Zwischen den Ortslagen Klatzow und Rosemarsow sowie entlang der L 273 in Richtung Grapzow sollen die grünen Gewerbegebiet
Zwischen den Ortslagen Klatzow und Rosemarsow sowie entlang der L 273 in Richtung Grapzow sollen die grünen Gewerbegebiete nach jetzigem Stand ausgewiesen werden. Tim Prahle
Statt Landwirtschaft

Aber ökologisch – Kleinstadt plant neues Gewerbegebiet

In der Nähe von Altentreptow sollen neue Gebiete für Unternehmen entstehen. Die Stadt will ein spezielles Klientel anlocken, dafür müssten Landwirte weichen.
Altentreptow

Mehr Gewerbe für die Stadt Altentreptow – aber klimafreundlich. Das Ziel will die Stadt mit einem neuen Gewerbegebiet ins Auge fassen und beteiligt sich dabei an einer Initiative des Energieministeriums.

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Hohe Anforderungen für das Öko-Zertifikat

Statt fossiler Brennstoffe sollen die vor Ort vorhandenen regenerativen Energieträger weitestgehend für die Wärme- und Stromversorgung von Unternehmen genutzt werden, die wiederum selbst alternative Energiequellen wie beispielsweise Wasserstoff erzeugen – Ressourcen werden also effizient genutzt. Sind diese Anforderungen erfüllt, winkt das grüne Gütelabel, eine Art Marketinginstrument, mit dem eine Kommune für sich werben kann.

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Landwirtschaft soll weichen

„Wenn es uns gelingt, dieses Vorhaben gemeinsam umzusetzen, stehen die Chancen gut, dass sich um Altentreptow herum wieder neue Firmen ansiedeln, was nicht nur die Wirtschaft der Region belebt, sondern auch Arbeitsplätze schafft. Gleichzeitig könnten die Bürger dann endlich von den erneuerbaren Energien partizipieren“, verdeutlichte Bürgermeisterin Claudia Ellgoth die Vorteile des Projekts. Zwei Standorte seien für die grünen Gewerbegebiete vorgesehen, deren Flächen derzeit noch landwirtschaftlich genutzt werden.

Einer befindet sich entlang der L 273 in Richtung Grapzow und hat eine Gesamtgröße von 74,3 Hektar. Der andere bietet mit 83,8 Hektar etwas mehr Platz und liegt genau zwischen den Ortslagen Klatzow und Rosemarsow. In diesen Außenbereichen der Stadt sind allerdings nur sogenannte privilegierte Vorhaben zulässig, wenn öffentliche Belange dem nicht entgegenstehen und die ausreichende Erschließung gesichert ist, heißt es dazu im Baugesetzbuch. Deshalb müsse die Stadt im Vorfeld einen Bebauungsplan aufstellen, erklärte die Rathauschefin.

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Mehrheit stimmte Verweis an Bauausschuss zu

Laut ursprünglichem Beschlussvorschlag, der bei der jüngsten Stadtvertretersitzung zur Abstimmung stand, sollte sich die Politik für einen Standort entscheiden, damit die Verwaltung in einem nächsten Schritt Angebote für die Erstellung der eigentlichen Planungsunterlagen einholen kann. Während die CDU-Fraktion aufgrund der verkehrstechnisch günstigeren Anbindung und der geplanten Wohnbebauung im Grapzower Bereich eher in Richtung Klatzow tendierte, favorisierten Wählergemeinschaft und Verwaltung hingegen die andere Variante, weil es dort schon allein von der Infrastruktur her mehr Entwicklungspotenzial gebe, so die Begründung.

Thomas Kraft sah in dieser Sache allerdings noch jede Menge Diskussionsbedarf. Er beantragte daher die Vorlage von der Tagesordnung zu nehmen und an den Bauausschuss zu verweisen, um sich noch einmal intensiver damit auseinandersetzen zu können. Die Mehrheit der anwesenden Stadtvertreter schien sich bei der Standortfrage auch nicht so ganz sicher zu sein und stimmte dem Antrag zu.

Gerhard Quast war von diesem vorläufigen Ausgang jedoch alles andere als begeistert: „Das kostet jetzt wieder alles zusätzliche Zeit, dabei wollten wir dieses Projekt doch schnellstmöglich auf den Weg bringen“, monierte der Stadtvertretervorsteher.

Außerplanmäßige Sitzung der Stadtvertretung

Wie der Nordkurier am Tag nach der Stadtvertretersitzung von der Bürgermeisterin erfuhr, war die Diskussion darüber, wo das neue Gewerbegebiet entstehen soll, im Grunde genommen vollkommen unnötig. Denn in der Vorlage hatte sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Es besteht überhaupt keine Auswahlmöglichkeit zwischen den Standorten, sondern an beiden sollen in Absprache mit dem Ministerium entsprechende Gebiete ausgewiesen werden. Demnach hätte es gereicht, wenn die Stadtvertreter dafür oder dagegen gestimmt hätten. „Wir werden jetzt kurzfristig den nächsten Bauausschuss und eine außerplanmäßige Sitzung der Stadtvertretung einberufen, um eine politische Entscheidung in dieser wichtigen Angelegenheit herbeizuführen“, versicherte Gerhard Quast auf Anfrage.

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