Falko Mehlberg (Zrechts) ist seit sieben Jahren Betreuer der Handballer beim SV Fortuna Neubandenburg. Er spielt auch in der N
Falko Mehlberg (Zrechts) ist seit sieben Jahren Betreuer der Handballer beim SV Fortuna Neubandenburg. Er spielt auch in der Neubrandenburger Band „One Trick Pony“, die sich vor gerade einem anderthalb Jahren gegründet hat. Thomas Bornkessel/Stefan Thoms
Musikalischer Handballer

An Seitenlinie und Schlagzeug – hier fühlt sich dieser Typ wohl

Falko Mehlberg hat Spaß an zwei Hobbys: Als Betreuer steht er dem SV Fortuna 50 Neubrandenburg zur Seite, und als Drummer sorgt er in der Band „One Trick Pony“ für den Rhythmus.
Neubrandenburg

Handball und Musik – die zwei Hobbys von Falko Mehlberg, Mannschaftsbetreuer beim SV Fortuna 50 Neubrandenburg. Der 42-Jährige braucht Bewegung, für sich selbst und um sich herum. Seine Devise: „Ich will mit anderen Leuten etwas auf die Beine stellen, mich für eine gute Sache engagieren, die Zeit sinnvoll nutzen. Nur rumsitzen, das ist nichts für mich.“

Im Sport und in der Musik kann er sich ausleben – normalerweise. Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr allerdings vieles anders. Die Saison in der Handball-Ostsee-Spree-Liga wurde abgebrochen, musikalische Aktivitäten sind unter den aktuellen Bedingungen ebenfalls kaum möglich.

Mittlerweile das „Mädchen für alles“ im Team

Seit etwa sieben Jahren ist Falko Mehlberg als Betreuer mit den Handball-Männern des SV Fortuna 50 unterwegs. Angefangen hat er als Teilzeit-Busfahrer zu Auswärtsspielen und Aushilfs-Physiotherapeut, mittlerweile ist er das sprichwörtliche „Mädchen für alles“ im Team.

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„Ich führe die Statistiken bei den Spielen, fülle die Online-Protokolle aus, plane die Auswärtsfahrten und fahre auch selbst immer einen Transporter. Mein Stamm-Beifahrer ist unser Kreisläufer Stefan Stolt. Der steht meist vorne bei mir und sorgt mit seinen ständigen Kommentaren dafür, dass mir die Straßenverkehrsordnung immer im Bewusstsein ist. Ein echtes Erlebnis.“ – Mehlberg kann sich einen Lacher nicht verkneifen.

In seinen Fortuna-Jahren hat er drei Trainer erlebt und etliche Spieler kommen und gehen sehen. Viele Abschiede seien mit Wehmut verbunden gewesen, sagt er. Aber im Sport sei das eben normal. Er ist mit der Mannschaft ab- und wieder aufgestiegen, hat getrauert und auch gefeiert.

Corona sorgt für völligen Stillstand

Obwohl er nie selbst gespielt hat, ist Handball für Falko Mehlberg der ideale Sport. „Der Teamgeist gefällt mir am meisten. Jeder muss pausenlos für den anderen da sein, in unserer Mannschaft ist dieser Wille ja besonders ausgeprägt. Die Spiele sind fast immer spannend, es gibt kaum Ruhepausen, und auch an der Seitenlinie sind alle immer voll dabei. Mein alter Kumpel Stefan Walzel war unter anderem auch mal Präsident bei Fortuna. Ich bin ihm immer noch dankbar, dass er mich an den Verein herangeführt hat.“

Die Corona-Situation sorgt im Moment für Stillstand im Amateursport. Für Falko Mehlberg ist das ein einziger Jammer. Kein Training, keine Punktspiele, keine Mannschaftsabende – ihm fehlen neben den sportlichen Herausforderungen vor allem die lockeren Sprüche und die gute Stimmung im Mannschaftskreis.

Ziel ist ein Auftritt beim Vier-Tore-Fest

Ähnlich schwierige Zeiten macht der 1,94-Meter-Hüne gerade auch mit seiner Band „One Trick Pony“ durch. Proben sind nicht erlaubt, an Auftritte vor Publikum ist nicht zu denken. „Wir haben uns vor anderthalb Jahren gegründet, um beim Neubrandenburger Stadtfest 2020 ein großes Konzert zu geben. Das ist dann leider ausgefallen. Wir bleiben aber zusammen und versuchen es beim nächsten Stadtfest wieder.“

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Mehlberg spielt Schlagzeug. Zur Band gehören unter anderen die bekannten Vier-Tore-Städter Musiker Marcel „Marshall“ Beuter und Bert Wenndorff. Eine bunte Truppe, die viele Cover-Versionen bekannter internationaler Hits im Repertoire hat. Mittlerweile arbeiten die Männer aber auch an eigenem Material, einer ihrer Titel hat es sogar ins Radio geschafft.

„Vor 20 Jahren wollte ich ein Musikinstrument lernen und dachte mir, dass es mit dem Schlagzeug am schnellsten gehen könnte. Ich habe offenbar das nötige Rhythmusgefühl und bin drangeblieben. Jetzt haben wir als Band eine Menge Spaß – wenn wir denn zusammenkommen dürfen.“

„Wir wollen vor Menschen spielen”

Einen ihrer bisher größten Auftritte hatten sie im vergangenen September. HKB Neubrandenburg – auf der Bühne „One Trick Pony“, davor 166 Zuschauer, auf Stühlen sitzend, mit Sicherheitsabstand voneinander. Mehr hatten die Corona-Auflagen nicht zugelassen. Das Konzert im Rahmen der Aktion „Unsere Stadt – unsere Künstler“ wurde aber auch live im Internet übertragen.

Dadurch konnte ein deutlich größeres Publikum erreicht werden, und Mehlberg war um eine musikalische Erfahrung reicher. „Wir hoffen natürlich, dass so etwas in naher Zukunft wieder möglich ist. Wir wollen vor Menschen spielen, mit unserer Band genauso wie mit den Handballern.“

Die Auswahl seiner beiden Hobbys ist übrigens kein Zufall. Falko Mehlberg sieht mehrere Parallelen. „Genau wie in einer Mannschaft müssen in einer Band alle zusammenstehen und ihre Sache gemeinsam gut machen. Wenn ein Rad ins andere greift und alles gut abgestimmt funktioniert, dann macht es den Sportlern und Musikern genauso einen Spaß wie den Zuschauern.“

 

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