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Lieferverzögerungen

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Medizin gegen Wespenstiche geht aus

Wer allergisch auf Wespenstiche reagiert, könnte in diesem Tagen schlechte Karten haben. Eines der Gegenmitel ist knapp geworden.
Wer allergisch auf Wespenstiche reagiert, könnte in diesem Tagen schlechte Karten haben. Eines der Gegenmitel ist knapp geworden.
J Westermann-Blawert / fotolia

Wegen der anhaltenden Wärme und Trockenheit gibt es in diesem Jahr so viele Wespen wie lange nicht mehr. Wer auf das Gift der kleinen Tierchen allergisch reagiert, hat derzeit ein Problem.

Die gängigen Allergiemittel gegen Wespenstiche werden in Neubrandenburg immer rarer. „‘Fastjekt‘ ist in nahezu allen Apotheken der Stadt ausverkauft“, schreibt ein besorgter Leser auf der Facebookseite des Nordkurier. Dieses Präparat kommt bei akuten allergischen Reaktionen zum Einsatz. Im schlimmsten Fall droht dem Gestochenen ein anaphylaktischer Schock, der mit Atemnot verbunden ist und zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen kann.

Betroffene müssen sich dann schnellstmöglich mit einer stiftähnlichen Spritze Adrenalin in den Oberschenkel injizieren. Doch es wird momentan immer schwieriger an das lebenswichtige Medikament zu kommen.

Die Apotheken in der Stadt können dies bestätigen. „Da die Herstellerfirma Pfizer seit Ende Juli mit Produktionsproblemen zu kämpfen hat, kommt es zu Engpässen bei der Lieferung des Mittels“, heißt aus der „Vier Tore Apotheke“ in der Treptower Straße. Pfizer erklärt in einer Mitteilung, dass man intensiv an einer Lösung arbeite, um die Produktion wieder hochzufahren und die Lieferung zu beschleunigen.

Medizin-Hersteller kommen mit Produktion kaum hinterher

Vor September werde sich aller Voraussicht nach die Situation aber nicht verbessern. Die Dosierung für Kinder solle bereits ab Ende August wieder verfügbar sein.

„Es ist nicht so, dass es kein anderes Mittel auf dem Markt mehr gäbe“, sagt eine Sprecherin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Als Alternative werden die Mittel „Jext“ der Firma Alk Abelló und „Emerade“ von Bausch+Lomb angeboten, die in Wirkstoff und Dosierung identisch sind.

Letzteres könne derzeit noch in der „Vier Tore Apotheke“ bestellt werden. Mit ein paar Tagen Wartezeit müsse aber trotzdem gerechnet werden. Denn die Nachfrage sei bei den Herstellern der anderen Präparate durch die Ausfälle bei „Fastjekt“ so stark angestiegen, dass sie mit der Produktion kaum noch hinterherkommen.