2. RINGSTRAßE FERTIG

Neubrandenburger befürchten nach Bauarbeiten Wassereinbrüche

Die Bauarbeiten an der 2. Ringstraße in Neubrandenburg sind abgeschlossen. Jetzt gibt es aber ein starkes Gefälle zwischen Weg und Straße, was für jede Menge Ärger sorgt. Wer hat da nicht aufgepasst?
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Die zehnjährige Leni (Mitte) schneidet zusammen mit Vertretern von Stadt, Bauträger und weiteren Anwohnern das Band
Die zehnjährige Leni (Mitte) schneidet zusammen mit Vertretern von Stadt, Bauträger und weiteren Anwohnern das Band zur Freigabe 2. Ringstraße durch. Eine Million Euro wurde verbaut, aber nicht zur Zufriedenheit aller. Mirko Hertrich
(Kopf-)Stein des Anstoßes: Zwischen dem Pflasterweg und einem Grundstück liegt ein deutliches Gefälle. Anwohne
(Kopf-)Stein des Anstoßes: Zwischen dem Pflasterweg und einem Grundstück liegt ein deutliches Gefälle. Anwohner befürchten das Eindringen von Wasser. Mirko Hertrich
Die Sanierung Krämerstraße verzögert sich.
Die Sanierung Krämerstraße verzögert sich. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Die zehnjährige Leni legte für ihre Oma Hand oder besser gesagt die Schere mit an. Am Wochenende wurde mit einer kleinen Feier das Ende der Bauarbeiten an der 2. Ringstraße in Neubrandenburg gefeiert. Wo zuvor lange nur ein Provisorium war, findet sich jetzt ein schönes Kopfsteinpflaster, das wie an anderer Stelle gut zum mittelalterlichen Charme der Neubrandenburger Wallanlage passt.

Bevor Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) das Band durchschnitt, betonte er, dass in den vergangenen fünf Jahren innerhalb der Stadtmauer beim Straßenbau viel passiert sei. Touristen zeigten sich immer wieder erstaunt, wie viel Neubrandenburg zu bieten hat.

„Wurde auch mal Zeit“, zeigte sich sich Lenis Großmutter Christa Bartels erleichtert. Seit sie ihre Wohnung 2014 bezogen habe, „ist immer was los gewesen“, teilweise seien die gleichen Stellen mehrfach aufgegraben worden, schildert die Anwohnerin ihren Eindruck. „Das hätte man besser koordinieren können.“ Jetzt ist sie froh, dass alles fertig ist.

„Beim nächsten starken Regen läuft alles voll“

Weniger glücklich sind allerdings die Bewohner einer Wohnanlage an der Ecke 2. Ringstraße/Krämerstraße. Denn die Bodenplatte ihre Komplexes mit Garagen und Wegen befindet sich nach Ende der Bauarbeiten unter dem Niveau der neuen Pflasterstraße. „Beim nächsten starken Regen läuft mir alles voll“, befürchtet ein Eigentümer. Im Müllraum sei das Wasser schon gestanden.

Der Stadt habe das Problem während der Bauarbeiten erkannt und den Bauherr auch darauf angesprochen, sagte Torsten Eilrich, Projektleiter bei der zuständigen Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG). Bis zu 20 Zentimeter liegt die Bodenplatte unter dem Niveau des gemachten Weges.

Dieser konnte aber nicht tiefer gelegt werden und entspricht auch den Vorgaben.  Hätte man ihn niedriger gelegt, wäre die Statik des Walls gefährdet, der kaum Fundament habe, erläutert Frank Renner, als Fachbereichsleiter zuständig für die Bauaufsicht. Seinen Worten nach hat der Bauherr sich nicht an die gemachten Vorgaben gehalten.

Wer übernimmt die Kosten für eine Ablaufrinne?

Abhilfe schaffen soll eine Ablaufrinne, die später an die Kanalisation in der Krämerstraße angeschlossen wird. Die Anwohner befürchten aber, dass diese durch Laub im Herbst schnell verstopft werden und überlaufen könnte. Zumal stellt sich die Frage, wer den Ablauf regelmäßig reinigen und für die Kosten dafür aufkommen soll.

Durch das offenbar auf zu niedrigem Niveau gebaute Haus ergibt sich noch ein anderes Problem. Denn auch von der Krämerstraße, mit deren Sanierung laut OB Witt bald begonnen werden soll, würde bei Beibehaltung der bisherigen Plänen wegen des Gefälles das Wasser in die Garage des Komplexes laufen. Nun muss das ganze Projekt „überplant“ werden. Der Baustart wird sich dadurch voraussichtlich verzögern und das, obwohl die Fördergelder schon da sind, wie Projektleiter Eilrich sagt.

Die Anwohner wollen die Sache in jedem Fall nicht auf sich sitzen lassen. Bis Montag haben sie den Bauherren um Stellungnahme gebeten. Auch erwägen sie rechtliche Schritte.

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Kommentare (1)

Was musste denn so dicht am historischen Wall gebaut werden. Sollen mal die Eigentümer ihre Brieftasche öffnen, und wenn die Wallanlage schaden nehmen sollte, kann der Stadtkämmerer gleich mit reinlangen. Eine Baugenehmigung so nahe am einer historische Anlange hätte die Stadt nicht erlauben dürfen. Ein Abstand von mind. 10 Metern hätte eingehalten werden müssen. Zumal die Neubauten so hässlich sind und überhaupt nicht ins Stadtbild passen.