Noch bis 18 Uhr sind die Abstimmungslokale geöffnet.
Noch bis 18 Uhr sind die Abstimmungslokale geöffnet. Tim Prahle
Insgesamt 1310 sind zur Teilnahme am Bürgerentscheid aufgerufen.
Insgesamt 1310 sind zur Teilnahme am Bürgerentscheid aufgerufen. Tim Prahle
Im Gemeindezentrum Wulkenzin gaben bis 14 Uhr 127 Einwohner ihre Stimme ab.
Im Gemeindezentrum Wulkenzin gaben bis 14 Uhr 127 Einwohner ihre Stimme ab. Tim Prahle
Bei der Abstimmung geht es um die Zukunft des ehrenamtlichen Bürgermeisters Sven Blank (parteilos).
Bei der Abstimmung geht es um die Zukunft des ehrenamtlichen Bürgermeisters Sven Blank (parteilos). Tim Prahle
Bürgerentscheid

Abwahl des Wulkenziner Bürgermeisters? Beteiligung bereits bei 36 Prozent

Diesen Sonntag entscheiden die Einwohner Wulkenzins über die Zukunft Sven Blanks. Der Abwahl stehen vor allem zwei Hürden im Weg, eine ist bereits genommen.
Wulkenzin

Mehr als ein Drittel der Wulkenziner Einwohner haben sich am Sonntag beim Bürgerntscheid beteiligt. 36 Prozent seien bereits in Neuendorf und Wulkenzin bis 14 Uhr zur Abstimmung gegangen oder haben ihre Briefwahlunterlagen bereits zurückgegeben, sagte Gemeindewahlleiter Nils Alexander vom Amt Neverin auf Nordkurier-Anfrage. Konkret liegen er Wahlleitung bereits 131 Stimmen via Briefwahl vor, in Wulkenzin stimmten 127, in Neuendorf 214 der insgesamt 1310 Wahlberechtigten ab.

+++Der neue Stadtpräsident von Neubrandenburg ist ein Linker+++

Damit ist eine wichtige Hürde bereits genommen. Denn damit der Bürgerentscheid aus Sicht der Initiatoren Erfolg hat, Wulkenzins Bürgermeister Sven Blank (parteilos) also abgewählt wird, müssen mindestens ein Drittel der Wahlberechtigten auch abstimmen. Die zweite Voraussetzung: eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln, die für eine Abwahl des Bürgermeisters stimmen. So schreibt es die Kommunalverfassung des Landes vor. Keine Sorgen hatte das Amt beim Suchen nach ehrenamtlichen Abstimmunsgvorständen, zwölf wurden insgesamt benötigt, weit mehr hatte ich sogar gemeldet.

In den vergangenen Wochen tobte in den Gemeinden ein Kampf um Deutungshoheit

Neun der zu diesem Zeitpunkt noch 13-köpfigen Wulkenziner Gemeindevertretung hatten im April den Entscheid beschlossen. Sie werfen Blank unter anderem eine zu große Nähe zu der den Reichsbürgern zugeordneten „Penzliner Runde”, aber auch Verleumdung und andere Verfehlungen vor. In den vergangenen Wochen tobte in der Gemeinde mit seinen Dörfern Wulkenzin, Neuendorf und Neu Rhäse ein unschöner Kampf um die Deutungshoheit mit vielen gegenseitigen Vorwürfen. „Man merkt, dass die Gemeinde gespalten ist”, sagte Udo Walloschke, der am späten Vormittag das Abstimmungslokal in Wulkenzin aufsuchte. Seit 32 Jahren wohne er im Ort, Probleme mit dem Bürgermeister habe es nie gegeben, sagte er, ohne zu verraten, wie er abstimmen wird. Mit dem ganzen „Klamauk” der vergangenen Wochen könne er nur wenig anfangen, sagt er. Und er habe auch ein wenig das Gefühl, dass dieser Entscheid auch ein wenig eine Wahl zwischen den beiden großen Dörfern sei.

In Neuendorf war nur wenig Kritik an den Bürgermeister zu vernehmen

Neuendorf, direkt an der Grenze zu Neubrandenburg gelegen, war in den vergangenen Jahren stark gewachsen, neue Baugebiete wurden erschlossen, viele Einfamilienhäuser waren dazugekommen. Ein Großteil der Bürgermeister-Gegner wohne da. Gemessen an den Wahlberechtigten ist es fast doppelt so groß, wie Wulkenzin. Dort wiederum war im Vorfeld vonseiten der Einwohner nur wenig Kritik am Bürgermeister zu vernehmen, es waren eher die Gemeindevertreter, auf die sich der Unmut konzentrierte. Bis 18 Uhr haben die beiden Abstimmungslokale im Gemeindezentrum Wulkenzin und dem Dorfkrug „Waldeslust” in Neuendorf geöffnet.

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