CORONAVIRUS

Auch Seenplatten-Landrat Kärger bereits geimpft

Der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, wurde vorzeitig geimpft – und dafür kritisiert. Auch Landrat Heiko Kärger aus der Mecklenburgischen Seenplatte hat die Impfung schon erhalten.
dpa
Auch Heiko Kärger wurde bereits gegen das Coronavirus geimpft.
Auch Heiko Kärger wurde bereits gegen das Coronavirus geimpft. Ulrike Kielmann
Neubrandenburg ·

Der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Heiko Kärger (CDU), ist wie sein Amtskollege Stefan Kerth aus dem Kreis Vorpommern-Rügen bereits gegen Corona geimpft. Der 60-Jährige, der auch Vorsitzender des Landkreistages Mecklenburg-Vorpommern ist, wurde aufgrund seiner Vorerkrankungen als Risikopatient geführt, wie die Leiterin des Gesundheitsamtes Cornelia Ruhnau am Dienstag erklärte. Kärger, der sich derzeit außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern von einer anderen Erkrankung erholt, habe das Gesundheitsamt des Landkreises aufgrund mehrerer Anfragen von der Schweigepflicht entbunden.

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Die Impfung sei mit Impfstoff erfolgt, der für Risikopatienten zur Verfügung stand und ansonsten an dem Tag hätte vernichtet werden müssen, erklärte Ruhnau. Die Impfung stand zudem im Zusammenhang mit einer Operation, die damals in einer Klinik in einem Corona-Hochrisikogebiet lag. Kärgers Vertreter, die Vize-Landräte Kai Seiferth und Thomas Müller, sind noch nicht geimpft, wie beide auf Anfrage erklärten.

Der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, hat seine frühe Impfung gegen das Coronavirus mit überschüssigem Impfstoff und der vergeblichen Suche nach anderen Impfkandidaten erklärt. Kerth war schon am 12. Januar im Impfzentrum in Stralsund geimpft worden, wie er laut Medienberichten am Montag auf einer Kreistagssitzung bestätigte. „Ich bin an dem Tag da gewesen zur Eröffnung”, sagte der SPD-Politiker der dpa. Irgendwann seien Impfwillige gesucht worden, weil Spritzen bereits aufgezogen worden waren für Impfberechtigte, die nicht erschienen seien. Es habe an dem Tag technische Schwierigkeiten bei der Terminvergabe durch das Land gegeben.

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Staatsanwaltschaft prüft Fall Kerth

Laut einer Mitteilung des Landkreises waren zu Dienstschluss des Zentrums noch vier aufgezogene Spritzen vorhanden, die man hätte wegwerfen müssen. „Ich habe mich selbstverständlich dagegen verwahrt, dass ich eine Impfung bekomme, weil ich einfach nicht dran bin”, sagte Kerth. Mitarbeiter hätten allerdings zu dem Zeitpunkt nicht ausreichend Ersatzkandidaten finden können. Auch im Hinblick auf Impfbedenken habe Kerth auch befürchtet, dass es „extrem eigenartig rüberkommt”, wenn er sich kategorisch verweigert und darauf bestanden hätte, dass die letzte Dosis weggeschmissen wird.

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Schließlich habe er der Impfung zugestimmt und sei wie zwei Hilfskräfte und ein weiterer Verwaltungsmitarbeiter geimpft worden. Dabei handelte es sich laut Landkreis um einen normalen Mitarbeiter und nicht um einen Stellvertreter oder Amtsleiter. Kerth habe sich schon damals dazu entschieden die zweite Impfung verstreichen zu lassen. Danach seien Listen mit Kontaktdaten erstellt worden, etwa von Rettungsdienstmitarbeiterinnen und -mitarbeitern oder Personal aus Alten- und Pflegeeinrichtungen, die im Fall von übrigen Impfdosen angerufen werden.

Nach Bekanntwerden der Impfung Kerths war Kritik laut geworden etwa von der Jungen Union und der AfD. Die Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben den Sachverhalt sieht aber bisher keinen Anfangsverdacht.

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Kommentare (7)

Schön für ihn ..

Mit einem mal sind alle sterbenskrank und Risikopatienten, überall liegen zufällig aufgezogen Spritzen rum, die weggeschmissen werden sollen.
Gut, wenn man da zufällig zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist.

Zufälle gibt's aber auch.

Alter Falter, wer soll den Sch__ß glauben ?

Was hat dieser Mensch für einen Charakter? 1000de andere haben auch Vorerkrankungen und sind Risikopatienten und haben keine Chace sich impen zu lassen. Er hat seine Position ausgenutzt, sofortiger Rücktritt und was soll er in der Führungsposition wo er doch sooooooo krank ist, Wir brauchen Menschen, die noch denken können an der Spitze und keine Leichenteile!

Und keiner nennt es Amtsmissbrauch.
Würde mich nicht wundern, wenn unsere Schlossvorsitzende auch schon mal von einer entsprechenden Ampulle genascht hat, sie ist doch auch „Risikopatientin“.
Natürlich nebst anderen Regierigen.

Willst Du mal Politiker sehen muss Du Abends zum Impfzentrum gehen.

Willst Du mal Politiker sehen musst Du Abends zum Impfzentrum gehen.

ob der Artikel über die Erkrankung vom Landrat schon als Rechtfertigung für den Verstoß gegen Impfpriorität herhalten sollte?
Können Bürger, die gegen die von Ihn unterschriebenen Allgemeinverordnungen verstossen, ebenfalls mit wagen Schutzbehauptungen entziehen? Die Ordnungsbehörden werden bei der Kontrolle der Einschränkungen nicht gestärkt.
Schade das die Judikative, da keinen Handlungsbedarf sieht. Es entsteht somit der Eindruck, das öffentliche Personen, sich ungestraft Ihren eigenen Regelungen widersetzen können.
Wegen wochenlanger Heimlichtuerei, sind außer der Reihe geimpfte Entscheidungsträger, mangels sofortiger Offenheit und Instiktlosigkeit, nicht mehr tragbar.
Traurig ist, dass im Vorherein, scheinbar von allen Ebenen, in der Planung, kein Gedanke an die sinnvollen Verbrauch von möglichen Restdosen, des raren Impfstoffes, vorgekommen ist.
In der Krise sind planvolle, entscheidungsfähige & parteiunabhängige Sachpolitiker wertvoller als die "Frühstücksdirektoren", die nur Ihr Gesicht bei einer Provinzveranstaltung medienwirksam zeigen.