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Aids-Hilfe-Verein in Neubrandenburg löst sich auf

Am Montag ist der Welt-Aids-Tag: Am 1. Dezember 1981 wurde Aids als eigenständige Krankheit offiziell anerkannt. Betroffenen kann nun in Neubrandenburg nicht mehr geholfen werden, der Hilfeverein löst sich auf.
Am Montag ist der Welt-Aids-Tag: Am 1. Dezember 1981 wurde Aids als eigenständige Krankheit offiziell anerkannt. Betroffenen kann nun in Neubrandenburg nicht mehr geholfen werden, der Hilfeverein löst sich auf.
Oliver Berg

Der Landkreis stellt die Zahlungen an den Verein komplett ein. Damit bleibt den zwölf Mitgliedern keine andere Wahl als aufzugeben. Die Frage bleibt, wo künftig HIV-Infizierte aus Neubrandenburg und Umgebung Hilfe und Beratung erhalten können.

Kurz vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat der Neubrandenburger Aids-Hilfe-Verein ziemlich traurige Post im Briefkasten gefunden. Der Landkreis kündigt an, dass der Beratungsverein künftig kein Geld mehr vom Kreis bekommen wird. Der Verein hat jetzt seine Räume in der Tilly-Schanzen-Straße zum Jahresende gekündigt und stellt auch seine Beratungen ein.

Derzeit betreut der Verein zehn HIV-positive Männer und Frauen aus Neubrandenburg, Waren, Demmin und aus der Nähe von Greifswald, sagt Regina Mayer, die seit Gründung des Vereins im Jahr 1997 als Beraterin für die erkrankten Menschen arbeitet. In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur noch zwei weitere Anlaufstellen in Rostock und Stralsund, die HIV-infizierte Menschen betreuen.

Zu den Aufgaben des Vereins gehöre es, die Klienten zum Arzt zu begleiten, über Nebenwirkungen von Medikamenten aufzuklären, geeignete Kuren zu finden, verschiedene Anträge zu stellen oder auch Treffen zu organisieren. Die Vereinsmitglieder gehen auch in Schulen oder organisieren Veranstaltungen, um Aids-Prävention zu betreiben, sagt Regina Mayer. All diese Leistungen des Vereins werden ab sofort wegfallen. Es werde auch keine öffentlichkeitswirksamen Aktionen rund um den Welt-Aids-Tag am kommenden Montag geben. Der 12 Mitglieder starke Verein wird sich auflösen, kündigt sie an. Künftig wolle der Landkreis selbst die Betreuung der HIV-positiv erkrankten Personen übernehmen.

Bis 2011 wurde der Verein von der Stadt Neubrandenburg finanziell unterstützt. Mit der Kreisgebietsreform ging diese Förderung auf den neuen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte über. Mit den Jahren sei die Förderung weniger geworden. Zuletzt seien es noch 7850 Euro pro Jahr gewesen. Hinzu kommen einige Spendengelder. Aus diesem Etat seien lediglich die Miete und einige Sachkosten zu bezahlen gewesen. Die Berater wurden stets über den Zweiten Arbeitsmarkt finanziert, erklärt Regina Mayer, die jetzt in den Ruhestand geht.

Kreissprecherin Haidrun Pergande dementiert die Geldkürzungen für den Neubrandenburger Aids-Hilfe-Verein nicht, verweist aber auf eine Stellungnahme zu dem Thema am Montag.