ANGRIFF AUF ERITREER

Acht Monate Haft für Friedländer

Ein 31-jähriger Friedländer ist vom Neubrandenburger Amtsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Dass er einen Eritreer geschlagen hatte, gab er bereits zu.
Tobias Holtz Tobias Holtz
Der 31-Jährige muss für acht Monate ins Gefängnis.
Der 31-Jährige muss für acht Monate ins Gefängnis. Nordkurier
Neubrandenburg.

Der 31-jährige Friedländer, der vorm Neubrandenburger Amtsgericht wegen einer Gewaltattacke auf zwei junge Eritreer angeklagt gewesen war, muss für acht Monate ins Gefängnis. Die Strafe kann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden, da der Mann bereits mehrfach vorbestraft ist und keinerlei Reue gezeigt habe, so der Richter. Zusätzlich, so der Beschluss des Gerichts, muss der Mann aus Friedland 500 Euro Schmerzensgeld an den geschädigten Eritreer zahlen.

In ihrem Pladöyer hatte die Staatsanwalt beantragt, den 31-Jährigen Angeklagten wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung zu einer 10-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung zu verurteilen. Man könne davon ausgehen, dass die Tat rassistisch motiviert gewesen sei, so die Staatsanwältin. Die Verteidigung des Beschuldigten Friedländers zweifelte dies allerdings an, da sich die Aussagen des Opfer aus Eritrea während des Verfahrens mit denen bei der Polizei widersprochen hätten. Der Verteidiger forderte daher ein mildereres Urteil.

Intellektuelle Behinderung eines Angeklagten

Am Amtsgericht Neubrandenburg war der Prozess um eine Gewaltattacke auf zwei junge Eritreer in Friedland im April 2018 am Dienstagvormittag fortgesetzt worden. Angeklagt waren ursprünglich zwei Männer. Das Verfahren gegen den 22-Jährigen Angeklagten wurde dabei vom Gericht aber vorübergehend ausgesetzt. Grund für diese Entscheidung ist ein medizinisches Gutachten vom Juli 2015, in dem von einer intellektuellen Behinderung des Beschuldigten die Rede ist. Der junge Mann hatte zum damaligen Zeitpunkt der Untersuchung einen IQ von 64. Da er regelmäßig Alkohol konsumiert, liege laut der vorsitzenden Richterin die Vermutung nahe, dass der IQ in der Zwischenzeit weiter gesunken sein könnte. Bei einem Intelligenzquotient von 63 wäre er nämlich nicht mehr schuldfähig. Nun soll erneut ein forensisch psychiatrisches Gutachten eingeholt werden.

Der ältere der beiden Angeklagten hatte bereits in der vergangenen Woche gestanden, dass er zusammen mit seinem Kumpanen den Asylbewerbern erst hinterhergelaufen sei und dann einen von ihnen mehrfach mit der Faust auf den Kopf geschlagen habe. Als Motiv für seine Attacke gab er an, von dem Afrikaner vorher provoziert worden zu sein, da dieser ihm den Mittelfinger gezeigt habe. Das Opfer gab vor Gericht jedoch an, niemanden mit Worten oder durch Gesten beleidigt zu haben.

 

 

 

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