BAUARBEITEN

40 Neubrandenburger Bushaltestellen werden barrierefrei

Die 70er-Jahre-Haltestelle in der Koszaliner Straße bekommt eine Generalüberholung. Doch auch vielen weiteren Busstationen im Stadtgebiet steht in den nächsten Jahren ein Umbau bevor.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Hier hält ab Dienstag mehrere Wochen lang kein Bus: Die Haltestelle wird erneuert.
Hier hält ab Dienstag mehrere Wochen lang kein Bus: Die Haltestelle wird erneuert.
Neubrandenburg.

Busfahren soll barrierefrei werden – so will es das Personenbeförderungsgesetz des Landes, das bis 2022 einen komplett barrierefreien Öffentlichen Personennahverkehr fordert; und so will es folglich auch die Stadt Neubrandenburg. Gerade hat in der Koszaliner Straße die Neugestaltung einer Bushaltestelle begonnen. Rund 40 weitere sollen in den nächsten Jahren noch folgen, heißt es auf Nordkurier-Nachfrage aus dem Rathaus. „Dabei werden sogenannte Musterhaltestellen-Pläne entworfen, die den Gegebenheiten der jeweiligen Haltestellen angepasst sind“, sagt Stadt-Sprecherin Anett Seidel.

Die Haltestelle Koszaliner Straße stammt aus den 1970er Jahren, aus der Entstehungszeit der Oststadt. Problematisch sind dort vor allem der schmale Gehweg und die unübersichtliche Straßenführung, so dass der Umbau zugleich als wichtiger Schritt zur Verkehrssicherung gesehen wird.

Bereits 2016 seien beim Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Fördermittel beantragt worden, berichtet Anett Seidel. Der Zuwendungsbescheid ging schließlich 2018 ein. 123 000 Euro steuert das Landesministerium zu der auf 214 000 Euro veranschlagten Investition bei.

Einige der insgesamt 205 Neubrandenburger Bushaltestellen waren in den vergangenen Jahren bereits in Abstimmung mit der Behindertenbeauftragten der Stadt barrierefrei ausgebaut worden. Dazu gehört zum Beispiel der Einbau sogenannter Kasseler Borde, die das Heranfahren und Absenken der Niederflurbusse und somit eine ausgeglichene Einstiegshöhe ermöglichen.

Ersatzhaltestellen werden eingerichtet

Barrierefreiheit erfordert zudem für sehbehinderte Menschen sogenannte Bodenindikatoren, die mittels strukturierter Pflasterung Haltestelle und Einstiegsfeld erkennbar machen. Vorgeschrieben sind zudem eine Wartehalle und Sitzgelegenheiten, weiß der Neubrandenburger Planer Axel Bernhardt, der für den Landkreis eine Musterhaltestelle entworfen hat. In der Seenplatte nämlich gibt es mehr als 2700 Bushaltestellen, von denen bis zum Modernisierungsbeschluss des Kreistags 2018 nur 30 barrierefrei waren.

Um das ehrgeizige Ziel 2022 zu erreichen, werden nun auch in Neubrandenburg die Planungen für den Umbau weiterer Haltestellen voran getrieben und Fördermittelanträge gestellt. Die gerade begonnenen Arbeiten in der Koszaliner Straße, mit denen die Neubrandenburger Straßen- und Tiefbau GmbH NST betraut ist, sollen voraussichtlich bis Ende Juni abgeschlossen sein.

Änderungen ergeben sich für die Fahrgäste der Stadtbus-Linien 4, 8, 21 und 22. Wie die Stadtwerke als Betreiber des Liniennetzes bestätigen, bleiben die gewohnten Abfahrtzeiten bestehen, jedoch sind Ersatzhaltestellen eingerichtet.

Die Linie 8, die zwischen Busbahnhof und Carlshöhe verkehrt, hält während der Bauarbeiten an der Humboldtstraße kurz hinter der Einfahrt zur Einsteinstraße. Die Linien 4 (zwischen Busbahnhof und Küssow), 21 (zwischen Koszaliner Straße und Diakonie) und 22 (zwischen Koszaliner Straße und Sponholzer Schule) halten in der Einstein- zwischen Ziolkowskistraße und Humboldtstraße in Höhe der Kindertagesstätte „Einstein“. Betroffen sind von den Arbeiten auch die Parkflächen unmittelbar hinter dem „Bussteig“ an der Koszaliner Straße 2 bis 16, wo nunmehr ein Halteverbot gilt.

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Kommentare (5)

Die Linie 8 soll an der Humboldtstraße hinter der Einfahrt zur Einsteinstraße halten. Vorausgesetzt die 10 Meter Straße zur Einmündung Koszaliner Str. 1-7 sind noch Humboldtstraße, was ich eher für ein Gerücht halte. Die Parkflächen hinter dem Bussteig wären geografisch betrachtet direkt vorm Cap-Markt. Da gab und gibt es keine. Richtig ist, dass die Parkplätze in der Straße parallel zum oder neben dem Bussteig massiv eingeschränkt werden.

Hallo Herr Doerre... Sie hätten nach dem Betreff gar nichts mehr schreiben müssen, weil jeder "halbwegs normalbelichtete" Mensch nach DER ÜBERSCHRIFT das Lesen eingestellt hat.

...der gewählte Sprecher für alle "halbwegs Normalbelichteten", die nicht Inhalte sondern lediglich die Personen, die Meinungen vertreten, kritisieren?

kann ich nix sagen, da ich als halbwegs normalbelichteter Mensch nach der Überschrift aufgehört habe weiterzulesen... aber das erwähnte ich bereits... und die Kritik an ihrer frauenfeindlichen Überschrift sehe ich für durchaus berechtigt an

...dass unterscheidet uns beide. Ich lese Inhalte, Sie brechen bei Überschriften ab und fallen über den Verfasser her.