BERND LUCKE

AfD-Gründer lebt jetzt in Neubrandenburg

Es ist ruhig geworden um Ex-AfD-Chef Bernd Lucke. Doch zur Europawahl 2019 will der Parteigründer noch einmal angreifen. Kraft tankt der Wirtschaftsexperte dabei im Nordosten.
Bernd Lucke bei einem Redaktionsbesuch beim Nordkurier in Neubrandenburg.
Bernd Lucke bei einem Redaktionsbesuch beim Nordkurier in Neubrandenburg. Thomas Türülümow
Neubrandenburg ·

Der Gründer und ehemalige Bundesvorsitzende der AfD, Bernd Lucke, hat seit Kurzem einen Zweitwohnsitz in Neubrandenburg. „Meine Frau hat einen Job in Neubrandenburg angenommen, deshalb komme ich an den Wochenenden häufig hierher”, sagte Lucke dem Nordkurier bei einem Redaktionsbesuch in der vergangenen Woche.

Er verbringe jedes dritte bis vierte Wochenende mit seiner Frau in Broda, die übrigen Wochenenden träfe sich die Familie an ihrem Hauptwohnsitz in Winsen an der Luhe nahe Hamburg. „Ich bin ein großer Fan dieser Stadt und komme jedes Mal gerne hierher”, sagte der Wirtschaftsexperte. Am Tollensesee plant Bernd Lucke auch sein politisches Comeback, das er im Frühjahr mit seiner neuen Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR) starten will.

Erster ernsthafter Anlauf mit den LKR

Die LKR haben bundesweit rund 1000 Mitglieder und zwei Mandate. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Christian Schäfer sitzt in der Bremer Bürgerschaft, Parteichef Lucke sitzt mit seinem 2014 in Diensten der AfD errungen EU-Mandat im Europaparlament in Brüssel. Dieses Mandat will Lucke auch über 2019 heraus behalten. Bedingung dafür: Ein gutes Abschneiden bei der diesjährigen Europawahl.

„Wir haben zwar bei der einen oder anderen Landtagswahl mal kandidiert”, allerdings ohne Erfolg, da „wir von unseren bekannten Leuten und den Themen her eine europapolitisch ausgerichtete Partei sind”, sagte Lucke. Bei der Europawahl im Mai 2019 wolle man daher „den ersten ernsthaften Anlauf” unternehmen.

Feindliche Übernahme durch Neue Rechte

Bernd Lucke gründete im Februar 2013 mit 17 Mitstreitern die AfD. Die Partei definierte sich damals primär über ihre Euro-Kritik und ihren Wirtschaftsliberalismus, trotzdem sah sich Parteichef Lucke immer wieder dem Vorwurf des Rechtsextremismus ausgesetzt.

Einen deutlichen Rechtsruck erlebte die Partei erst mit der Entmachtung Luckes durch Frauke Petry, die vom rechtsnationalen Flügel um Björn Höcke und Andre Poggenburg unterstützt wurde. Für viele Mitglieder des wirtschaftsliberalen Flügels um Lucke war dies keine Richtungsänderung innerhalb der AfD, sondern eine feindliche Übernahme der Partei durch Mitglieder der Neuen Rechten.

Kubitschek war Drahtzieher hinter AfD-Machtübernahme

„Höcke war nur eine Marionette”, berichtete Lucke dem Nordkurier, „der eigentliche Drahtzieher dieser Veränderung war Götz Kubitschek”, der neurechte Intellektuelle, der zu diesem Zeitpunkt der breiten Öffentlichkeit noch weitestgehend unbekannt war.

Kurze Zeit später trat Bernd Lucke aus der AfD aus und gründete eine neue Partei, die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa), die sich später in LKR umbenannte. Bisher war keines dieser politischen Projekte von Erfolg gekrönt.

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Kommentare (6)

Sein Verdienst, die völlig erstarrte Parteienlandschaft in Deutschland aufzubrechen und etwas Neues, inzwischen Dauerhaftes zu wagen ist unbestritten. Seine Erkenntnisse, Analysen und Ansichten über die Hindernisse für das Funktionieren der EU und die Kunstwährung EURO werden von den Ereignissen nach der Parteigründung laufend und umfänglich bestätigt.

Werter Kommentator Hayas,
eigentlich müßten Sie sich nach dem Absetzen von Kot nicht den Hintern, sondern Ihren Mund abwischen. Wenn Sie nichts Kluges beisteuern können, nun, wir nehmen Ihnen das nicht übel. Nur verschonen Sie uns dann bitte mit Ihrem Scheiß-Gefasel. Ich beziehe diese Bewertung auch auf Ihre Kommentare zu Frau Bretschneider...

Vielen Dank, für Deine Meinung

Herr Lucke hätte vielleicht mehr bewirken können, wenn er in der AfD geblieben wäre. Seine Splitterparteien, die sich ständig umbenennen, kennt keiner mehr.

Zu Bernd Lucke fält mir nur die Floskel "gut gedacht aber schlecht gemacht" ein.
Luckes Verständnis von Politik ist zu intellektuell um in der Parteienlandschaft auch nur ansatzweise Fuß zu fassen. Schon seine damaliegen AFD-Gründungsmitglieder häten das erkennen können.
Ohne Bernd Lucke wäre der Aufstieg eines Björn Höcke kaum möglich gewesen. Das ist sein eigentlicher-wenn auch unfreiwilliger-Verdienst.

Entschuldigung; Könnten sie das für mich bitte etwas genauer erklären? Ich sehe zw. dem intellektuellen -etwas entrückten- Prof. Lucke und dem Haudrauf Höcke, der große Teile der AFD-Basis zu vertreten scheint, keinen sich partizierenden Zusammenhang.