Die Drittklässler warten auf den Start des 800-Meter-Laufs.
Die Drittklässler warten auf den Start des 800-Meter-Laufs. Daniel Neubert
Beim ersten „Tag des Sportabzeichens“ in Neubrandenburg kämpften die dritten Klassen um den Pokal für di
Beim ersten „Tag des Sportabzeichens“ in Neubrandenburg kämpften die dritten Klassen um den Pokal für die sportlichste Schule. Daniel Neubert
Die Sportlehrer Stefan Hermann (r.) und Thomas Peucker (2. v. r.) stoppten die Zeiten der Kinder beim 800-Meter-Lauf.
Die Sportlehrer Stefan Hermann (r.) und Thomas Peucker (2. v. r.) stoppten die Zeiten der Kinder beim 800-Meter-Lauf. Daniel Neubert
Eine der vier Disziplinen beim Tag des Sportabzeichens in Neubrandenburg: Standweitsprung.
Eine der vier Disziplinen beim Tag des Sportabzeichens in Neubrandenburg: Standweitsprung. Andreas Alberts
Sportabzeichen

500 Grundschüler rennen und hüpfen durchs Jahnsportforum

Drittklässler haben im Jahnsportforum um Sportabzeichen in Bronze, Silber und Gold gekämpft. Dabei zeigte sich auch: Corona hat starke Auswirkungen auf den Schulsport gehabt.
Neubrandenburg

Sie stehen am Streckenrand und feuern sich aus ganzer Seele an. Laut hallen die Schreie der Kinder durchs Jahnsportforum: „Wir sind die beste Klasse der Welt!“ Wo sonst die Großen um Punkte und Pokale kämpfen, geben jetzt 500 Neubrandenburger Drittklässler ihr Bestes. Beim ersten Neubrandenburger „Tag des Sportabzeichens“ sind sie in vier Disziplinen angetreten: Standweitsprung, Seilspringen, 30-Meter-Sprint und 800-Meter-Lauf.

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„Viele sind wahrscheinlich noch nie so lang gerannt“, sagt der Koordinator der Veranstaltung, Stefan Hermann. Er und sein Kollege Thomas Peucker stehen auf der Tartanbahn und nehmen die Zeiten der Kinder – beide sind Sportlehrer am Sportgymnasium Neubrandenburg. Es gehe vor allem darum, Kinder für den Sport zu begeistern, sagt Hermann. Die Kinder erreichen aus allen Sportarten zusammengerechnet eine bestimmte Punktzahl. Aus der ergibt sich dann, ob sie ein Sportabzeichen in Bronze, Silber oder Gold erhalten.

Grundschulolympiade war nicht mehr zeitgemäß

Vor Corona habe es 20 Jahre lang eine Grundschulolympiade gegeben, bei der mehr Sportarten involviert waren und es auch mehr ums Gewinnen ging, erzählt Hermann. Das sei aber jetzt nicht mehr so wichtig. Es gebe zwar einen Wanderpokal für die beste Grundschule, aber die Veranstaltung sei ganz neu aufgezogen worden, weil das alte Format nicht mehr gepasst habe. Im selben Moment deutet Hermann auf eine beim Wettlauf abgehängte Schülerin, die völlig außer Puste nur noch schnaufend hinterher trottet. Gerade für solche Schüler sei der Tag gedacht – die nicht aufgäben, einen Tag an einer tollen Sportstätte erlebten und sich vielleicht für den Sport begeisterten.

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Die Schulleiterin des Sportgymnasiums, Judith Ewald, bestätigt das. Seit der Corona-Krise habe nicht nur bei ihrer Schule die Anzahl neuer Schüler nachgelassen: Sie wisse, dass es dem Sportgymnasium in Schwerin, dem einzigen weiteren staatlichen Sportgymnasium in Mecklenburg-Vorpommern, genauso gehe. Die Kinder sollten animiert werden, wieder mehr Sport zu treiben und vielleicht finde der eine oder andere auch den Weg in einen Sportverein oder in ihre Schule. Entsprechend erhielt jedes Kind am Ausgang noch eine Erinnerungstüte mit Teilnahmeurkunde, Saft, Gummibärchen, Sticker und Werbung für das Sportgymnasium.

Veranstaltung landesweit einmalig

Als Vorgängerin der Grundschulolympiade und des neuen „Tags des Sportabzeichens“ kann die republikweite Sichtung nach Sporttalenten in der DDR gelten. Dabei suchte etwa der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) Nachwuchstalente, die teilweise später Olympiamedaillen nach Neubrandenburg holten. Vor allem in Leichtathletik und beim Kanu-Sport hat Neubrandenburg eine beachtliche Historie. Ob unter den derzeitigen Drittklässlern ein Olympiasieger von morgen dabei ist, spielte für die Sportlehrer aber erst mal keine Rolle.

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Alle staatlichen Grundschulen in Neubrandenburg und die KGS Stella nahmen Mitte der Woche am ersten „Tag des Sportabzeichens“ teil, der an zwei Tagen ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung wurde als Kooperation verschiedener Schulen und Verbände durchgeführt und sei landesweit einmalig, teilte die Direktorin des Sportgymnasiums mit.

Von Daniel Neubert

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