RIESEN-BAUM VERPFLANZT

▶ 100.000 Euro für eine Eiche in Neubrandenburg

Nach der umstrittenen Fällung einer 200 Jahre alten Eiche steht nun an der Neubrandenburger Ortsumgehung ein Ersatz. Der Aufwand für die Verpflanzung ist enorm. Nun überwachen sogar Sensoren das Anwachsen des Baumes.
Paulina Jasmer Paulina Jasmer
Per Lkw reiste der Baum in die Kreisstadt, die sein neues Zuhause werden soll.
Per Lkw reiste der Baum in die Kreisstadt, die sein neues Zuhause werden soll. Paulina Jasmer
Mit einem Kran wurde die Eiche mit ihren zwölf Metern Länge und zwei Tonnen Gewicht an ihren neuen Standort gehievt.
Mit einem Kran wurde die Eiche mit ihren zwölf Metern Länge und zwei Tonnen Gewicht an ihren neuen Standort gehievt. Paulina Jasmer
Neubrandenburg.

Sie ist wieder da. Zwar nicht die alte, sondern ein neues Exemplar: Aber seit Mittwochmittag thront an der Bergstraße auf Höhe der jetzigen Ortsumgehung wieder eine Eiche. Ihre knorrige Vorgängerin war 200 Jahre alt. An ihr wurden Fäulnis- und Pilzbefall festgestellt, was ihre Standsicherheit an der durch die Ortsumgehung entstandenen steilen Böschung gefährdet hätte. Daher wurde die Fällung trotz Widerstand aus der Bevölkerung bewilligt.

Genaue Kriterien für den neuen Baum

Jetzt ist die Zeit für ihre Nachfolgerin gekommen, ebenfalls eine Stieleiche. Besondere Anforderungen musste der Baum schon im Vorfeld erfüllen: Eine gewisse Höhe und Dicke des Stammes, die Krone musste gut ausgebildet, aber noch recht schlank sein. In die Breite würde sie von allein gehen, schließlich steht sie zukünftig allein. Und wenn sie noch nicht so ausladend ist, dann sei sie nicht so windanfällig, heißt es von Nicole Ramm, Projektleiterin bei der bundeseigenen Projektmanagementgesellschaft Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges).

[Video]

Wochenlanger aufwand für den Transport

Fündig sind die Verantwortlichen in einer Hamburger Baumschule geworden. Insgesamt gibt es laut Nicole Ramm nur zwei Baumschulen in Deutschland, die Bäume dieser Größe und Alters anbieten. Eine Woche habe es gedauert, bis die zwei Tonnen schwere Eiche transportfähig war. Ihre Krone – acht Meter Umfang – musste über Tage auf 3,50 Meter eingeschnürt, das Wurzelwerk ordentlich verpackt werden, ehe es mit einem riesigen Lkw Richtung Neubrandenburg ging. Es dauerte seine Zeit, bevor der Kran und die Mitarbeiter den Baum am Mittwochvormittag aus dem Lkw gehievt hatten. Und bis die Eiche dann vollends ausgerichtet wurde, mussten sich die Schaulustigen in Geduld üben.

Kahle Krone hat ihren Grund

„Der Baum bekommt gleich einen Kronenschnitt, damit seine Kraft nicht erst in die Äste, sondern in die Wurzel geht“, so die Erklärung, warum der Baum jetzt vielleicht ein bisschen kahl anmutet, auf den ersten Blick. Nach gut zwei Stunden war das Entladen bis hin zum Aufrichten und Einbuddeln geschafft. Die Deges ist nach eigenen Angaben dazu verpflichtet, den Baum in den kommenden sieben Jahren zu betreuen. „Zu hegen und zu pflegen“, wie Nicole Ramm konkretisiert. Die Eiche wird im Boden gar noch mit Sensoren versehen. Sie geben Bescheid, wenn es zum Beispiel zu trocken ist. Die Anschaffung samt Pflege der nächsten sieben Jahre, wozu auch Personalkosten gerechnet werden, soll nach Deges-Angaben 100 000 Euro kosten.

 

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Kommentare (5)

Gut!

Wer sowas mit unserm Geld macht gehört in den Knast !!! Bezahlt es jemand aus seiner Tasche , bitte. Dafür wir der Strom nun teuer, danke Herr Bürgermeister !!!

Sich jetzt zu Brü mit wie viel Geld sie die neue Eiche aufstellt finde ich schon als Witz. War es nicht die Deges durch ihre Planungsfehler dafür gesorgt hat das die alte Eiche weichen musste???
Mann sollte diese Leute für ihre Planung persönlich Bestrafen und für den Schaden. Die Stadt bzw der Oberbürgermeister bezahlt die Eiche nicht. Aber irgendwie alle Steuerzahler doch wieder.
Deshalb finde ich es unmöglich das die Deges noch Lob dafür haben will
Die zwei Stunden die sie da rum gestanden haben da hätten sie sich auch mit vernünftige Planungen beschäftigen können.

Hoffe das Ding geht ein. Mario Barth deckt auf! ist schon informiert.

Für das Geld hätte man ein paar Hektar Wald aufforsten können.
Wir leben in einem Irrenhaus!