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Das alte „Klax“ ist Geschichte

Vor gut einer Woche rollte der Bagger an und der der Abriss des ehemaligen Bistros an der Neustrelitzer Straße begann. Inzwischen ist das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht.
Vor gut einer Woche rollte der Bagger an und der der Abriss des ehemaligen Bistros an der Neustrelitzer Straße begann. Inzwischen ist das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht.
Andreas Segeth

Es begann vor fast 100 Jahren als Autohotel und war zuletzt ein Billardcafe. Nun ist das markante Gebäude in der Neubrandenburger Südstadt verschwunden. Viele fragen sich, wie es auf der leer geräumten Fläche weitergeht.

Es hat gut zehn Monate gedauert: Ende Januar war das Klax, eine Billardkneipe in der Neustrelitzer Straße 65 leer gezogen worden. Jetzt ist das Gebäude innerhalb weniger Tage verschwunden. „Wir wollten, dass der Abriss bis Weihnachten geschafft ist“, erklärt Horst Röder von der in Hanau ansässigen Stoll-Vermögensverwaltung. Sie vertritt den Eigentümer, Unternehmer Peter M. Stoll, aus Hanau (Hessen).

Die Vorbereitungen für den Abriss habe so lange gedauert, weil unter anderem nicht klar war, welche Schadstoffe das Haus in sich trägt. Die wechselvolle Geschichte des bei vielen alteingesessenen Neubrandenburgern noch als Autohotel bekannte Haus ließ zumindest Probleme vermuten.

Neubrandenburgs Stadtchronist Horst Beyermann hat sich mit der Geschichte des Gebäudes beschäftigt und viele Fakten zusammengetragen. Ende der 20er-Jahre wurde es als Autohotel errichtet. Zum Hotel gehörten ein Café und ein Restaurant. Es gab eine Wagenpflege und eine Großtankstelle. Nach dem Krieg verschwand die Tankstelle als Reparationsleistung. Im Haus richteten sich eine Schneiderei und die Wohnungsverwaltung ein. Anfang der 50er-Jahre bewirtschaftete die HO die Gaststätte und auch die Tankstelle wurde wieder aktiviert. Im Jahr 1964 war deren Zeit aber endgültig vorbei. Nach einem Umbau 1985 betrieb die HO Gaststätten- und Arbeiterversorgung das Lokal. Nach der Wende entstand das Bistro Klax.

Probleme mit der Verkehrsführung

Wie es nun auf der fast leer geräumten Fläche weitergeht, darüber gab und gibt es viele Spekulation. So heißt es unter anderem, der nebenan angesiedelte Supermarkt wolle sich erweitern. Auch ein Getränkemarkt war schon im Gespräch. Das Interesse von Seiten des Supermarkt-Betreibers kann Horst Röder bestätigen. Es gebe aber noch keine vertragliche Vereinbarung. „Wir haben noch nicht entschieden, was aus der Fläche werden soll“, sagt er. Erst einmal nutze man das Areal für Parkplätze. „Aber wir werden die Fläche natürlich nicht ewig brach liegen lassen“, fügt er hinzu.

Anfang des kommenden Jahres will die Vermögensverwaltung den Kontakt zur Stadt aufnehmen und mit dem Stadtplanungsamt mögliche Vorstellungen besprechen. „Wir wollen die Neustrelitzer 65 und 67 zu einer attraktiven Adresse machen“, sagt Horst Röder. In die Planungen wolle man auch den Betreiber des Jumbo-Grills mit einbeziehen, um für ihn eine ansprechende Lösung zu finden.

Zurzeit müssen sich die Anwohner noch mit einer veränderten Verkehrsführung abfinden. Nicht alle akzeptieren das Einfahrt-Verboten-Schild zum Wohnhof Neustrelitzer Straße. Es kommt dann in der provisorischen Einbahnstraße zu Problemen, was wiederum die ärgert, die sich an die Vorschriften halten. Hier müsse mehr kontrolliert werden, forderte ein Leser am Nordkuriertelefon.