STADTPOLITIK

Altentreptow sieht keinen Bedarf für Tourist-Info

Braucht Altentreptow eine Informationsstelle für Touristen? Im Sommer 2019 hatte die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Verwaltung hält hingegen ihre bisherige Praxis Touristen zu informieren, gegenwärtig aber immer noch für geeignet.
Im Flur des Altentreptower Rathauses in der ersten Etage liegen jede Menge touristische Angebote in Form von Broschüren u
Im Flur des Altentreptower Rathauses in der ersten Etage liegen jede Menge touristische Angebote in Form von Broschüren und Flyern aus. Martina Schwenk
Altentreptow.

Die Frage taucht in der städtischen Politik immer mal wieder auf: Braucht Altentreptow eine Touristeninformation? Muss dafür eine gesonderte Stelle beziehungsweise Räumlichkeit eingerichtet werden? Die CDU-Fraktion in Altentreptows Stadtvertretung hatte im Juli vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag gestellt. „Um eine Weiterentwicklung des Tourismus in unserer Stadt und den amts-angehörigen Gemeinden voranzutreiben, ist es nötig, eine Touristeninformationstelle einzurichten“, heißt es darin. Diese sei auch eine Form der Wirtschaftsförderung für die Region und die Gewerbetreibenden.

Um die Finanzen der Stadt nicht zu schmälern, sollte zwar keine neue Stelle geschaffen werden, doch sollte im Erdgeschoss des Rathauses ein Raum als Tourist-Info bereit gestellt werden, regte die Union an. Die Verwaltung sollte prüfen, ob die Stelle mit Kräften aus dem Fachgebiet Bürgerbüro/Soziales und dem Ressort Kultur/Sport/Medienarbeit bestritten werden könne. Und es sollte auch gecheckt werden, ob die amtsangehörigen Gemeinden an den entstehenden Kosten beteiligt werden können.

Jährlich über 65 000 Euro an Kosten nötig

Die Verwaltung hat sich mit dem Tourismusverband in Verbindung gesetzt, geprüft und gerechnet und die Ergebnisse den Mitgliedern des Sozialausschusses vorgestellt. Wenn sich die Stadt ein solches Angebot für Touristen leisten will, müsste sie im Jahr 65 600 Euro für Personal- und Sachkosten bereitstellen. „Für unseren Haushalt ist das nicht tragbar“, sagte Fachgebietsleiterin Claudia Ellgoth. Im Rathaus decke eine Kollegin den Bereich Tourismus mit ab. Der sei seit einigen Jahren im Bürgerbüro angesiedelt. Dort liege auch jede Menge an Material aus, auf das Touristen zurückgreifen können, wenn sie beispielsweise nach Übernachtungsmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten suchten.

„Für die Stelle explizit einen Raum zur Verfügung zu stellen, haben wir nicht die Möglichkeiten“, betonte die Rathausfrau auf Anregung von Ausschussmitglied Christine Rienitz (CDU). Die Christdemokraten wollten die Tourist-Info gerade nicht im Bereich des Bürgerbüros angesiedelt wissen, da die Leute hier Nummern ziehen müssen, um im Büro vorsprechen zu können. „Die Kollegin sitzt nicht im Bürgerbüro, die sich mit dem touristischen Bereich beschäftigt“, erklärte Ellgoth daraufhin. Doch so, wie die Stadt im Moment auf dem Gebiet aufgestellt ist, sei es gut. Das, was sie tun könne, leiste sie schon.

Zudem herrsche im Bereich des Bürgerbüros/Soziales Barrierefreiheit. Und es würden dort andere Öffnungszeiten vorgehalten und sogar sonnabends könnten Touristen reinschauen. Dass Touristen und Amtsbewohner auch sonnabends ins Rathaus kommen können, stoße auf viel Gegenliebe und werde sehr gelobt, erwähnte Claudia Ellgoth. „Im Moment sehen wir für eine separate Touristeninformationen keinen Bedarf. Wir haben weder die personellen, noch die finanziellen Ressourcen. Das kann sich aber ändern, wenn wir mehr zu vermarkten haben.“

Rathaus „vermarktet” auch das Amt

Das könnte eintreten, wenn das Tourismuskonzept des Landkreises umgesetzt werde. Da das Rathaus auch geschäftsführende Gemeinde sei, vermarkte es auch all das, was im Amt passiere. Zum Beispiel an der Burg Klempenow oder im Naturerlebnispark Mühlenhagen. Wenn die Verwaltung die Situation so einschätze, sei es in Ordnung, reagierte Christine Rienitz. Die CDU wollte keinesfalls den Haushalt belasten.

Vielleicht könne man die Information für Touristen ja auch an die Bibliothek oder den Treptower Heimat- und Kulturverein angliedern, sinnierte Ausschussvorsitzender Roman Krepelin (Altentreptower Wählergemeinschaft). Doch soll die Diskussion über dieses Thema erst wieder aufgegriffen werden, wenn der Bedarf und auch die benötigten Finanzen da sind, empfahl der Ausschuss den Stadtvertretern.

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