwa zehn Stundenkilometer zu schnell Auto gefahren und dabei auch noch – vermutlich ohne Freisprecheinrichtung – telefoniert zu haben.

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Weil sich der Fall im Landkreis Vorpommern-Greifswald ereignete und Komning Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegte, soll darüber am 14. Juli eine Verhandlung am Amtsgericht Pasewalk geführt werden. Und dabei werde herauskommen, dass er nicht am Steuer gesessen habe, sagte Komning auf Nordkurier-Anfrage zu dem Fall: „Mein Wahlkreis-Mitarbeiter ist mit dem Fahrzeug an diesem Wahlkampf-Tag gefahren. Das Auto ist lediglich auf mich zugelassen.” Dass die Behörden ihn selbst als Fahrer vermutet hätten, sei aber nicht verwunderlich: „Der Mitarbeiter sieht mir ein bisschen ähnlich”, so Komning.

Der 53-Jährige ist seit der letzten Wahl einer von mehrere parlamentarischen Geschäftsführern der AfD-Fraktion im Bundestag und unterhält selbst eine Anwaltskanzlei in Neubrandenburg. Er vertritt den Wahlkreis, der Teile der Seenplatte und Vorpommern-Greifswalds umfasst. Bei der Bundestagswahl 2021 zog er wie schon 2017 über die Liste ins Parlament ein, nachdem er bei der Direktwahl als Zweitplatzierter gegen Erik von Malottki (SPD) unterlegen war. Der vormalige direkt gewählte Abgeordnete, Philipp Amthor (CDU), der erneut angetreten war, kam bei der Direktwahl hinter Komning und von Malottki nur auf Platz Drei.

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Amthor hatte Anfang 2022 seinen Führerschein für einen Monat abgeben müssen. Er war 2020 mit rund 120 Kilometern pro Stunde durch eine Tempo-70-Zone in Vorpommern gefahren. Das kostete ihn zudem 450 Euro Bußgeld. Auch er hatte Einspruch gegen die Strafe eingelegt, war aber damit in Pasewalk gescheitert.

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Kommentare (1)

Habe ich was verpasst? Wenn ein Bußgeldbescheid beim Bürger eintrifft, kann er im Anhörungsbogen die Person angeben, die zu dem Zeitpunkt gefahren sei oder gleich den Fahrer auffordern (wird wohl nicht schwer sein, da privat und beruflich bekannt), das Bussgeld zu zahlen.