Tourismus

Auch Rentner für Abholzung am Tollensesee

Die Neubrandenburger CDU, die sich für die Abholzung der Bäume und Büsche am Tollensesee-Ufer beim RWN stark macht, hat unerwartete Unterstützung aus routinierten Kreisen erhalten.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Vom RWN-Gelände ist kaum freie Sicht auf den See möglich. Nicht nur die CDU macht sich für die Abholzung der Bäume und Büsche an dieser Stelle stark.
Vom RWN-Gelände ist kaum freie Sicht auf den See möglich. Nicht nur die CDU macht sich für die Abholzung der Bäume und Büsche an dieser Stelle stark. Thomas Beigang
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Neubrandenburg.

Der Neubrandenburger Seniorenbeirat, der Interessenvertreter tausender Rentner in der Kreisstadt, schlägt sich in Sachen Abholzung am städtischen Ufer des Tollensesees auf die Seite der CDU. Die Christdemokraten machen sich gerade dafür stark, nördlich und südlich des Wassersportzentrums Bäume und Büsche verschwinden zu lassen, um einen freien Blick auf den See zu ermöglichen. Hintergrund der Angelegenheit: Zukünftigen privaten Investoren, die sich für alte RWN-Hallen und Grundstücke interessieren, sollen vernünftige seebezogene Nutzungen geschaffen werden. „Ohne freien Blick auf den See ist hier keine touristische Entwicklung möglich“, so der CDU-Stadtvertreter und Vorsitzende des mächtigen Stadtentwicklungsausschusses, Marco Messner.

Der Ausschuss hatte vor Monatsfrist eine Beschlussvorlage der Verwaltung zu dem Areal gekippt, weil darin die freie Sicht fehlte. Der Seniorenbeirat habe seine Ansicht – durch einen freien Blick auf den See das Gewässer wieder dichter an die Stadt zu rücken – auch schon schriftlich Oberbürgermeister Silvio Witt mitgeteilt, so dessen Vorsitzender Peter Lundershausen – immerhin Stadtvertreter der Linken in der Ratsversammlung.

Messner: Niemand will den Kahlschlag

Unterdessen hat Messner die Ansicht der CDU gegen viel Kritik aus Neubrandenburg verteidigt. Niemand wolle den Kahlschlag, so der Kommunalpolitiker. Aber bei fast 40 Kilometer Natur pur rings um den Tollensesee wäre es doch kein Sakrileg, den „Wildwuchs“ auf einigen Hundert Metern in der Stadt zu beseitigen. „Wenn wir bessere Bedingungen für die touristische Entwicklung wünschen, muss etwas unternommen werden“, sagte das CDU-Mitglied und verwies darauf, dass viele Uferbereiche in der Stadt „seit vielen Jahren“ der Natur überlassen werden.

„Keine Pflege, kein Rückschnitt“. Wenn sich gerade im Areal am RWN nichts ändere, prophezeit Messner, bleiben die Erfolgsaussichten von Investoren, die hier touristisch etwas auf die Beine stellen wollen, sehr zweifelhaft. „Wir haben den See vor der Haustür und merken es vielerorts gar nicht“. Im kleineren Maßstab würde gegenwärtig gleiches am Schwanenteich vor sich gehen, schimpft der Stadtvertreter. Auch das kleine Gewässer am Engels-Ring wuchere nach Ansicht des Mannes immer mehr zu.

Erneut verweist Messner auf andere Städte in der Seenplatte. Überall, so seine felsenfeste Überzeugung, spielen die Seen eine bessere Rolle als ausgerechnet in Neubrandenburg. „Woanders lässt man sich den freien Blick auf den See nicht verbieten.“ Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, so der Wunsch des CDU-Ratsherren, müsse man die Hürde nehmen.

Zahl der Übernachtungen weiter gesunken

Sofort nach Bekanntwerden der CDU-Pläne herrschte im August riesengroße Aufregung bei der Fraktion der Bündnisgrünen in der Stadtvertretung. Deren Ratsfrau Franziska Scheunemann, ebenfalls Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss, kündigte sofort energischen Protest an. Die touristische Entwicklung des Sees sei auch ihnen wichtig, ließen die Neubrandenburger Grünen wissen, aber nicht um jeden Preis. Man sei „irritiert über die harsche und schonungslose Kritik an den geltenden Naturschutzbestimmungen seitens der CDU-Fraktion“.

Die Zahl der ohnehin nicht üppigen Übernachtungen in der Stadt Neubrandenburg ist 2018 weiter gesunken. Im Juni registrierten die Hotels und Pensionen der Kreisstadt rund 1,8 Prozent weniger Übernachtungen als im Juni des Vorjahres.

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Kommentare (6)

Villen statt Natur am Tollensesee!

Das ist dann warscheinlich der längerfristige Plan. So ein Grundstück ist nur halb soviel wert ohne "Privatgrundstück" und überklettersicheren Zaun bis ins tiefe Wasser. Dem gemeinen Volk bleiben immer noch die anderen knapp 40 km.

Vollkommen im Recht..... alle wollen nur die Filets und den Rest des Fisches ist fürs gemeine Volk! So bitte nicht!!! Was sind das für Rentner die alles befürworten????? Die haben alle ein dickes Konto und sind selbst Immobilienhaie in der Stadt. Keine Uferbebauung 200 m Mindestabstand bitte und einen freien Zugang zum Wasser für alle! Es sind schon genug große Uferbäume als fadenscheinigen Gründen abgeägt worden um freien Blick aufs Wasser zu haben.

Mann kann ja das Büsche & Unterholz entfernen dann gibt es eine freie Sicht. Wenn man da alles entfernen will was potentiellen Bauherren wollen dann sollte man auch mal an Kultur Park ( besser H. -Kl. e.t.z.) da für freie sicht zu sorgen denn da sind auch nur Stangen zusehen statt See Ufer.

hat Neubrandenburg - keine touristischen Pfunde - zu bieten! Neubrandenburg ist zu teuer, das Angebot zu gering und durchschnittlich - nur was fuer junge mobile Wanderer / Urlauber welche Nb. als Raststatt benuetzen

Es gibt hier nichts touristisches historisch wertvolles..... NB ist und bleibt eine reine Wohnstadt . Wozu dann alles abholzen, lasst die Natur blühen und man hat in 100 Jahren eine wunderbares Biotop, das dann dem Anspruch her sehenswert ist.