Unterversorgung
Altentreptow für Drogerieführer zu klein

Der Standort Altentreptow wurde laut Rossmann schon mehrmals von deren Expansionsabteilung geprüft. Doch sei die Einwohnerzahl einfach zu gering und damit ein wirtschaftlicher Erfolg nicht in Aussicht, hieß es.
Der Standort Altentreptow wurde laut Rossmann schon mehrmals von deren Expansionsabteilung geprüft. Doch sei die Einwohnerzahl einfach zu gering und damit ein wirtschaftlicher Erfolg nicht in Aussicht, hieß es.
Julian Stratenschulte

Seit sieben Jahren verfügt Altentreptow über keinen Drogerie-Markt mehr. Das wird wohl einige Zeit auch noch so bleiben. Hier fehlt es an Standortvoraussetzungen.

Vor sieben Jahren ging das Drogerie-Unternehmen Schlecker in Insolvenz. Das hatte auch fatale Konsequenzen für Altentreptow. Er war der einzige Anbieter in der Stadt und hatte gleich zwei Läden gemietet. Einen am Grünen Gang und einer im Einkaufspark Tollensetal. Beide schlossen.

Der Unmut über eine fehlende Drogerie war und ist verständlicher Weise immer noch groß. Um typische Drogerieangebote wie Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel kaufen zu können, müssen Altentreptower und Landbewohner jedes Mal eine ordentliche Strecke fahren – entweder in Richtung Neubrandenburg oder Greifswald. Für Menschen ohne Auto eine kleine Weltreise. Einige Zeit versuchte die Altentreptowerin Miriam Ranke ein Teil des Sortiments anzubieten. An der Unterbaustraße und später im Einkaufspark. Irgendwann schloss auch sie die Ladentüren.

Kurz nach der Schließung der beiden Läden hatte Irmgard Gierz, 2012 Stadtvertreterin für die CDU, noch gefordert, sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen. „Vielleicht kann die Stadt helfen, dass wieder eine Drogeriekette eine Filiale eröffnet“, regte die CDU-Abgeordnete damals an. Allerdings würde eine große Kette mindestens 500 Quadratmeter Fläche benötigen, erklärte sie seinerzeit. Wenn eine kleine Stadt wie Jarmen es hinbekommen würde, dass sich Rossmann ansiedelt, warum solle das dann in Altentreptow nicht möglich sein?, fragte sie. Bürgermeister Volker Bartl sicherte Unterstützung zu, räumte aber ein, dass dies ein schwieriges Unterfangen sein werde. Er bekam recht: Bis heute hat sich in Altentreptow kein Drogerie-Markt angesiedelt. Dabei vermissen Amtsbewohner den besonders und es stehen in der Innenstadt und auch im Einkaufspark noch genügend Flächen bereit.

Standortbedingungen werden nicht erfüllt

Der Nordkurier wandte sich jetzt mit einer Anfrage an die Presseabteilungen der beiden Marktführer dm und Rossmann, ob in ihren Unternehmungen Interesse an Altentreptow bestünde beziehungsweise es eventuell langfristig Bestrebungen gebe, hier Läden zu eröffnen.

„Der Standort Altentreptow wurde schon mehrmals von unserer Expansionsabteilung geprüft“, reagierte die Presseabteilung von Rossmann prompt. Doch sei die Einwohnerzahl einfach zu gering und damit ein wirtschaftlicher Erfolg nicht in Aussicht. Das Unternehmen brauche gewisse Standortbedingungen, die Altentreptow und Umgebung nicht erfülle. Die Antwort von dm liegt noch nicht vor.

Doch steht Altentreptow mit diesem Problem nicht allein da. Die Nachbarstadt Stavenhagen, die 2012 das gleiche Schicksal ereilte, hat es trotz zahlreicher Bemühungen bis heute nicht geschafft, einen Interessenten für die Reuterstadt zu gewinnen.