Lebensmittel-Industrie

40 neue Arbeitsplätze - Erbsen-Verarbeiter will nach Neubrandenburg

Eine neue Wirtschaftsansiedlung ist im Gespräch: Die Prodapi GmbH will künftig in Neubrandenburg Tonnen an Erbsen verarbeiten und 90 Millionen Euro investieren. Auch ein Standort wird schon diskutiert.
Ab Ende 2023 will der Verarbeiter Prodapi im Industrieviertel sein Werk in betrieb nehmen. Foto: Mirko Hertich
Ab Ende 2023 will der Verarbeiter Prodapi im Industrieviertel sein Werk in betrieb nehmen. Foto: Mirko Hertich Mirko Hertrich
Hülsenfrüchte wie die Erbsen scheinen als alternative zum Fleisch immer beliebter zu werden. Foto: Andrea Warnecke
Hülsenfrüchte wie die Erbsen scheinen als alternative zum Fleisch immer beliebter zu werden. Foto: Andrea Warnecke Andrea Warnecke
Neubrandenburg

Es verspricht 90 Millionen Euro Investition und 40 neue Industriearbeitsplätze. Das Unternehmen „Prodapi” will in Neubrandenburg ein neues Werk zur Verarbeitung von großkörnigen Hülsenfrüchten wie Erbsen bauen. Ab Ende 2023 sollen in der Stadt bis zu 60.000 Tonnen gelbe Erbsen jährlich zu Protein, Stärke und Faserstoffen gewandelt werden, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte.

„Das Unter­nehmen greift damit den Trend zu stärkeren Nutzung pflanzlicher Eiweißalternativen in der Ernährung auf”, hieß es aus Schwerin. Die Gespräche mit den Verantwortlichen des Unternehmens aus Neubrandenburgs Partnerstadt Flensburg würden bereits seit Monaten laufen. „Wir haben von Anfang an deutlich gemacht, dass wir hinter der Investition stehen und die Ansiedlung unterstützen werden. Unsere Argumente haben offenbar überzeugt”, ließ sich Landwirtschaftsminister Til Backhaus (SPD) in der Mitteilung seines Ministeriums zitieren.

Ansiedlung im Industrieviertel

Auch Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) meldete sich umgehend zu Wort: „Es sind in den vergangenen Jahren viele Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen in unserer Stadt gelungen. Mit der Prodapi GmbH sind wir in guten Gesprächen, um dieses nachhaltige Geschäftsfeld in Neubrandenburg schnellstmöglich zu etablieren”, meinte der Rathauschef.

Das nach derzeitigen Angaben hochmoderne Verarbeitungswerk soll wohl ins Industrieviertel kommen, wie der Nordkurier auf Nachfrage bei der Stadt erfuhr. Die Verwaltung und auch die Wirtschaftsförderung von Stadt und Landkreis habe bereits länger mit dem Unternehmen Gespräche geführt.

Trend geht zu Erbsen, Bohnen und Lupinen

Das Landwirtschaftsministerium ist schon jetzt hin und weg von den Plänen: „Die Verarbeitung von Erbsen zu Protein, Stärke und Faser in drei getrennten Verarbeitungssträngen hat es bisher so nicht gegeben. Die eingesetzten Techniken sind innovativ und deutschlandweit einzigartig.”

Eiweißpflanzen würden derzeit wieder verstärkt in den Fokus der Verbraucher geraten, unter anderem um den Fleischkonsum zu reduzieren. Der Trend zu Erbse, Bohne und Lupine ist gut für den Klimaschutz, für sauberes Wasser und gut für eine gesunde Ernährung, führte Landwirtschaftsminister Backhaus aus. Von der neuen Ansiedlung würden seiner Meinung nach auch die Landwirte der Region profitieren. Wegen der geplanten Verarbeitungskapazität von den bis zu 60.000 Tonnen an gelben Erbsen, könne der Anbau der Hülsenfrüchte insgesamt ausgeweitet werden. Schließlich gebe es jetzt einen verlässlichen Abnehmer. In ganz Mecklenburg-Vorpommern seien nach Angaben des Ministeriums 2020 knapp 43.700 Tonnen Erbsen geerntet worden. 2015 waren es noch mehr als 30.000 Tonnen weniger.

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Kommentare (3)

"Trend geht zu Erbsen, Bohnen und Lupinen

Das Landwirtschaftsministerium ist schon jetzt hin und weg von den Plänen: „Die Verarbeitung von Erbsen zu Protein, Stärke und Faser in drei getrennten Verarbeitungssträngen hat es bisher so nicht gegeben. Die eingesetzten Techniken sind innovativ und deutschlandweit einzigartig.”"

Einzigartig aber nicht neu ist die Naivität des Landwirtschaftsminesterium.

Im Nachbarland Brandenburg wird zur Zeit eine solche Produktionsstätte hochgezogen.

"Synergie mit Emsland Aller Aqua
Am gemeinsamen Standort sollen künftig Synergien genutzt werden. Denn für die Herstellung nutzt das japanische Unternehmen ein Nebenprodukt, das aus der Verarbeitung von Erbsen bei Emsland Aller Aqua entsteht. Um dieses Nebenprodukt nutzen zu können, sind kurze Wege vonnöten, damit mikrobiologische Gär-Prozesse das Produkt nicht unbrauchbar machen. Nur vier Fabriken in ganz Europa sind dafür infrage gekommen."

https://www.moz.de/nachrichten/wirtschaft/investition-neue-fuji-fabrikhalle-in-golssen-waechst-50397639.html

90 Mio Euro für 40 Arbeitskräfte und innerhalb 2 Jahren steht die Produktionsstätte? Die Investoren haben wohl mitbekommen wie leicht in M-V Subventionen abzugreifen sind, steuerfrei.

Hat schon jemnad nachgedacht wegen der möglichen Geruchsbelästigung in der Nähe des Wohngebietes??? Hinterher ist man immer schlauer...

Schlimmer als zu DDR-Zeiten kann es dort heute nicht werden🤣.