KRANKENKASSE SCHLÄGT ALARM

Arbeitnehmer in Neubrandenburg länger krank als anderswo

Mehr als vier Wochen pro Jahr waren Arbeitnehmer in der Region vergangenes Jahr krankgeschrieben. Die Werte liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Rund 22 Tage fehlten Beschäftigte in MV im Jahr 2018 durchschnittlich auf Arbeit wegen einer Krankheit.
Rund 22 Tage fehlten Beschäftigte in MV im Jahr 2018 durchschnittlich auf Arbeit wegen einer Krankheit. Arno Burgi
Neubrandenburg.

Erwerbstätige aus dem Altkreis Neubrandenburg melden sich häufiger krank als die meisten anderen Deutschen. Durchschnittlich fielen Beschäftigte aus Neubrandenburg und Umgebung im vergangenen Jahr 21,9 Tage aus – der bundesweite Schnitt liegt unterdessen bei 18,3 Krankheitstagen, wie aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Barmer-Krankenkasse hervorgeht.

„Die Menschen aus unserer Region waren über drei Tage länger krankgeschrieben als der durchschnittliche Bundesbürger. Das sind alarmierend hohe Zahlen“, äußert sich Bernd Melech, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Neubrandenburg. Noch vor vier Jahren lag der Schnitt im Altkreis bei lediglich 18,6 Arbeitsunfähigkeitstagen (bundesweit: 17,1).

Atemwegs- und Muskelkrankheiten am häufigsten

Der häufigste Anlass für eine Krankschreibung waren der Studie zufolge Atemwegserkrankungen. Melech: „Das ist wenig überraschend. Die heftige Grippe- und Erkältungswelle Anfang des vergangenen Jahres zeigt sich in den Zahlen.“ So blieben Beschäftigte in und um Neubrandenburg im Schnitt fast vier Tage aufgrund von Husten oder Schnupfen zu Hause. Dabei war fast jeder zweite Arbeitnehmer von einer Erkältung oder einem grippalen Infekt betroffen.

Häufige Fehlzeiten gab es ebenfalls aufgrund von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, worunter insbesondere Rückenschmerzen fallen. Wegen „Rücken“ fielen Beschäftigte aus der Region im Schnitt 3,7 Tage aus. Auch psychische Erkrankungen sowie Verletzungen und Vergiftungen gehören zu den häufig vorkommenden Krankheitsbildern. Aufgrund von Angststörungen, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen blieben die Neubrandenburger laut dem Bericht 3,9 Tage der Arbeit fern, verletzungsbedingt immerhin 2,6 Tage.

Frauen gehen öfter zum Arzt und fehlen mehr

Der Report zeigt weiterhin, dass Frauen in der Region häufiger ausfallen als Männer. Im Schnitt kommen weibliche Arbeitnehmer auf 23,9 krankheitsbedingte Fehltage, Männer auf 20,8. Krankschreibungen aufgrund der Betreuung eines erkrankten Kindes fallen nicht hierunter. Den Unterschied vermutet Barmer-Landespressesprecherin Franziska Sanyang indes im stärkeren Gesundheitsbewusstsein der Frauen. Das zeige sich beispielsweise daran, dass der Anteil an Männern, der regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen geht oder an Gesundheitschecks teilnimmt, deutlich geringer sei als der von Frauen. „Insbesondere Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren haben relativ selten Arztkontakte und werden infolgedessen auch weniger krankgeschrieben“, so Sanyang.

In derselben Altersgruppe seien Frauen im Schnitt schon alleine wegen gynäkologischer Untersuchungen häufiger in ärztlicher Betreuung und können infolgedessen auch häufiger krankgeschrieben werden. In hohen Altersgruppen (70 +) gleiche sich die Häufigkeit der Arztkontakte von Frauen und Männern dann wiederum an.

Im Vergleich mit den durchschnittlichen Fehlzeiten im Bundesland schneidet der Altkreis zumindest nicht schlechter ab. „Landesweit fehlten Beschäftigte mit 22,2 Tagen im Schnitt sogar etwas häufiger als Arbeitnehmer aus der Region Neubrandenburg“, stellt Bernd Melech fest.

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