25. KITA-GEBURTSTAG

Diese guten Seelen sind ihrer Kita seit 25 Jahren treu

Die evangelische Kindertagesstätte „Benjamin“ feiert 25-jähriges Jubiläum. Acht Frauen sind von Anfang an dabei. Zwei von ihnen können sich gut an die Anfänge erinnern – eine Zeit, in der noch Einiges am Sozialismus hing.
Paulina Jasmer Paulina Jasmer
Marina Giermann (v.l.), Sylvia Rudloff, Ines Möller, Kerstin Mumm, Hildburg Bieschke, Carola Stender, Maren Teich und Daniela Hempel-Finkeisen (nicht im Bild) halten der Kita Benjamin seit 25 Jahren die Treue – schon so lange, wie es die evangelische Einrichtung in Friedland gibt. 
Marina Giermann (v.l.), Sylvia Rudloff, Ines Möller, Kerstin Mumm, Hildburg Bieschke, Carola Stender, Maren Teich und Daniela Hempel-Finkeisen (nicht im Bild) halten der Kita Benjamin seit 25 Jahren die Treue – schon so lange, wie es die evangelische Einrichtung in Friedland gibt. Paulina Jasmer
Friedland.

Eigentlich hätte der Berufsweg ein ganz anderer werden können, denn Marina Giermann hatte zu DDR-Zeiten längst den Ausbildungsplatz zur Sekretärin in der Tasche. Doch Marina Giermann hatte einen anderen Traum: Mit den Kleinsten der Gesellschaft wollte sie arbeiten.

Da machte für sie nur Krippenerzieherin Sinn, der einzig wahre Beruf, den sie sich damals wie heute vorstellen konnte. Seit 25 Jahren ist sie in ein- und derselben Einrichtung, der evangelischen Kita „Benjamin“ in Friedland. Sieben weitere Damen feiern wie sie die Silberhochzeit der Einrichtung. Im Rahmen des Jubiläums wird es nächsten Freitag im Übrigen ein Zirkusprojekt am Hagedorn geben, zu dem Eltern, Geschwister und Großeltern willkommen sind.

Kita ist wie ein zweites Zuhause geworden

Die heute 61-jährige Marina Giermann, die in Salow zu Hause ist, lacht. „Ich hatte schon immer einen Draht zu Kindern“, berichtet sie. „Zu den ganz Kleinen am besten“, fügt sie hinzu. Damals habe sie zu einem Test gemusst. Vierzig potenzielle Anwärter auf die Lehrstelle zum Krippenerzieher habe es gegeben und Marina Giermann war es, die die Stelle ergattern konnte. Gelernt hat sie in Neubrandenburg, war 1973 fertig und arbeitete auch erst in Neubrandenburg. Dann folgte die Anstellung in der Einrichtung in Salow, wo sie Krippenleiterin – nach der Wende wurden Krippe und Kindergarten zusammengelegt –, später Kitaleiterin wurde. Diese Führungsposition war „eine Riesenherausforderung für mich“, denkt sie zurück. Schließlich sei sie damals mitunter jünger als die Kollegen gewesen, denen sie nun vorgesetzt war.

Als es dann aber 1993 hieß, dass es eine evangelische Einrichtung in Friedland geben werde, habe sie darin eine neue Herausforderung gesehen, zumal ihr der kirchliche Hintergrund zusagte. „Ich bin selbst konfirmiert. Ich schätze es, wenn kirchliche Werte vermittelt werden“, sagte sie. Als Leiterin hatte sie sich damals beworben und wurde als stellvertretende Leiterin eingestellt. „Wenn man die Kinder heranwachsen siegt, ist das schon was!“, schwärmt sie. Ihre Kollegin Maren Teich pflichtet ihr bei. Vor allem die größeren Kinder haben es der 52-Jährigen angetan. Als Unterstufenlehrerin wohl kein Wunder. Die Kita ist für Maren Teich, die in Putzar wohnt, wie ein zweites Zuhauses. „Wenn die Kinder abends gar nicht nach Hause wollen, ist das ein schönes Gefühl“, sagt sie.

Von 1983 bis 1987 hat sie in Templin gelernt. Für sie habe festgestanden, dass es ein Lehrberuf werden sollte. „Ich hatte in der Schule tolle Lehrer“, sieht sie auch darin einen Grund, warum auch sie in diese Branche drängte. „Und ich schreibe auch sehr gern“, sagt Maren Teich, die es mag, anderen etwas beizubringen. Nach der Wende hatte sie ein sozialpädagogisches Studium begonnen. Natürlich sei sie auch für jüngere Kinder da, aber mit den älteren mache es ihr besonders viel Spaß. Bis einschließlich der vierten Klasse besuchen Kinder den Hort.

24 Jahre lang war sie als Horterzieherin tätig. Seit etwa einem Jahr kümmert sich Maren Teich um die sogenannte DESK-Förderung, die Dortmunder Entwicklungsstudie Screening im Kindergarten. Darin geht es in groben Zügen um Kindergartenkinder, was beispielsweise ihre Feinmotorik oder ihr Sozialverhalten betrifft. Sollte es Defizite geben, kümmert sich Maren Teich um die Kinder und fördert sie gezielt.

Dass eine evangelische Kita in Friedland einmal eine Erfolgsgeschichte schreiben würde, war Anfang der 90er-Jahre nicht abzusehen. Im August 1993 hatte die Kita einst mit 67 Kindern und zehn Erziehern begonnen. Dabei hatte es 144 Plätze gegeben. Zu einer ersten Informationsveranstaltung im Wintergarten des Volkshauses waren nicht die Menschenmassen gekommen. Es war damals ein neuer Sghritt. „Wir sind ziemlich belächelt worden“, so Marina Giermann. Doch letztlich zahlten sich der lange Atem und auch das Konzept aus: Seit etwa 20 Jahren ist die Kita „Benjamin“ auch eine integrative Kita. Heute sind es 151 Kinder und 18 Erzieher – und es gibt eine Warteliste.

zur Homepage