HEKTAR-PARTY 2.0

Alte Erntetechnik lässt Oldtimerfan-Herzen höher schlagen

Bei der zweiten Auflage der Hektar-Party bekamen Besucher nicht nur einen Einblick, wie die Ernte früher ablief, sondern durften auch selbst mit anpacken.
Die Zug-Traktoren der Baureihe Fortschritt ZT 323 (links) und ihre Vorgänger der ZT-300er-Reihe (rechts) aus DDR-Zeiten s
Die Zug-Traktoren der Baureihe Fortschritt ZT 323 (links) und ihre Vorgänger der ZT-300er-Reihe (rechts) aus DDR-Zeiten sind immer noch ein Hingucker. Tobias Holtz
Neben alten Landmaschinen gab es auch einige andere Raritäten unter den Automobilen zu bestaunen, wie den Borgward (Mitte
Neben alten Landmaschinen gab es auch einige andere Raritäten unter den Automobilen zu bestaunen, wie den Borgward (Mitte). Tobias Holtz
Der „fliegende Teppich” war eines der Highlights für die Kids.
Der „fliegende Teppich” war eines der Highlights für die Kids. Tobias Holtz
Ohne Handarbeit ging früher beim Getreidedreschen gar nichts.
Ohne Handarbeit ging früher beim Getreidedreschen gar nichts. Tobias Holtz
Altentreptow ·

„Jetzt kurbeln, kurbeln, kurbeln, solange bis das gesiebte Korn unten rauskommt“, feuerte Rüdiger Woting einen jungen Mann an, nachdem er eine große Handvoll vorgedroschenes Getreide in den Trichter der sogenannten Windfege gestopft hatte. Unter den gespannten Blicken der herumstehenden Zuschauer wurde die Spreu nur wenige Sekunden später durch die Rotation des eingebauten Windrades in hohem Bogen aus der rüttelnden Maschine gepustet. „Perfekt, so hat man früher die Spreu vom Weizen getrennt. Und obwohl die Windfege schon über 100 Jahre alt ist, tut sie immer noch ihren Dienst“, erklärte Woting.

Heute erledigt ein Mähdrescher alles viel schneller

Aus seiner privaten Sammlung hatte der Rosemarsower auch noch eine Stiftendreschmaschine und eine Schrotmühle mitgebracht. „Damit die Leute wirklich mal alle einzelnen Schritte selbst ausprobieren können und merken, wie viele Stunden harte Arbeit damals investiert werden mussten. Heute erledigt so gut wie alles der Mähdrescher in einem Bruchteil der Zeit“, betonte Woting, der gerne noch so manch andere technische Rarität sein eigen nennen würde. „Aber ich habe einfach nicht den Platz dafür“, gab der Landmaschinen-Fan augenzwinkernd zu.

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Genau wie ihm geht es auch den Veranstaltern der Hektar-Party darum, alte Traditionen aus der Landwirtschaft wieder aufleben zu lassen und gleichzeitig erlebbar zu machen. „Auch wenn wir hier auf dem Ausstellungsgelände zum Teil hochmoderne Technik stehen haben, sind es doch die Oldtimer, die Jung und Alt am meisten begeistern“, wusste Gastgeber Henning Schramm. Neben Landmaschinen aus fast vergessenen Zeiten gab es bei seinem Landwirtschaftshof in der Altentreptower Ortslage Buchar auch viele andere rollende Schätzchen auf vier Rädern zu bestaunen. „So einen hat Opa auch mal gefahren“, meinte Hermann Wiehler zu seinem Enkel und deutete auf einen leuchtend blauen Trabi „Made in DDR“: Doch der kleine Junge schien sich eher für den „fliegenden Teppich“ zu interessieren, der mit einer Gruppe lachender Kinder an Bord gemächlich seine Runden über die Wiese drehte. Ohnehin kamen die Lütten beim Toben auf der aus Strohballen bestehenden Hüpfburg oder beim Basteln von Kartoffelstempeln und Co. voll auf ihre Kosten. Wer es lieber etwas bequemer mochte, konnte auf dem Kremserwagen Platz nehmen und sich bei einer kleine Rundfahrt durch die umliegenden Ortschaften kutschieren lassen.

Trotz kostenlosem Eintritt nur wenig Besucher

Für das Organisatoren-Duo Manfred Gersemann und Dieter Schittek hätten es ruhig gerne noch ein paar mehr Besucher sein können, wie sie am Samstagnachmittag gegenüber dem Nordkurier deutlich machten. Noch dazu weil der Eintritt im Gegensatz zur Premiere tagsüber kostenlos war. „Aber wir sind froh, dass es dieses Mal trotz der dunklen Wolken am Himmel wenigstens trocken geblieben ist. Und das allerwichtigste: Die Leute hatten jede Menge Spaß. Ziel erreicht, würde ich sagen“, fasst es Gersemann vom Restaurant Rustico zusammen. Und eins steht jetzt schon fest: 2022 soll es voraussichtlich wieder so ein besonderes Erntefest bei einem Landwirt aus der Region geben. Wohin die Reise dann geht, ist allerdings noch offen.

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