HOHER INZIDENZWERT

Auch Neubrandenburg kurz vorm Corona-Hotspot

Seit dem Jahreswechsel ist die Corona-Inzidenz in der Stadt drastisch angestiegen. Bei 184,5 lag der Wert zuletzt. Die Rufe nach Zahlen auf Amtsebene mehren sich. Nun scheint der Landkreis nachzugeben.
So wären die Bewegungsradien im Raum Neubrandenburg, sollte die 15-Kilometer-Einschränkung aufgrund der hohen Inzide
So wären die Bewegungsradien im Raum Neubrandenburg, sollte die 15-Kilometer-Einschränkung aufgrund der hohen Inzidenzwerte zur Anwendung kommen.
Neubrandenburg.

Der Ansprung wirkt gewaltig. Am Freitag lag die Corona-Inzidenz für die Stadt Neubrandenburg bei 184,5, wie der Nordkurier auf Anfrage beim Landkreis Seenplatte erfuhr. Gerechnet auf 100.000 Einwohner macht das 118 Neuinfizierte innerhalb der vergangenen sieben Tage. Damit liegt die Kreisstadt zumindest statistisch immer noch unter dem Durchschnitt des Landkreises, der mit einem Wert von weit über 200 mittlerweile als Corona-Hotspot gilt, was zu einer Ausgangssperre zwischen 20 und 6  Uhr geführt hat. Und deretwegen nun den Bürgern eine Bewegungseinschränkung droht, mit der sie sich maximal 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen.

Eine Übersicht zu den aktuellen Corona-Regeln in MV finden sie hier.

Doch gerade für die Stadt ist die neue Inzidenz von über 180 ein besonders starker Anstieg im neuen Jahr. „Am 30.  Dezember lag sie noch bei 80,4“, betont Kreissprecherin Tilla Steinbach.

„Nicht nachvollziehbare Geheimniskrämerei”

Eine Information, die einige Neubrandenburger Stadtvertreter auch gerne bekommen hätten. „Ganz ehrlich, wir machen uns lächerlich“, machte etwa Hans-Jürgen Schwanke (CDU) bei der Hauptausschusssitzung seinem Ärger Luft. Er unterstützte damit die Worte seines Vorredners Dieter Kowalick (Die Linke). Dieser hatte zuvor das Unverständnis seiner Fraktion darüber zum Ausdruck gebracht, dass es für die Stadt Neubrandenburg keine extra ausgewiesenen Zahlen der Corona-Neuinfektionen und keine Angaben zum Inzidenzwert gibt. Kowalick sprach von einer nicht nachvollziehbaren Geheimniskrämerei.

Mehr lesen: Darum ist die Inzidenz in der Seenplatte so hoch

Seit Wochen schwelt die Debatte im Bezug auf die nicht veröffentlichten Inzidenzzahlen für die Stadt Neubrandenburg. Laut Vize-Oberbürgermeister Peter Modemann sind die Zahlen, die die Verwaltungen erhalten nur für den Dienstgebrauch.

Auch zahlreiche Nordkurier-Leser stören sich an dem Verwaltungsgebaren. Der Landrat sollte mehr Vertrauen in seine mündigen Bürger haben und angesichts der Größe des Kreises genauere Zahlen veröffentlichen, schreibt etwa Eris Nehring. Auch der Neubrandenburger Christoph Bressler fühlt sich bei den Zahlen weiterhin von den Behörden „uninformiert“, wie er sagt. Zwei von vielen. Doch der Stadt sind die Hände gebunden. Beim Hauptausschuss hieß es nahezu gebetsmühlenartig seitens der Verwaltung: „Wir sind nicht die zuständige Behörde.“ Das sei der Landkreis.

Dringender Appell an die Bürger

So langsam scheint der Druck aus Bevölkerung und Kommunalpolitik diesen nun tatsächlich zu einer Abkehr von der bisherigen Informationspolitik zu bewegen. Es sei geplant, künftig die Zahlen auf Amtsebene herauszugeben, sagte Sprecherin Haidrun Pergande auf Anfrage. Vermutlich einmal die Woche.

Mehr lesen: Reha-Klinik wird nach Corona-Ausbruch zu Ersatzkrankenhaus

Unterdessen appellierte Vize-Landrat Kai Seiferth am Freitag eindringlich an die Bevölkerung: „Bitte vermeiden Sie weiterhin alle persönlichen Kontakte, die über den täglichen familiären Kreis hinausgehen. Was sich nicht vermeiden lässt, tun Sie bitte mit äußerster Vorsicht und unter Schutzvorkehrungen.“ Das Coronavirus sei im ganzen Kreis „mitten unter uns“.

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Kommentare (3)

aber es ist doch nur ausgelebter lokaler Egoismus in der Hoffnung, die Zahlen in der eigenen engeren Umgebung sind günstiger und die Ämter mit den höheren Zahlen werden ganz unsolidarisch zu den Buh-Ämtern in der Pandemie.

Was für ein Lacher!

Seit Monaten beschließen die Herzöge und Herzoginnen unseres Herzogtums ein Verbot nach dem anderen und nun braucht man endlich mal Zahlen.

Wie können sich die Bürger und Bürgerinnen nur so blöd verkaufen lassen!

Naja, so lange es zu Haus schön warm ist und die Kaufhalle offen ist, reichts.

So ein Volk stellen sich die Kaiserin, unsere Landeskönigin und Ihre Vasallen vor.

Wer selbständig lesen und denken kann, nicht nur die Aktuelle Kamera um 20.oo, oder die Vorschau dazu um 19.3o, den heute Schwarzen Kanal oder sogar in die Presse der einzigen 4 großen Medienkonzerne schaut, der erkennt diesen Schwachsinn sehr schnell.

Stadt, Landkreis, Land im Ausnahmezustand. Keine Zahlen, Keine Ahnung, Keinen Plan. Dann winken wir den ganzen Wahnsinn der Bundes- und Landesregierung einfach durch wird schon richtig sein. Naja, wir haben ja nach der Wende im Anmachen des Kopierers der BRD auf den Ostteil geübt. Mal schauen, ob wieder so viel an Zukunft, Perspektive, Betrieben, und und zerstört wird!

Hier, wie immer die aktuellen Zahlen
Quellen: RKI, Proplanta
https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_1/
Von dem Rot sollte man sich nicht beeinflussen lassen. Wahrscheinlich gerade keine andere Farbe vorrätig ;)
https://www.proplanta.de/karten/proplanta_karten.php

Stand. 10.01.2021, Nach 300 Tagen bei 275.000 Einwohnern!
Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Infizierte 2020/2021: 3.395
Anzahl Todesfälle: 30 bis dato
Sterberate (%): 0,88 (Untersterblichkeit)
Fälle pro 100.000 Einwohner: 1315,51
Covid-19 Infektions-Rate (%): 1,31
Neu infiziert letzte 7 Tage: 668
Verdoppelungs-Zeit in Tagen: 22,55
Verdoppelungs-Zeit in Wochen (7 Tage): 4,36
R-Wert (4 Tage): 0,73
R-Wert geglättet (7 Tage): 1,03

Wenn wir davon ausgehen, dass die Infizierten Zahlen mit dem Drosten PCR Test ermittelt werden, der mittlerweile und nachweislich für nicht aussagekräftig gilt, dann sind auch die Infizierten Zahlen nicht korrekt!

Jetzt fragen wir uns bitte wieder, wo ist bitte die Pandemie? Außer in den Medien und mittlerweile in den Köpfen der Menschen. Was natürlich auch beabsichtig wird!

Und bitte nicht wieder anfangen, ja und in den Krankenhäusern werden doch die Patienten gestapelt. (Für Pommernschaedel)
Quelle: https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/kartenansichten

Stand: 10.01.2021
Anteil der COVID-19 PatientInnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten in MV
12,9 % von 100% sind mit Covidpatienten belegt
Anteil der freien Betten an Gesamtzahl der Intensivbetten in MV
20,6 % von 100% sind frei

Lieber Autoren Herr Prahle und Frau Jasmer,
eine Frage nach Zahlen ist natürlich interessant. Warum wurde die Anzahl der Intensivbetten in den letzten Jahren eigentlich immer weiter reduziert? Vielleicht können Ihnen die, denen an unserer Gesundheit so viel liegt, mal Rede und Antwort stehen! Ich meine Stadt, Landkreis, Land und Bund!
Unsere Gewählten haben keine Zahlen 😊 bzw. können damit nicht umgehen!
Von mir aus können wir mit der ganzen Farce aufhören!
Aber irgendwie macht es auch Spaß alles kaputt zu machen und andere zu unterdrücken. (Das Experiment)

Die Bürger haben ein Recht auf diese Zahlen, alles andere ist undemokratisch.