BOTE HAT HAUSVERBOT

Absurder Paket-Streit tobt in Friedland

Kurz vor Weihnachten brodelt es an den Haustüren. In Friedland ist jetzt ein Streit zwischen einem Paketboten und seinen Kunden aber extrem eskaliert.
Tim Prahle Tim Prahle
Solche und andere Zettel hat ein Paktebote in Friedland zurückgelassen.
Solche und andere Zettel hat ein Paktebote in Friedland zurückgelassen. Privat
Neubrandenburg.

Thomas G. (Name von der Redaktion geändert) hat – gelinde gesagt – die Faxen dicke. Seit rund einem halben Jahr haben er und die Arztpraxis in Friedland, in der er angestellt ist, nun schon Ärger mit einem einzelnen Paketboten. Erst kürzlich kam dieser trotz Hausverbot in die Praxis, um G. zu drohen. „Er wollte, dass die ständigen Beschwerden aufhören, sonst würden wir schon sehen, was wir davon haben“, sagte G. dem Nordkurier.

Nach Beschwerden eskalierte Situation

Begonnen hatte der Streit banal: „Er hatte wiederholt Pakete für Privatbestellungen hier abgeladen und Lieferungen, die für die Praxis waren, woanders abgegeben“, sagt G. Darauf folgte eine erste Beschwerde beim Arbeitgeber, einem Subunternehmer des Hermespaketversandes. In der Folge, so beschreibt es G., seien zunächst gar keine Pakete mehr in der Praxis angekommen. Es folgten weitere Beschwerden.

Irgendwann eskalierte die Situation. Der Bote brachte die Pakete, allerdings wegen des Rückstaus in doppelter und dreifacher Ausführung. „Wir haben die Annahme in Teilen verweigert“, sagt G. Doch ihr Gegenüber habe alle Pakete gelassen, wo sie waren und sich auch sonst unmöglich benommen. „All das vor den Patienten!“, betont G.

Hausverbot erteilt

Der ungeliebte Paketbote bekam Hausverbot. Hier wird die Sache allerdings unweigerlich kompliziert: Denn die nächste Bestellung stellte der Gescholtene erneut nicht zu. Begründung: Hausverbot. Thomas G. kann nicht verstehen, wieso alle Beschwerden immer wieder ins Leere liefen. „Eigentlich dürfte er die Route gar nicht mehr fahren, wenn sein Arbeitgeber weiß, dass er irgendwo Hausverbot hat.“

Mit anderen Paketboten haben G. und seine Kollegen übrigens keine Sorgen, sagt er. Doch in einigen Fällen habe man keine Wahl, mit Hermes liefern zu lassen. Dessen ausführender Subunternehmer möchte offiziell nicht Stellung beziehen, bevor nicht der Kundenkontakt gesucht wurde. „Die Sache soll nicht weiter eskalieren“, heißt es da.

Vor Weihnachten viele Konflikte

Es dürfte nicht der letzte Streit dieser Art in der Vorweihnachtszeit gewesen sein. „Es geht bereits los“, weiß auch Aileen Rohde, juristische Beraterin der Verbraucherzentrale Neubrandenburg. Gerade vor Weihnachten haben Paketboten noch einmal mehr zu tun, um alle Wünsche und Geschenkideen ansatzweise rechtzeitig abzuliefern. Aus dieser fast schon natürlichen Überforderung entstehen Fehler.

Die Verbraucherschützer haben mit der Seite www.post-aerger.de bereits vor längerer Zeit ein eigenes Portal für unzufriedene Kunden eingerichtet. Der Praxis hilft das als gewerblicher Anbieter zwar nicht, doch laut Thomas G. habe sich der Ärger mit „seinem“ Paketboten längst ausgeweitet. Einer Bekannten schrieb der Zusteller nur „Willst du mich verarschen?“ auf das Benachrichtigungskärtchen. Warum, das bleibt wie so vieles an dem geschilderten Verhalten rätselhaft.

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Kommentare (11)

Man muss beide Seiten hören.
Auf jeden Fall ist der Job eines Zustellers egal ob Zeitungs ,Brief oder Paketdienst nicht leicht.
Die Hermes Boten , die bei uns kommen sind immer freundlich,es gab noch nie Ärger. Wie man in den Wald reinruft so schallts heraus.

Prinzipiell sind die Hermesboten die schlimmsten in der Paketbranche. Ohne Rücksicht wird einfach geklingelt, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, egal ob man sich als alter Mensch hingelegt hat oder nicht. Habe schon des öfteren dem Boten mitgeteilt das ich nicht berechtigt bin für andere Bürger Postsendungen entgegenzunehmen, aber das interessiert sie nicht. Deshalb öffne ich nicht mehr, wenn solche Fahrzeuge vor dem Haus stehen und ich keine Ware erwarte. Auch hatte ich von solchen bösen Boten dann Zettel im Briefkasten. Man muss doch eins mal voranstellen: wenn ich als Bürger heute etwas online bestelle, bekomme ich zu einem hohen Prozentsatz auch mitgeteilt, wann die Sendung vor der Tür steht. Das juckt dei junge generation aber wenig, es sind ja genug dumme Alte in den unteren Etagen, die die Sendungen annehmen können. Aber einmal zu sagen: Ich erwarte eine Sendung, würden sie so freundlich sein sie für mich anzunehmen..... Fehlanzeige! Und wenn man sie annnimmmt, wird nach 22 Uhr geklingelt um die Rießendinger abzuholen. Deshalb ist mein Vorsatz keine Annahme mehr für andere ohne Berechtigung. Die Nichtannahmepakete sollten dann vom Boten in der Zentralen Ausgabestelle deponiert werden, wo sie vom Besteller abzuholen sind. Als mündiger Bürger verweigere ich die Annahme, auch wenn es auch nicht im Sinne der bürgerlichen Nähe ist, aber die ist schon gleich nach der Wende im Nirrwara verschwunden. Meine Wohnung soll kein Außendepot für Hermes und DPD werden! Also Boten jeglicher Art, wenn jemand nicht zu Hause ist nehmt die Sendung wieder mit ins Zentrallager, damit erweist ihr vielen Bürgern einen großen Dienst und ihr bleibt sauber....

Man kann sicher so verfahren wie Sie dies hier vorschlagen. Jedoch denke ich, ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv. Möglicherweise sind Sie noch einmal dankbar wenn ein jüngerer Mensch Ihnen einmal behilflich sein kann und dies auch tut. Ich wohne selbst in einem Mehrfamilienhaus mit älteren Mietern zusammen. Bei uns nimmt fast jeder für jeden mal ein Paket an und jeder besitzt soviel Anstand nicht noch nach 20:00 Uhr beim Nachbarn zu nerven. Die älteren tun nach ihren Möglichkeiten den jüngeren einen Gefallen, sowie auch umgekehrt. (Übernahme der Treppenreinigung o.ä.) Und so wenig Respekt (Zitat:"dumme Alte in den unteren Etagen")wie Sie glauben hat die jüngere Generation meist nicht . Wenn Sie mit Ihren Mitbewohnern jedoch ähnlich rumpoltern wie Sie es hier niedergeschrieben haben, wundert mich allerdings nichts mehr.

So wie sie es schildern ist es auch die Normalität. Hier im Hause poltern die Jungen nur die Treppe rauf und runter, Treppenreinigung wird verweigert, weil man ja berufstätig ist...Keiner legt sich mit denen an und bittet um Ordnung weil auch überall Kaugummireste und Zigarettenkippen über den Balkon gewofen werden und und und....Wir wären glücklich über normale pflichtbewusste Mitmieter und ich hole auch mein Weihnachtspaket im Paketshop ab.

als guter Nachbar Pakete anzunehmen. Ich nehme doch an, dass Sie volljährig sind. Wie kommen Sie bloß darauf, dass Sie es nicht dürften?! So ein Käse.

Gut dann werde ich Pakete annehmen und mit Max Mustermann unterschreiben und sie anchließend im Müllcontainer entsorgen. Mal sehen wer sich beschwert...

Ich muß da jetzt mal was klar stellen, was bestimmt über 90% der Hermes-Paketkunden nicht wissen (die vor allem zum Kommentar von NETTO76);
Ich war selbst deutlich über 10 Jahre für einen Hermes-Subunternehmer tätig und habe dabei so einiges erlebt und gelernt.
Im Einzelnen:
1. Die Fahrer des Subunternehmers sind fast alle selber Subunternehmer, also Sub-Sub.
2. bezahlt wird nach an den Besteller oder direktem Nachbarn ABGEGEBENEN Stück, d.h. keine Abgabe = kein Geld, das gilt auch Hr. NETTO76, wenn der Fahrer es statt dessen im Paketshop abgibt (= kein Geld, denn in diesem Fall bekommt dann der Paketshop-Betreiber das Geld, weil jener ja das Paket dann an den Endkunden abgibt).
3. braucht man zur Nachbarschaftsannahme keine Vollmacht oder ähnliches, dies zählt juristisch als Nachbarschaftshilfe und Menschenfreundlichkeit.
4. wenn ich als Fahrer von dem Hausbesitzer (auch bei Mehrfamilienhäusern oder -blöcken) oder Wohnungsbesitzern Hausverbot erteilt bekomme halte ich mich auch daran, im Falle von Blöcken zählt es dann für das gesamte Haus, falls der Blockeigentümer das Verbot erteilt hat, mit der Folge, daß alle Pakete als "Annahme verweigert" zurückgehen. (Ich mache mich als Dienstleister doch nicht strafbar, das habe ich ja schließlich auszubaden.
5. prinzipiell ist es mir als Fahrer völlig egal, ob der Endkunde sein Paket bekommt oder nicht, solche Pakete werden sofort beim morgendlichen sortieren rausgefischt, damit sie mir als Fahrer nicht meinen Schnitt kaputt machen.
6. Ja, die Fahrer werden auch nach der Rücklaufquote und Paketshopabgabequote beurteilt und wenn die Quote zu hoch ist gibt es ne kleinere Tour mit wenigen Paketen und zusätzlich wird der Preis pro Paket gesenkt (ergo doppelter Verlust, ganz zu schweigen davon, daß Pakete die vom Kunden unterschlagen werden, weil er die Unterschrift anzweifelt, der Fahrer zahlen muss.
Ich hoffe hiermit mal ein bisschen Klarheit geschaffen zu haben.
Ich persönlich hatte auf meiner Tour durchschnittlich 300 Pakete, es wurde ein Schnitt von mindestens 25 Paketen/Stunde erwartet und eine Rücklaufquote von deutlich unter 1% ...

Ich bin nicht für die abnormalen Arbeitsbedingungen bei Hermes oder anderen Paketdienstleistern zuständig! Wenn sie nur klagen wie schwer sie es haben, ändern sie nix an dem Ausbeutungssystem. Das was ich als Paket erhalte kann ich gern aus dem Paketshop abholen, nur lasse ich mich nicht von uneinsichtigen Boten mißbrauchen!!!!! Wo bleibt der Datenschutz wenn ich für andere was annehme und auch die Garantie einer Beschädigung? Das lehnt ja jede normale Haftpflichtversicherung ab. Ich hoffe sie haben jetzt einen Job, wo andere jetzt nicht ihre eigentliche Arbeit abnehmen. Jedenfalls sollte man schon sich informieren bevor man bei solch einem Unternehmen als dummer am ende der Stange anfängt. Nur die ganz oben verdienen in diesem System der Scheinselbständigen.

Die Leute wollen alle billig und so bequem wie möglich ihren Konsum Rausch befriedigt sehen. Das Internet macht es möglich. Doch dafür haben die privaten Postdienstleister die ganze Laufarbeit vor sich. Im Gegenzug sterben ganze Innenstädte samt den Läden aus. Das ist die Kehrseite der Medaille. Wenn der Kunde nicht zu Hause ist, oder dem Paket-Boten ein Hausverbot erteilt, dann muss er eben zum Paket-Shop bzw. zum Postamt gehen, um seine Ware abzuholen.

Die Paketdienstleister müssten viel stärker in vernünftig bedienbare Abholautomaten investieren. Dann könnten berufstätige Menschen ihre Pakete nach Feierabend abholen, und alle anderen hätten ihre Ruhe. Permanent Nachbarn als gratis Außenlager zu verdingen ist eine unmöglich Strategie um die Lieferkosten zu senken. Vielleicht bildet sich ja mal eine Kampagne, die dann entsprechende Aufkleber für Briefkästen entwirft. "Ich nehme leider nichts an" oder so. In Zürich habe ich Mehrfamilienhäuser mit eigenen Paketbriefkästen gesehen. Bis es sowas in Friedland und Umgebung gibt, werden sich die Leute wohl noch ein Weilchen gedulden müssen ^^

Ist Hermes der Lieferant bestelle ich grundsätzlich bei einer anderen Firma, die nicht Hermes als Lieferant hat. Da ist mir der eventuell höhere Einkaufsspreis kein Hindernis. Letztendlich muss man dieses feudale Lieferunternehmen nicht unterstützen. So wie der Lieferservice, so auch die Bearbeitung von Beschwerden (Brief- und Faxeingang ungelesen automatisch direkt in Reisswolf, Mailadresse als ungelesene Spamadresse).