Die Organisation rund um das Matthias-Reim-Konzert in Neubradenburg sorgte für Misstöne.
Die Organisation rund um das Matthias-Reim-Konzert in Neubradenburg sorgte für Misstöne. Stefanie Peters
Ist das Jahnsportforum für Großveranstaltungen generell nicht gewappnet?
Ist das Jahnsportforum für Großveranstaltungen generell nicht gewappnet? NK-Archiv
Jahnsportforum Neubrandenburg

Ärger um Chaos bei Konzert von Matthias Reim

Überfüllte Garderobe, lange Schlangen vor Getränkeständen und Toiletten. Nach dem jüngsten Konzert von Matthias Reim in Neubrandenburg gingen Besucher mit den Organisatoren hart ins Gericht. Der Veranstalter gibt sich einsichtig.
Neubrandenburg

Gegen den Künstler wollte sie nichts gesagt wissen. „Keine Frage, das Konzert war gut“, sagt die Neubrandenburgerin Gesine Grüner am Leser-Telefon des Nordkurier. Mit Tausenden anderen Fans war sie zum Abschluss des vergangenen Jahres beim Schlagerstar Matthias Reim in Neubrandenburg. Mit seiner markanten Reibeisenstimme lockte der 62-Jährige Fans aus der gesamten Region in die Vier-Tore-Stadt. Anscheinend zu viele. Gesine Grüner berichtet von teils chaotischen Zuständen im Vorraum des Jahnsportforums.

Um 19 Uhr, eine Stunde vor Konzertbeginn, habe der Einlass begonnen. „Wir waren um 19.30 Uhr da und konnten nicht einmal mehr unsere Jacken an der Garderobe abgeben“, sagt Gesine Grüner. „Die Garderoben waren einfach schon voll“, sagt sie. So etwas sei ihr noch nicht vorgekommen – gerade in einem Wintermonat, in dem die meisten Besucher ein paar wärmende Klamotten mehr von draußen mit hineinbringen.

Haufen von Mützen und Jacken im Saal

Grüner und ihre Bekannten waren nicht die Einzigen, die mit der Organisation unzufrieden waren. Auch in den sozialen Netzwerken äußerten die Menschen ihren Ärger über die beschränkte Möglichkeit der Garderobenabgabe sowie lange Schlangen vor Getränkeständen und Toiletten. „Einige wären wohl am liebsten gleich wieder gegangen“, sagt Grüner. Denn die Konsequenz der vollen Haken sei gewesen, dass sich im Innenraum ganze Haufen von Jacken und Mützen gebildet hätten.

Das Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN) nahm am Montag eine interne Auswertung des Konzertes vor – und zeigt sich auf Nordkurier-Anfrage etwas zerknirscht. „Wir können bestätigen, dass es beim Handling mit den Garderoben zu organisatorischen Problemen kam“, sag Alexander Bahr, Leiter des Bereichs Veranstaltungen.

Auf plötzlichen Besucheransturm nicht vorbereitet

Es habe im Vorverkauf einen kurzfristigen und sprunghaften Anstieg gegeben. Mit dem hatten die Organisatoren nicht gerechnet und waren dann bei der Garderobenbesetzung personell nicht entsprechend auf die Besucherzahlen vorbereitet. „Für die interne Manöverkritik ist dies ein wichtiger Auswertungspunkt“, so Bahr.

Nicht bestätigen konnte das VZN, dass sich im Innenraum Haufen von Kleidungsstücken gebildet hätten. Allerdings auch nicht ausschließen. Und dass Besucher, die zwei Stunden lang vor allem feiern, tanzen und singen wollten, durchgängig ihre dicken Mäntel unter dem Arm trugen, scheint tatsächlich eher unwahrscheinlich.

Ärger soll sich nicht wiederholen

Ein generelles Problem mit dem Jahnsportforum als Veranstaltungsort sieht Alexander Bahr jedoch nicht. „Generell beruht die Planung der Garderobeneinsätze auf Grundlage der Vorverkaufszahlen, den Erfahrungswerten, dem Veranstaltungscharakter sowie der Zielgruppe als auch der Wetterprognose“, sagt er. Auf dieser Grundlage habe das VZN bei den letzten Veranstaltungen in allen Stätten, Jahnsportforum inbegriffen, gute Erfahrungen gemacht.

Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen: Das Ärgernis der Besucher vom Matthias-Reim-Konzert soll sich nicht wiederholen. Man werde die berechtigte Kritik mit in die Auswertung nehmen, versichert Bahr. Sodass den Besuchern rund um eine Veranstaltung ein gutes Serviceangebot ermöglicht werden kann. Spätestens am 28. Dezember 2020 sollte sich zeigen, ob tatsächlich die richtigen Lehren gezogen wurden. Dann kommt Schlagersänger Matthias Reim erneut ins Jahnsportforum.

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