Bücherbaum am Reitbahnsee

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Am Reitbahnsee "wachsen" bald Bücher

Sorgfältig passten Raik Vicent (links) und Ingo Rüger dem Bücherbaum die beiden Lesebänke an. 
Sorgfältig passten Raik Vicent (links) und Ingo Rüger dem Bücherbaum die beiden Lesebänke an.
Andreas Meenke

Zum Tauschen und Schmökern lädt der neue Bücherbaum am Reitbahnsee ein. Schon der Aufbau des fast tonnenschweren Schmuckstücks war ein Ereignis.

Neubrandenburg. Dass Bücher aus Bäumen gemacht werden, haben wir mal in der Schule gelernt. Dass Bäume für Bücher gemacht sein können, können die Neubrandenburger ab heute hautnah erleben:

Die Viertorestadt bekommt einen Bücherbaum. Beim Stadtteilfest am Reitbahnsee wurde er am Donnerstag Nachmittag eingeweiht, der eichene Koloss mit den großen, plexiglasgeschützten Fächern, in denen gebrauchte Bücher für neugierige Leser bereit liegen. Wer Lust hat, kann sich eines mitnehmen oder ein anderes dazu stellen; und wer nicht bis zu Hause mit dem Schmökern warten möchte, macht es sich gleich mal auf einer der beiden Lesebänke gemütlich, die der Holzbildhauer Raik Vicent dem Baum hinzu gebaut hat. Der Bücherbaum – gefertigt aus einem massiven Eichenstamm – ist eine Spezialität des Stralsunder Holzbildhauers Raik Vicent. Landesweit gibt es schon mehrere Exemplare, nun also auch am
Reitbahnsee.

1,3 Tonnen wog der Eichenstamm vor der Bearbeitung mit der Kettensäge, 800 Kilo bringt der fertige Bücherbaum auf die Waage. Eine Herausforderung auch für den erfahrenen Vicent, der schon am Mittwochabend mit tatkräftiger Unterstützung und unter den Augen vieler gespannter Anwohner sein Werk am Ufer auf das vom Bauhof gegossene Fundament „einfliegen“ ließ und die beiden zugehörigen Bänke montierte.

Ermöglicht wurde der Bücherbaum durch einen Spendenlauf: „Fast 400 Leute haben da mitgemacht und zusammen mehr als 2200 Kilometer zurückgelegt“, schwärmt Andreas Meenke, Projektleiter der Initiative „Nordstart NB“, die sich im Dreieck Ihlenfelder Vorstadt – Vogelviertel – Reitbahnweg für soziales und kulturelles Leben einsetzt. Prinzip des Laufs war nämlich, dass einheimische Unternehmen für jeden gelaufenen Kilometer einen Euro spendeten.