MORDPROZESS IN NEUBRANDENBURG

Atmete Leonie zum Zeitpunkt des Notrufs noch?

Nach krankheitsbedingter Pause geht in Neubrandenburg der Prozess um den Tod der kleinen Leonie am Donnerstag weiter. Bereits im Vorfeld gibt es vielleicht einen entscheidenden neuen Hinweis.
Andreas Becker Andreas Becker
In Neubrandenburg wird der Mordprozesses um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow weiter verhandelt (Archivbild).
In Neubrandenburg wird der Mordprozesses um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow weiter verhandelt (Archivbild). Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Was passierte genau am Todestag von Leonie am 12. Januar? Auch nach fast zweimonatiger Dauer versucht das Landgericht Neubrandenburg, die genauen Umstände, die zum Tod Leonies geführt haben, zu rekonstruieren. Nach Informationen des Nordkurier soll das sechsjährige Kind nach Aussage seiner leiblichen Mutter Janine Z. zum Zeitpunkt des ersten Notrufes noch geatmet haben.

Diese Darstellung, die die Mutter in ihrer nicht öffentlichen Vernehmung vor dem Landgericht gemacht haben soll, würde den Angaben von Notarzt und Rettungssanitäter widersprechen. Die hatten ausgesagt, dass der Angeklagte David H., der Stiefvater Leonies, den Notruf erst abgesetzt hatte, als das Mädchen schon einen längeren Zeitraum tot gewesen sei.

+++ Alle Nordkurier-Artikel zum Mordfall Leonie finden Sie hier. +++

David H. bestreitet die Vorwürfe

In der Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg David H. Mord durch Unterlassen und mehrfache Misshandlungen von Schutzbefohlenen vor. Der Stiefvater selbst bestreitet die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. David H. hatte in polizeilichen Vernehmungen stets betont, dass Leonie an ihrem Todestag mit ihrem Puppenwagen die Treppe im Hausflur hinunter gestürzt – und an den Folgen Stunden später gestorben sei.

Mit Spannung wird nun am Donnerstag auch die Aussage eines Dekra-Sachverständigen vor Gericht erwartet. Der Gutachter soll Auskunft geben, ob es am Puppenwagen entsprechende Spuren und Schäden gegeben hat, die auf einen Treppensturz hindeuten könnten. David H. und Janine Z. hatten gemeinsam mit den Kindern Leonie, Noah-Joel und Jonathan in einer Wohnung in Torgelow gewohnt.

Mehr lesen: Ist Leonie wirklich die Treppe heruntergefallen?

Sagt der Freund von Leonies Mutter aus?

Und noch etwas dürfte am Donnerstag eine große Rolle spielen: Es soll eine DVD existieren, die die Patchwork-Familie zwei Tage nach Leonies Tod auf einer Zugfahrt von Torgelow nach Pasewalk zeigt. Auch von diesem Dokument erhofft sich das Gericht Erkenntnisse zur Aufklärung der Todesumstände.

Fraglich ist weiterhin, ob am Donnerstag ein Freund der leiblichen Mutter Leonies aussagt. Das Gericht wollte sich bemühen, den Freund in den Zeugenstand zu bestellen. Der Mann soll zum Todeszeitpunkt des Mädchens ein Verhältnis mit der leiblichen Mutter gehabt haben.

Zwischen David H. und Janine Z. soll es wenige Tage vor dem 12. Januar zu einem heftigen und lautstarken Beziehungsstreit gekommen sein. Angeblich soll Leonie dabei zwischen die Fronten der Erwachsenen geraten sein.

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