CORONA-KRISE

Auch Autohäuser und Fahrradläden haben weiter geöffnet

Corona-Zeit. Im ganzen Land ist der Einzelhandel tot. Im ganzen Land? Nein, Autohäuser und Fahrradläden haben weiter geöffnet. Warum eigentlich?
Auch im Autohaus Eschengrund in Neubrandenburg geht der Betrieb weiter.
Auch im Autohaus Eschengrund in Neubrandenburg geht der Betrieb weiter. Peter Kuboth
Planen sollen Mitarbeiter und Kunden vor dem Virus schützen.
Schutzhüllen sollen Mitarbeiter und Kunden vor dem Virus schützen. Peter Kuboth
Autohäuser mit angeschlossener Werkstatt dürfen weiter öffnen.
Autohäuser mit angeschlossener Werkstatt dürfen weiter öffnen. Peter Kuboth
Neubrandenburg.

Die Innenstädte sind leergefegt, die Schaufenster dunkel, an den Ladentüren hängen Zettel mit der Aufschrift: „Wir liefern noch” oder aber „Wir sind bald wieder für Sie da.” Überall im Land befindet sich der Einzelhandel wegen der Corona-Krise in einer Zwangspause. Doch nanu – etwas abseits haben Fahrradläden und Autohäuser weiter geöffnet.

So arbeitet etwa das Autohaus Eschengrund montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr und auch das Autohaus Kopischke in Altentreptow und das Autohaus Schröder in Anklam sind weiterhin für Serviceleistungen und Verkauf nach Absprache geöffnet. Die Betriebe arbeiten unter besonderen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen, aber sie arbeiten.

Grund dafür ist eine Sondergenehmigung des Landes, nach der Handwerksbetriebe mit angeschlossenem Verkauf ihren Betrieb fortsetzen dürfen. Dies gelte auch für den Auto- und Fahrradhandel mit angeschlossener Werkstatt, heißt es von der Landesregierung. Eine entsprechende Mitteilung erhielt der Landesverband des Kfz-Gewerbes auf Regierungsanfrage. Demnach sei Mecklenburg-Vorpommern derzeit das einzige Bundesland mit dieser Regelung.

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Betrieb soll öffentlichen Verkehr entlasten

Zur Begründung wird darauf hingewiesen, „dass der Großhandel, Dienstleistungsbetriebe mit angeschlossenem Verkauf, wie zum Beispiel Fahrrad- und Autohändler dazu beitragen können, dass weniger öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden.” Die individuelle Mobilität und die Entlastung des öffentlichen Verkehrs sollen dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu minimieren. Doch gelten die Sonderregelungen für den Verkauf ebenso wie für den Service?

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Mirko Brandt vom Fahrradgeschäft „Herr Velo” in Neubrandenburg ist sich da nicht sicher. Anders als das Fahrradhaus Leffin einige Straßen weiter, möchte sich „Herr Velo” deshalb zunächst nur auf Reparaturen konzentrieren und hat den Verkauf fürs Erste eingestellt. „Wie es mit dem Verkauf steht, ist Auslegungssache”, meint er. Er geht bei seiner Interpretation auf Nummer sicher, auch weil es im Beratungsgespräch schwierig sei, die Abstandsregeln einzuhalten: „Der Einzelhandel ist ja tot” sagt er und dazu zähle eben auch der Verkauf von Fahrrädern.

Noch hat die Hochsaison für den Fahrradverkauf nicht begonnen. Brandt möchte sich über das weitere Vorgehen aber dennoch mit anderen Betroffenen beraten. In der Werkstatt spüren er und seine Mitarbeiter unterdessen eine gestiegene Nachfrage. Viele Menschen scheinen die verbliebene Freiheit auf zwei Rädern zu genießen.

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