AFGHANE ANGEKLAGT

Asylbewerber spricht nach Messerattacke von Todesangst

Im Prozess um Attacken auf Asylbewerber in Greifswald und Anklam hat ein weiteres Opfer vor Gericht seine Todesangst geschildert. Der angeklagte Afghane hat eine andere Sicht auf die Dinge.
dpa
Der Angeklagte und sein Anwalt Dirk Pegelow (Archivbild).
Der Angeklagte und sein Anwalt Dirk Pegelow (Archivbild). Thomas Beigang
Neubrandenburg ·

Im Prozess um gefährliche Attacken auf Asylbewerber in Vorpommern hat ein weiteres Opfer seine Todesangst geschildert. „Ich bin überzeugt, der Mann wollte mich zu dem Zeitpunkt umbringen”, sagte der 24 Jahre alter Mann aus Sierra Leone am Montag am Landgericht Neubrandenburg.

Der 27 Jahre alte Angeklagte hatte den Afrikaner im Juli 2018 in und vor einem Asylbewerberheim in Greifswald mit einem Messer angegriffen und verletzt. Das zeigten Aufnahmen von Überwachungskameras in der Verhandlung. Zudem hatte der Angeklagte gestanden, allerdings angegeben, er sei seinerseits von dem Geschädigten vorher beleidigt worden.

Taten in Anklam und Greifswald

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten aus Afghanistan versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung in drei Fällen vor. Mit einem Urteil wird frühestens am 6. Februar gerechnet. Der Angeklagte hat alle drei Taten in Anklam und Greifswald bereits eingeräumt, will aber nach Alkoholkonsum jeweils vorher von anderen beleidigt oder geschlagen worden sein.

Zudem bestritt er Tötungsabsichten. Er habe den anderen „mit Messern Angst machen wollen.” Dem hatte schon ein weiteres Opfer – ein 19-jähriger Syrer – widersprochen. Er habe den Angeklagten im Herbst 2018 im Greifswalder Museumshafen daran gehindert, „Studenten abzustechen.”

Als er ihm das Messer entwunden hatte, sei der 27-Jährige mit einer abgebrochenen Bierflasche auf ihn losgegangen und habe ihn an Hand und Hals verletzt. Polizisten beendeten das Gerangel mit Pfefferspray. Die Höhe eines Urteils hängt auch vom Bericht einer Psychiaterin für den 27-Jährigen ab.

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