Informationsveranstaltung im Reuterhaus

Altes Käsewerk wird plattgemacht

Lange hat der Investor aus Halle gebraucht, seine Ideen an der Altentreptower Bahnhofstraße umzusetzen. In wenigen Tagen schon rollt Abrisstechnik an.
Christina Weinreich Christina Weinreich
Das Betriebsgelände des einstigen Käsewerkes an der Bahnhofstraße (Archivfoto).
Das Betriebsgelände des einstigen Käsewerkes an der Bahnhofstraße (Archivfoto).
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Altentreptow.

Diese Einladung des Rathauses löste bei etlichen Empfängern einige Verwunderung aus: Die Stadtverwaltung bittet Anlieger rund um das Areal des einstigen Käsewerkes an der Bahnhofstraße heute Abend um 18 Uhr in den Saal des Treptower Reuterhauses zu einer Informationsveranstaltung. In dem Schreiben wird ihnen mitgeteilt, dass auf dem Gelände des einstigen Käsewerkes Abbrucharbeiten stattfinden sollen, um Baufreiheit herzustellen. Und dies schon in wenigen Tagen. Betroffene umfassend zu informieren und Fragen zu klären, das soll Ziel des heutigen Treffens sein.

Am Lesertelefon zeigten sich einige Anrufer sehr verwundert darüber, dass die Arbeiten schon starten sollen. „Haben die Baupläne denn bereits ausgelegen und haben die Stadtvertreter ihnen zugestimmt? Steht der rote Klinkerbau nicht auch unter Denkmalschutz?“, fragten sie. Bauausschussvorsitzender Christian Sorge indes hat keine Kenntnis von dieser Zusammenkunft und bedauert dies sehr. „Die Nutzung des Geländes an der Bahnhofstraße ist von so großem öffentlichen Interesse, dass auch Mitglieder des Bauausschusses gern eine Einladung zum Treffen erhalten hätten.“ Die Stadt habe zwar die Einladung unterzeichnet, hat aber mit dem gesamten Geschehen nur wenig zu tun.

Denkmalschutz ist aufgehoben

„Das Gelände samt Gebäude befindet sich in privatem Besitz“, stellt Bauamtsleiterin Hendrikje Kmietzyk auf Nordkurier-Nachfrage klar. Und da hätten Rathaus und Stadtvertreter kein Mitspracherecht. Das Haus stehe auch nicht mehr unter Denkmalschutz. Den Antrag des Eigentümers auf Aberkennung des Status hat die Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgischen Seenplatte inzwischen bewilligt. Somit könne der Investor das Gelände beräumen und seine Bauvorhaben umsetzen. Was auf der Fläche nun im Detail geplant wird, darüber will der Bauherr heute Abend Auskunft geben und Fragen der Städter beantworten.

Bürgermeister hofft auf viele Fragen

Rede und Antwort will heute Abend im Reuterhaus Toni Herget stehen. Er besitzt in Halle eine Projekt- und Grundbesitzgesellschaft und versucht schon seit mehreren Jahren auf dem alten Käsewerksgelände seine Ideen umzusetzen. Bekannt ist bereits, dass sich hier der Rote Netto aus der Schulstraße ansiedeln soll. Hergets Pläne stießen unter Stadtvertretern und auch in der städtischen Öffentlichkeit auf ein unterschiedliches Echo. Manche begrüßen es, dass sich endlich etwas tut auf dem Areal, andere fürchten, dass mit dem Abriss des Klinkerbaus dem Stadtbild eine unheilbare Wunde zugefügt werde.

Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl gehört zu den Unterstützern der Pläne. „Ich bin froh, dass es dort endlich losgeht.“ Er hofft, dass heute Abend viele Anlieger kommen werden, um sich zu informieren und Fragen zu stellen, denn es werde beim Abriss viel Lärm, auch Staub und Verkehrsbelastung entstehen.

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