Sven Blank ist seit 2008 gewählter Bürgeremeister der Gemeinde westlich von Neubandenburg.
Sven Blank ist seit 2008 gewählter Bürgeremeister der Gemeinde westlich von Neubandenburg. Tim Pahle
Insgesamt 628 der 1310 Abstimmungeberechtigten nahmen am Bürgerentscheid in Wulkenzin teil.
Insgesamt 628 der 1310 Abstimmungeberechtigten nahmen am Bürgerentscheid in Wulkenzin teil. Tim Prahle
Bügerentscheid

Abwahl gescheitert – Reichsbürger-Vorwürfe gegen Bürgermeister

Die Gemeinde Wulkenzin muss sich keinen neuen Bürgermeister suchen. Bei einem Bürgerentscheid am Sonntag stimmten 51,6 Prozent gegen die Abwahl von Sven Blank.
Wulkenzin

Der Abwahl-Versuch gegen den Wulkenziner Bürgermeister Sven Blank (parteilos) ist aus Sicht der Initiatoren gescheitert. Nach vorläufigem Ergebnis stimmten 51,6 Prozent der Wulkenziner beim Bürgerentscheid am Sonntag gegen eine Abwahl des langjährigen Bürgermeisters.

Aus dem Archiv: Reichsbürger-Vorwürfe in Wulkenzin – So kam es zum Bürgerentscheid

Vorwurf: Kontakte zu Reichsbürgern

Die Gemeindevertretung hatte dem Gemeindechef mehrheitlich vorgeworfen, eine zu große Nähe zu der Penzliner Runde zu pflegen. Diese werden vom Landesverfassungsschutz den Reichsbürgern zugeordnet, treffen sich seit Monaten wöchentlich im Wulkenziner Gemeindezentrum. Der Umgang mit der Runde hatte zum Streit zwischen dem Bürgermeister und einigen Gemeindevertreten geführt. Neun der damals 13 Gemeindevertreter entschieden sich in einem sogenannten Vertreterbegehren mehrheitlich für den Bürgerentscheid.

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Abwahl überstanden, nun folgt Disziplinarverfahren

Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag laut Wahlleitung bei 48,7 Prozent. Für Sven Blank war das Ergebnis eine Erleichterung. Zwei Drittel hätten für eine Abwahl stimmen müssen, damit der Entscheid Erfolg gehabt hätte. „Wäre es ein deutliches Ergebnis gegen mich gewesen, hätte ich trotzdem über einen Rücktritt nachgedacht”, sagte Blank am Wahlabend. Diese Gedanken seien nun weggewischt. Am Donnerstag gehe es erst einmal ein paar Wochen in den Urlaub. Er hoffe, dass sich die Lage danach wieder beruhigt hat. „Aber ich glaube es nicht. Denn die Probleme sind noch nicht aus der Welt geschaffen”, sagte Blank, gegen den die Gemeindevertretung diese Woche noch ein Disziplinarverfahren eröffnet hat.

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Verbindungen zu möglichen Reichsbürgern

Im Ortsteil Neuendorf war das Votum für den Bürgermeister sogar noch etwas stärker als in Wulkenzin, wo aber auch die Briefstimmen aus der gesamten Gemeinde ausgezählt wurden.

Entgegen vorheriger Befürchtungen von Verwaltungsseite blieb im Wahllokal auch bei der Auszählung alles ruhig. Die Penzliner Runde hatte angekündigt, dem Bürgermeister „beistehen” zu wollen.

Vor drei Jahren noch deutlich besseres Ergebnis

Sven Blank hatte dem Wahlausgang bereits im Vorfeld gelassen entgegen gesehen. „Wenn ich abgewählt werden sollte, habe ich mehr Zeit für meine Firma und meine Familie”, sagte er. Die Menschen, die ihn vorher auf der Straße grüßten, werden das künftig weiterhin tun und umgekehrt genau so.

Seit 2008 ist Blank ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Wulkenzin. Eineinhalb Jahre vor seiner ersten Wahl hatte er das Amt bereits kommissarisch übernommen. 2019 wurde als einziger Kandidat von 74 Prozent der Wähler bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 68,15 Prozent.

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