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Angeklagter aus Siedenbollentin schweigt vor Gericht

Einem Unternehmer aus Siedenbollentin wird vorgeworfen, eine junge Frau getötet zu haben. Ein Polizist belastete ihn vor Gericht schwer.

Ein Unternehmer aus Siedenbollentin ist wegen Mordes angeklagt.
Felix Gadewolz Ein Unternehmer aus Siedenbollentin ist wegen Mordes angeklagt.

Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 29 Jahre alten Frau in Siedenbollentin bei Altentreptow läuft seit Mittwoch am Landgericht Neubrandenburg der Prozess gegen einen Unternehmer aus dem Ort. Zu Beginn der Verhandlung schwieg der Angeklagte und machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

In seiner ausführlichen Zeugenvernehmung schilderte Kriminalhauptkommissar Olaf Hildebrandt die Aussage des Angeklagten nur wenige Stunden nach der Tat bei der Polizei. Der Siedenbollentiner soll gesagt haben, die junge Frau erwürgt zu haben, um die versuchte Vergewaltigung zu vertuschen. Auf einen Anwalt soll der damals 48-Jährige verzichtet und gesagt haben: "Ich stehe zu dem, was ich gemacht habe".

Angeklagter nicht ausreichend über seine Rechte informiert?

Der Rechtsanwalt des Angeklagten monierte die Vernehmung seines Mandanten wenige Stunden nach der Tat. Die Ermittler hätten, so der Verteidiger, den Beschuldigten nicht ausreichend über sein Recht auf einen Pflichtverteidiger informiert. Zudem soll der Siedenbollentiner zum Zeitpunkt der Vernehmung, in der er die Tötung eingestand, stark übermüdet gewesen sein.

Für den Prozess wegen Mordes sind zunächst vier Verhandlungstage geplant.

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Frau in Siedenbollentin getötet

In der Nacht vom 7. zum 8. Mai wurde die Frau getötet, die nur wenige Jahre zuvor aus Berlin in das Dorf gezogen war. Laut Zeugen wurde die Frau damals gegen 22 Uhr zum letzten Mal lebend gesehen. Kurz vor Mitternacht informierte die Mutter der 29-Jährigen die Polizei über das Fehlen ihrer Tochter. Sie gab an, diese nicht mehr telefonisch erreichen zu können. Außerdem habe ihre Tochter zuvor Streit mit einer Person gehabt. Zusätzlich waren bei den Beamten Hinweise von Zeugen eingegangen.

Diese hatten im Dorf einen Autofahrer mit einer hilflosen Frau im Wagen beobachtet. Noch in der Nacht wurde das beschriebene Auto in Siedenbollentin gefunden. 25 Minuten später konnte der tatverdächtige Fahrer von der Polizei gestellt und festgenommen werden. Der 48-Jährige räumte die Tat ein und führte die Polizei zum Fundort der Leiche. Er hatte sie unweit seines Hauses im sumpfigen Gelände versteckt.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.