62 solcher Ladestationen für E-Bikes sollen den ländlichen Raum und der Tourismus im Land ankurbeln. Neubrandenburg
62 solcher Ladestationen für E-Bikes sollen den ländlichen Raum und der Tourismus im Land ankurbeln. Neubrandenburg und Umgebung gehen jedoch leer aus. Horst Skoupy
Radtourismus

62 neue E-Ladesäulen, aber keine davon für Neubrandenburg

Das Land rüstet auf, wenn es um Ladestationen für E-Bikes geht. Doch Neubrandenburg und Umgebung gehen bei der Förderung leer aus. Die Begründung dafür ist bemerkenswert.
Neubrandenburg

Fahrradtourismus kann man inzwischen nicht mehr ohne E-Bikes denken. Deshalb sind Ladesäulen für die elektrischen Hilfsmotoren der Zweiräder auch sehr begehrt. 62 brandneue von eben solchen entstehen aktuell im ganzen Bundesland. Doch keine davon in Neubrandenburg oder der nahen Umgebung.

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Im Auftrag des Wirtschafts- und Tourismus-Ministeriums wurden über die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern Fördergelder in Höhe von insgesamt 200.000 Euro vergeben. Empfänger sind Kommunen, gemeinnützige Vereine und auch gewerbliche Nutzer. Das Ziel der Förderung der Ladeinfrastruktur für Fahrrad-E-Mobilität im ländlichen Raum sei eine Aufwertung des Tourismus in kleinen Kommunen, feiert sich das Ministerium für den Erfolg.

Oberzentren und Tourismus-Hotspots ausgeschlossen

Doch nicht alle Kommunen durften auf einen Zuschlag hoffen. Oberzentren sowie touristische Hotspots mit mehr als 100.000 Übernachtungen pro Jahr waren von vorneherein von der Förderung ausgeschlossen. Hintergrund ist, dass die Elektromobilität im ländlichen Raum vorangetrieben werden sollte, bestätigt das Ministerium auf Nachfrage. Damit schied Neubrandenburg aus. „Eine Bewerbung war wenig erfolgsversprechend, deshalb haben wir es nicht versucht“, heißt es aus dem Rathaus.

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Doch auch die Nachbarstädte und Gemeinde haben sich nicht um eine Förderung beworben. Weder die Gemeinde Neverin, noch die Städte Burg Stargard und Friedland, erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Nachfrage: „Die Vorgaben für eine Bewerbung waren sehr klar. Die Anzahl der Förderanträge deckt sich fast mit den Bewilligungen“, so die Sprecherin. Deshalb hätten viele Kommunen mit wenig Aussicht auf Erfolg erst gar keinen Antrag gestellt.

Zehn neue Ladesäulen im Landkreis Seenplatte

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sollen insgesamt zehn neue Ladestationen entstehen. Die Nächstgelegene wird in Ankershagen beim Schliemann-Museum ans Netz gehen. Der Rest wird in der Feldberger Seenlandschaft, an der Müritz, am Malchiner oder am Plauer See installiert. Der östliche Teil des Landkreises hingegen bleibt auf der Strecke.

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Laut einer aktuellen Tourismusstudie ist in MV fast jeder zweite Urlauber mit dem Fahrrad unterwegs, wobei die Anzahl der E-Bike-Fahrer ständig zunimmt. Mit den neuen Ladestationen soll der Radtourismus im Land deutlich gestärkt werden. „Für uns als Tourismusland ist es wichtig, attraktive Angebote für Einheimische und Urlauber bereitzuhalten. Dazu gehören auch E-Bike-Ladestationen in der Fläche. So haben unsere Urlauber die Möglichkeit, ausgedehnte Touren in ländlichen Regionen zu unternehmen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Energieminister Reinhard Meyer.

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