An der Mehldorfer Straße soll in Zukunft ein neues Wohngebiet entstehen, das nach Möglichkeit ausschließlich
An der Mehldorfer Straße soll in Zukunft ein neues Wohngebiet entstehen, das nach Möglichkeit ausschließlich über erneuerbare Energie mit Strom und Wärme versorgt wird. Dafür muss der bestehende Aufstellungsbeschluss geändert werden. Tobias Holtz
Für die zusätzlichen Eigenheim-Bauplätze gibt es angeblich auch schon Interessenten.
Für die zusätzlichen Eigenheim-Bauplätze gibt es angeblich auch schon Interessenten. ZVG
Erneuerbare Energien

Altentreptow plant ein klimafreundliches Wohngebiet

Um dem Windparkausbau rund um die Stadt entgegenzuwirken gibt es bereits einen Bebauungsplan für ein „Umwelt-, Wohn- und Energieareal“. Nun sollen weitere Flächen hinzukommen.
Altentreptow

Noch existiert das „Umwelt-, Wohn- und Energieareal Altentreptow/Thalberg“ lediglich auf dem Papier. Im Februar hatte die Stadtvertretung eine Verlängerung der Veränderungssperre beschlossen, um sich auch weiterhin die Planungshoheit für das etwa 100 Hektar große Gebiet zu sichern. Wie beim „Grünen Gewerbegebiet“, dass an der L 273 in Richtung Grapzow entstehen soll, geht es vereinfacht gesagt darum, auf dem Areal verschiedene Ansätze der Energiespeicherung und Sektorkopplung, gerade auch für den privaten Endverbraucher, zu erproben. Schon bei der Aufstellung des Bebauungsplanes hatte die Altentreptower Wählergemeinschaft 2019 angeregt, westlich der Meldorfer Straße Grundstücke für die Wohnbebauung zu erschließen und die dortigen Häuser aus erneuerbaren Energien zu versorgen.

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Doch lange Zeit schien es unklar, ob die dafür auserkorenen Flächen, die der Stadt gehören, aber derzeit landwirtschaftlich genutzt werden, überhaupt als Bauplatz in Frage kommen. So wird das gesamte Areal unter anderem von mehreren Stromleitungen durchquert, die umverlegt werden müssten, was zwangsläufig zu einem höheren Erschließungsaufwand und teuren Baukosten führt. Aber anscheinend konnten diese anfänglichen Bedenken mittlerweile aus dem Weg geräumt werden. „Wir wollen jetzt schrittweise damit beginnen, das Projekt mit Leben zu füllen. Dafür muss aber das ursprünglich festgelegte Planungsziel als Sondergebiet durch die Ausweisung eines Wohngebiets ergänzt und der Aufstellungsbeschluss entsprechend geändert werden“, erklärte Bauamtsleiterin Hendrikje Kmietzyk beim Bauausschusses die zur Abstimmung stehende Beschlussvorlage.

Solarfeld und Umgehungsstraße geplant

Um in das unterirdische Leitungschaos mehr Ordnung zu bringen, soll in Absprache mit dem dort ansässigen Energieversorger E.dis eine Kabeltrasse angelegt werden. „Es gibt nach meinem Kenntnisstand auch schon potenzielle Kaufinteressenten für die Grundstücke und Firmen, die an zehn bis zwölf Häusern zeigen wollen, was im Bereich des autarken Wohnens so alles möglich ist“, betonte Stadtvertretervorsteher Gerhard Quast. So ist im nördlichen Bereich des Plangebietes beispielsweise die Inbetriebnahme einer Freiflächenphotovoltaikanlage geplant, um die späteren Wohngebäude energetisch zu unterstützen. Des Weiteren soll mithilfe von Fördermitteln eine neue Umgehungsstraße entstehen, um das Wohngebiet verkehrstechnisch zu entlasten.

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Die Kosten für die Planung sowie für eventuelle Gutachten werden entweder mit der ersten Nachtragshaushaltssatzung in den Nachtragshaushalt 2022 beziehungsweise in den Haushalt für 2023 mit aufgenommen, heißt es in der Beschlussvorlage. Über die ungefähre Summe für die erforderlichen Planungsleistungen ist aus dem Rathaus bislang noch nichts nach außen gedrungen. „Sobald die Stadtvertretung zugestimmt hat, werden wir das genauer prüfen und auch in einem gesonderten Beschluss die Veränderungssperre im Bereich der Grundstücke aufheben“, versicherte Kmietzyk. Der Bauausschuss hat das zukunftsweisende Vorhaben jedenfalls schon mal abgesegnet.

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