Die Betrüger bissen sich diesmal an ihren Opfern die Zähne aus.
Die Betrüger bissen sich diesmal an ihren Opfern die Zähne aus. Nordkurier
Polizei

Zahlreiche Trickbetrugs-Versuche in MV

Mit perfiden Abzock-Anrufen schaffen es Kriminelle immer wieder, Senioren um Geld zu betrügen. Jetzt gingen wieder mehr als 40 Anzeigen aus Rostock, der Seenplatte und von der Insel Rügen ein. Doch diesmal war etwas anders.
Neubrandenburg

Erneut haben Trickbetrüger versucht, ältere Mitbürger um deren Geld zu bringen. Die Polizei registrierte seit Dienstag 20 Trickbetrugsanrufe in Neubrandenburg und im gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Auch auf Rügen gab es mehrere Fälle. In Rostock wurden insgesamt 19 Fälle registriert.

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Aufklärungsarbeit trägt Früchte

Die Aufklärungsarbeit der Polizei scheint aber Früchte zu tragen. „Alle Angerufenen haben sich dabei kurz angehört, was die Betrüger vorgaukeln, dann besonnen aufgelegt und Polizei und Angehörige informiert”, hieß es. Mit aktuellem Stand sind die Anzeigenerstatter laut Polizei zwischen 64 und 87 Jahre alt, vor allem weiblich und wohnen überwiegen in Neubrandenburg – daneben waren aber auch Bürger in Altentreptow, Stavenhagen, Neustrelitz, Blankensee und Friedland von Betrugsanrufen betroffen. Überwiegend wurde die Masche der Schockanrufe angewandt.

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Neben der Seenplatte kommt es derzeit auch auf der Insel Rügen zu vermehrten Anzeigen wegen Trickanrufen. Auch dort hatten die Betrüger aktuell keinen Erfolg, wie eine Sprecherin mitteilte. Unter anderem wurde eine Seniorin in Rambin von einer weiblichen Person angerufen, die sich als ihre Enkelin ausgab. Die Geschädigte erkannte den Betrugsversuch sofort und entgegnete der Anruferin, dass sie gar nicht ihre Enkelin sei. 

In Rostock gaben sich Anrufer unter anderem als Ärzte aus, die an Covid-19 erkrankte Angehörige behandeln wollten und dafür hohe Geldsummen benötigten. In einem Fall forderten die Täter insgesamt 200.000 Euro  für die Behandlung der an Corona erkrankten Tochter einer Rentnerin, die derzeit im Krankenhaus liege. Die 79-Jährige erkannte die Täuschung, bevor es zu einer Geldübergabe kommen konnte.

100.000 Euro Schaden allein im Januar

Die Polizei zollte den Betroffenen Respekt für deren Verhalten. „Wir sagen: Daumen hoch für die bisherigen Reaktionen.” Die Beamten appellieren gleichzeitig an die Bevölkerung: „Bleiben Sie weiterhin wachsam, legen Sie auf, wenn Sie mit ominösen Geldforderungen konfrontiert werden, übergeben Sie nie Geld an Fremde, informieren Sie die Polizei.

Wie wichtig es ist, auf Trickbetrüger regelmäßig aufmerksam zu machen, zeigt das Resümee der Polizei vom Januar. In den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald habe es im Vormonat bereits mehr als 60.000 Euro Schaden durch Maschen wie falscher Polizist, Schockanruf und Enkeltrick gegeben sowie mehr als 40.000 Euro Schaden durch Bitcoin-Betrug zum Nachteil eines 81-Jährigen in Demmin.

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