GEHEIMNISVOLLER REITWEG

Alte Trampelpfade kurz vor Neubrandenburg geben Rätsel auf

Ein Wanderweg in Trollenhagen führt zwischendurch 300 Meter über eine Kreisstraße und lädt auch anderweitig nicht unbedingt zum Schlendern ein. Das war nicht immer so.
Tim Prahle Tim Prahle
Der Weg zwischen dem Hotel Hellfeld und der Kreisstraße ist noch existent – als Wanderweg aber längst nicht mehr gedacht.
Der Weg zwischen dem Hotel Hellfeld und der Kreisstraße ist noch existent – als Wanderweg aber längst nicht mehr gedacht. Tim Prahle
Trollenhagen.

Es muss einst schön gewesen sein. Beginnend beim Schwarzen Weg am Rande des Ortes Trollenhagen führte der Wanderweg am Rande von Wald und Acker bis zu der Kreisstraße 71, auch bekannt als Flughafenstraße. Und dann? Die Straße fix überqueren und weiter über Wiesen und Felder zum Hotel Hellfeld. „Das ist für einen Ort doch ein wunderbares Stück Naherholung gewesen“, ärgert sich in Anwohner. Denn heute sieht die Sache anders aus. An der Straße ist Schluss. Erst 300 Meter weiter Richtung Trollenhagen lädt ein frisch gemachter Fuß- und Fahrradweg zum Weiterspazieren ein. Für die Bewohner, die sich beim Nordkurier meldeten, ist das keine Option. Zu viel Gerase, hieß es da. Doch was ist mit dem einstigen Weg passiert? Wieso der große Abstand zu dem neuen Weg und pflegt die Gemeinde die Strecke überhaupt noch?

Flächen haben unterschiedliche Eigentümer

Beim Amt in Neverin waren sich Verantwortliche auf Nordkurier-Anfrage zunächst nicht einmal sicher, wem die ganze Fläche eigentlich gehört. Immerhin führt der Pfad im zweiten, mittlerweile zugewucherten Teil über landwirtschaftliche Flächen. Selbst Bürgermeister Peter Enthaler (CDU), immerhin schon über ein Jahrzehnt in der Rolle des Gemeindeoberhaupts und noch länger in der Kommunalpolitik, musste in der Vergangenheit graben. Doch die Mühe lohnte sich. Zumindest für die, die nach einer Antwort in der Wege-Frage suchen. „Es gab Mitte bis Ende der Neunziger eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, in dessen Zuge ein Reit- und Wanderweg gebaut wurde“, klärt Enthaler auf. Aber: Der gesamte Weg war nie als Flurstück gekennzeichnet worden. Obwohl zumindest der obere Teil am Schwarzen Weg genutzt und auch von der Gemeinde gemacht wurde.

Im unteren Teil zum Hotel Hellfeld hin hatten die Flächen links und rechts des errichteten Weges unterschiedliche Eigentümer. Mit der Zeit änderten sich jedoch die Besitzverhältnisse. Die Gemeinde verkaufte im Zuge des Flächenerwerbs für ihr Großgewerbegebiet ihre Fläche. Nun gehörten die Gebiete seitlich des Pfades zwei Landwirten. Diese wiederum nahmen noch einmal später einen Flächentausch vor, sodass nun alles einem Landwirt gehört. „Dieser hatte natürlich keine Lust, zwei halbe Felder zu bewirtschaften, wenn er auch ein großes bewirtschaften kann“, erläutert Enthaler. Zumal dieses Stück des Trampelpfades auch von den Trollenhagenern kaum noch Beachtung bekam. „Das einzige Stück dieses alten Weges, das immer noch regelmäßig von einigen Menschen genutzt wird, ist das oben am Schwarzen Weg“, schließt der Bürgermeister sich auf eigene Beobachtungen berufend. Dass es Trollenhagener gibt, die sich über die Zustände beschweren, sei ihm neu. „In der Bürgermeistersprechstunde war noch nie jemand hier, um mich danach zu fragen.“ Sollte dies nun aber doch noch passieren, hätte er die Antworten rund um den rätselhaften Trampelpfad bereits parat. Das ist doch auch schon mal etwas.

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