Maher als 50 Feuerwehrleute waren in Friedland im Einsatz. Felix Gadewolz
Die Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar Felix Gadewolz
Feuer

▶ Acht verletzte Kinder nach Brand in der Flüchtlingsunterkunft Friedland

In Friedland brennt eine Unterkunft für Flüchtlinge, die Wohnungen sind unbewohnbar. Die Feuerwehr musste die Bewohner mit der Drehleiter retten.
Friedland

Am Montagmorgen gegen 22 Uhr kam die Meldung: es brennt in einer Wohnung in der kommunalen Gemeinschaftsunterkunft in Friedland. Als die Polizei eintraf, waren die Löscharbeiten durch die 58 Feuerwehrleute der umliegenden Wehren aus Friedland, Kotelow, Genzkow, Eichhorst und Sadelkow in vollem Gange, berichtet die Polizei in einer Mitteilung.

 

Der Einsatzleiter der Friedländer Freiwilligen Feuerwehr, Stephan Drews, sprach von insgesamt 15 Personen, die von den Kameraden in Sicherheit gebracht worden seien. Acht Kinder und ein Erwachsender seien über die Drehleiter gerettet worden, sechs weitere Personen seien mit sogenannten Fluchthauben über den verrauchten Treppenaufgang ins Freie geholt worden. Acht Kinder und drei Erwachsene hätten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden müssen.

Nach dem Eintreffen am Brandort haben die Kameraden nach den Worten des Einsatzleiters zwei Angriffe gefahren, einen über das Treppenhaus, einen über die Drehleiter. "Es war dunkel und unübersichtlich." Der Kamerad oben auf der Drehleiter habe "selbstlos" in den Qualm gegriffen und die Kinder heruntergebracht. Der Einsatzleiter zollte den eingesetzten Freiwilligen Feuerwehrleuten seinen Respekt, "die waren so schnell, ich ziehe vor jedem Einzelnen den Hut": "Für mich sind das Superhelden."

Während die Löscharbeiten weiter andauerten, wurden alle evakuierten Bewohner durch 26 Rettungskräfte medizinisch versorgt und danach in das Ausbildungsförderungszentrum Friedland gebracht.

Anzeige wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen

Drews, der auch stellvertretender Kreiswehrführer ist, sprach von seinem sehr kritischen Einsatz. "Das hätte auch schiefgehen können." Das Feuer sei in einer Wohnung im dritten Obergeschoss des Gebäudes in der Jahnstraße ausgebrochen. Weil das Treppenhaus stark verraucht gewesen sei, hätten sich die Bewohner nicht selbst in Sicherheit bringen können. In dem Stockwerk oberhalb der Brandwohnung hätten auf beiden Seiten des Gebäudes Menschen um Hilfe gerufen. Aufgrund der Sprachbarrieren sei die Verständigung schwierig gewesen. "Viele der Kinder waren ohne Schuhe und haben nur geschrien."

Wegen der starken Rauchentwicklung wurden drei Erwachsene und acht Kinder verletzt. Davon haben laut Polizei zwei Kinder und eine Erwachsene die afghanische Staatsangehörigkeit, sechs Kinder und ein Erwachsener sind in Lybien geboren, aber zur Zeit staatenlos und ein Erwachsener hat die syrische Staatsangehörigkeit. Der Syrer konnte vor Ort durch die Rettungskräfte entlassen werden, während die anderen Verletzten mit Atembeschwerden und dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus verbracht wurden.

Aktualisierung: Technische Ursache vorerst ausgeschlossen

Nach einer Untersuchung zur Brandursache teilte die Polizei am Nachmittag mit, dass nach derzeitigem Stand ein technische Ursache ausgeschlossen werden könne. Es werde weiter wegen fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. (Aktualisierung um 14.30 Uhr, die Redaktion)

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Die acht Wohnungen sind aufgrund der Brandfolgen und des Löschwassers vorerst nicht bewohnbar. Eine Wohnung wurde komplett zerstört. Der Schaden beläuft sich nach derzeitigem Stand auf ca. 50.000 Euro.

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