Der potenzielle City-Manager soll das Leben und Verweilen in Altentreptow attraktiver machen. Noch sind die zugesagten Fö
Der potenzielle City-Manager soll das Leben und Verweilen in Altentreptow attraktiver machen. Noch sind die zugesagten Fördergelder für die befristete Halbtagsstelle aber nicht geflossen. NK-Achivfoto
Innenstadt

Altentreptow sucht Profil für einen City-Manager

Während in Stavenhagen bereits Bewerbungen von Kandidaten eingegangen sind, hat die Altentreptow jetzt erst beschlossen, sich an dem Projektaufruf beteiligen zu wollen.
Altentreptow

Kurz vor der endgültigen Entscheidung kamen bei einigen Stadtvertretern dann doch noch Zweifel auf, ob es ein City-Manager tatsächlich schaffen kann, eine Kleinstadt wie Altentreptow, die nicht erst seit der Corona-Krise gegen den Leerstand kämpft, wieder mit neuem Leben zu füllen.

„Unsere Stadt ist nun mal keine Einkaufsmetropole. Ich bin mir ziemlich sicher, dass so ein Koordinator nicht großartig etwas an der jetzigen Situation in der Innenstadt ändern kann“, verdeutlichte Christian Sorge (Wählergemeinschaft) seinen Standpunkt, mit dem er nicht allein dasteht. Auch viele Treptower äußerten sich seit Bekanntwerden des Vorhabens eher kritisch zur Sinnhaftigkeit eines City-Managers. Verwaltung und Kommunalpolitik haben in der Vergangenheit zwar nichts unversucht gelassen, um diesem traurigen Trend entgegenzuwirken. Der erhoffte Aufschwung blieb aber bislang aus.

„Es geht uns bei der Beteiligung an dem Sofortprogramm aber nicht vordergründig darum, neue Gewerbetreibende anzusiedeln. Wir wollen eher dafür sorgen, dass das Leben und Verweilen in der Innenstadt attraktiver wird und auch unsere Wohngebiete mehr beleben“, entgegnete Bürgermeisterin Claudia Ellgoth.

Verwaltung will sich an Stavenhagen orientieren

Dazu gehört ihrer Ansicht nach auch die schon seit Langem andachte Umgestaltung des Marktes sowie eine grundlegende Überarbeitung des Verkehrskonzeptes, die durch das in Aussicht gestellte Zusatzbudget finanziert werden könnte. „Der Bedarf hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt. Wir brauchen beispielsweise mittlerweile deutlich mehr Parkmöglichkeiten für Anwohner als für den Kundenverkehr. Das ist auch ein Baustein, um weitere Bauwillige zu gewinnen“, so Ellgoth. Allerdings ließen sich derartige Vorhaben, bei denen auch Netzwerkarbeit gefragt ist, nicht allein durch die Verwaltung stemmen.

Es wartet ein breites Aufgabenfeld

Bleibt die Frage, was für Anforderungen ein potenzieller City-Manager erfüllen muss? „Auf ihn wartet ja schließlich ein breites Aufgabenfeld. Da können wir doch nicht einfach irgendjemanden nehmen, der sich für diesen Posten bei uns meldet“, merkte Roman Krepelin (Wählergemeinschaft) an. Die Verwaltung wolle sich in Teilen an der Stellenausschreibung orientieren, die Stavenhagen bereits kurz vor Weihnachten veröffentlicht hatte. Mittlerweile ist die Frist dort abgelaufen.

Und tatsächlich landete beim Bürgermeister der Reuterstadt, Stefan Guzu, eine Bewerbung für die befristete Halbtagsstelle auf dem Schreibtisch. Ein weiterer Interessent habe sich zu spät gemeldet, so dass man erst prüfen muss, ob er ebenfalls berücksichtigt werden kann. Beide Bewerber sind in der Region zu Hause. Sobald die Vorstellungsgespräche gelaufen sind, soll eine Entscheidung getroffen werden. Denn die Fördergelder des Landes stehen schon seit Jahresanfang für genau zwei Jahre bereit. Ob es eine Verlängerung geben wird, ist nach Auskunft des Stavenhagener Stadtoberhaupts derzeit unklar.

Fördergelder sind noch nicht da

In Altentreptow sei der Zuwendungsbescheid zwar schon vom Wirtschaftsministerium angekündigt worden, aber noch nicht im Rathaus eingetroffen. „Sobald das Geld offiziell bewilligt ist, schreiben auch wir die Stelle öffentlich aus. Mir ist es aber wichtig, dass die dann auszuwählende Person auch zu uns als Stadt passt, um gemeinsam bereits vorhandene und neue Ideen umsetzen zu können. Ob es am Ende wirklich jemand sein muss, der einen bestimmten Hochschulabschluss in der Tasche hat oder wir uns für einen Treptower mit Leib und Seele entscheiden, wird sich zeigen“, betonte Ellgoth.

Um die Stellenausschreibung gleich von vornherein an die konkreten Belange von Altentreptow anzupassen, brachte Mirko Renger einen Ergänzungsantrag ein. Demnach wird die Verwaltung damit beauftragt, die Ausschreibungskriterien, welche die vorausgesetzten Qualifikationen und angedachten Tätigkeitsfelder des City-Managers betreffen, vor der Veröffentlichung mit dem Hauptausschuss abzustimmen.

So könne die Stadtpolitik bereits im Vorfeld mehr mit eingebunden werden, argumentierte der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft. Die Stadtvertreter stimmten der angepassten Beschlussvorlage mehrheitlich zu. Die von Renger angeregte Schaffung einer Vollzeitstelle für beide Städte wird aber vermutlich nicht weiter verfolgt werden. Denn Claudia Ellgoth hatte vor kurzem erneut unmissverständlich klargemacht, dass sie erst Kontakt zu ihren Amtskollegen aufnehmen will, wenn die Förderung steht. Bis dahin könnte die Verwaltung in der Reuterstadt aber schon längst den Arbeitsvertrag mit einem Bewerber abgeschlossen haben.

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