NASIBULLAH S.

Abgeschobener Afghane aus Neubrandenburg in Sicherheit

Nasibullah S., der Anfang Juli zu Unrecht nach Afghanistan abgeschoben worden war, soll zurückgeholt werden. Das Bamf hat die dafür notwendigen Schritte eingeleitet.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Nasibullah S. wurde Anfang Juli zu Unrecht nach Afghanistan abgeschoben. 
Nasibullah S. wurde Anfang Juli zu Unrecht nach Afghanistan abgeschoben. Privat
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen vertritt Nasibullah S. als Rechtsanwältin.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen vertritt Nasibullah S. als Rechtsanwältin. Jens Büttner
Kabul/Neubrandenburg.

Der am 3. Juli zu Unrecht nach Afghanistan abgeschobene Nasibullah S. ist nach Angaben seiner Rechtsanwältin, der SPD-Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen, in seiner Heimat nicht mehr in Gefahr. S. „wird derzeit vom Auswärtigen Amt betreut und befindet sich in Sicherheit”, sagte Steffen dem Nordkurier am Donnerstag. Sie hoffe, dass „jetzt alles schnell über die Bühne geht”, so Steffen weiter. Zuletzt war der junge Mann von einem Bekannten zum anderen gezogen, weil er nach eigenen Angaben von den Taliban verfolgt wurde. Aus Sicherheitsgründen habe er auch seine Familie nicht besuchen können.

Die Rückholaktion wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) organisiert, das bereits „die für eine Rückholung notwendigen Schritte eingeleitet” habe. Dies teilte die Behörde dem Nordkurier am Donnerstag mit. Das Bundesamt wollte aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit des Nasibullah S. keine weiteren Details zu dem Vorgang nennen. Die Behörde bestätigte dem Nordkurier aber, dass es „bezüglich der Visumserteilung und Reiseorganisation sowohl mit der Verfahrensbevollmächtigten von Herrn S., dem Land Mecklenburg-Vorpommern als auch mit der deutschen Botschaft in Kabul in Kontakt” stehe.

S. wurde Anfang Juli abgeschoben, obwohl seine Klage gegen einen negativen Asylbescheid des Bamf noch nicht verhandelt wurde. Nachdem der Fall an die Öffentlichkeit gelang, räumte das Bundesamt den Fehler ein. Zu diesem Zeitpunkt war S. aber schon abgeschoben worden.

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