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Ärger der Bahnfahrer hält sich in Grenzen

Maren Schornsheim aus Neubrandenburg kann trotz Schienenersatzverkehr lachen.
Maren Schornsheim aus Neubrandenburg kann trotz Schienenersatzverkehr lachen.
Gesine Prägert

Viele Fahrgäste sind von den Bauarbeiten der Deutschen Bahn überrascht worden. Und mussten erheblich längere Fahrzeiten hinnehmen. Aber die meisten nehmen es gelassen.

"Ach, der Schienenersatzverkehr hat gar nichts mit den Sturmschäden zu tun?" Ilona Henning und ihr Mann sind sichtlich überrascht. Die Neubrandenburger waren fest davon ausgegangen, dass Orkantief "Christian" für den Ausfall der Züge zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz sowie Pasewalk und Neubrandenburg gesorgt hat. Doch Fehlanzeige! Die Bahn tauscht die Weichen im Bereich des Bahnhofs Neubrandenburg aus. Die Fahrgäste wurden jedoch nur kurzfristig informiert. Auch Ilona Henning erfuhr erst auf dem Bahnhof vom Schienenersatzverkehr. 

Mit ihrem Mann hat die Neubrandenburgerin einen riesigen Ritt vor sich, nach Freiburg soll es noch gehen. Doch bevor sie dort ankommen, geht es mit dem Bus erst einmal nach Neustrelitz. Eine Stunde und zehn Minuten und damit mehr als doppelt so lange wie normalerweise. Doch Glück gehabt: "Unseren Anschlusszug in Berlin sollten wir aber schaffen." Für den ganzen Stress hat sie nur ein Schulterzucken übrig.

Gelassen nimmt auch Maren Schornsheim die Nachricht über die deutlich längere Fahrzeit auf. "Ich plane immer einen zeitlichen Puffer ein. Trotzdem muss ich mal sehen, ob ich meinen Termin halten kann", sagt die Yoga-Lehrerin, die ebenfalls über Neustrelitz nach Berlin will. Sie habe selbst mal bei der Ola gearbeitet, Verspätungen seien ihr deshalb nicht unbekannt. Auch sie vermutete eigentlich Sturmschäden als Ursache für den Schienenersatzverkehr.

Weniger folgenlos bleibt die Bahnfahrt für Dörte Lüdemann aus Güstrow. Sie arbeitet als Lehrerin in Torgelow und ist von den Bauarbeiten zwischen Neubrandenburg und Pasewalk betroffen. "Durch den Schienersatzverkehr komme ich anderthalb Stunden zu spät." Statt durchzufahren, muss sie an diesem Tag dreimal umsteigen. Von der Bahn in den Bus, zurück in die Bahn und in Pasewalk nochmal in den Bus. "Darüber ärgere ich mich sehr, aber auch darüber, dass ich mich nicht vorher informiert habe."