Fünfte Auflage steht bevor

:

Auf der Mecklenburger Seenrunde sollen Radler „mehr Seen sehen“

Vielen Radfahrern juckt es vermutlich schon in den Zehen, um Ende Mai bei der 5. Seenrunde an den Start zu gehen. 
Vielen Radfahrern juckt es vermutlich schon in den Zehen, um Ende Mai bei der 5. Seenrunde an den Start zu gehen.
NK-Archiv/Susanne Schulz

Die beste Seenrunde aller Zeiten kreieren – diesem Ehrgeiz stellt sich Streckenchef René Wasmund jedes Jahr aufs Neue. Und diesmal bei der fünften Auflage natürlich besonders. Im Gespräch mit Susanne Schulz verriet der 41-Jährige, was die Teilnehmer da erwartet.

Die Seenrunde feiert mit der Nummer 5 ihr erstes kleines Jubiläum. Das zeigt sich womöglich schon bei der Streckenplanung?

Tatsächlich hatten wir überlegt, dieses Jahr 305 Kilometer zu fahren, aber das kriegt man so genau nicht hin. Aber da wir jedes Jahr die beste MSR aller Zeiten bieten wollen, haben wir auch diesmal wieder nach einer noch besseren Strecke gesucht. Die führt jetzt im Süden ab Useriner Mühle durch den Kern der Seenplatte, über Wesenberg, Canow, Schwarz und Lärz.

Was macht denn gerade diesen Abschnitt so besonders?

Er passt super zu unserem Motto „mehr Seen sehen“. Außerdem richten wir in Schwarz gemeinsam mit der Feuerwehr noch ein zusätzliches Verpflegungsdepot ein, so dass es diesmal acht statt sieben Depots gibt.

Und an anderer Stelle sparen Sie Kilometer ein?

So ist es. Da der Abschnitt zwischen Neustrelitz und Röbel länger wird, verzichten wir auf die Umrundung des Torgelower Sees. Ich glaube, dass die neue Strecke vielen Teilnehmern sehr gefallen wird.

Wie muss denn ein Weg beschaffen sein, damit er sich für Seenrunde-Radler eignet? Und was geht gar nicht?

Eine Prämisse ist, dass die Teilnehmer keinen Streckenabschnitt doppelt fahren müssen. Man soll rhythmisch fahren können, mit dem Gefühl, vorwärts zu kommen – was auf einem Zickzack-Kurs nicht der Fall wäre. Außerdem kommt es natürlich auf die Beschaffenheit der Wege an. Kopfsteinpflaster fällt aus. Ebenso Kreuzungsbereiche, die man schlecht einsehen kann, oder überraschende Hindernisse wie eine Kurve oder eine Senke, die der Fahrer – erst recht bei Nacht – erst im letzten Moment erkennt. Da ist die Unfallgefahr zu hoch, dann nehmen wir lieber eine Bundesstraße.

Apropos Sicherheit: Das Reglement verweist unmissverständlich auf Helmpflicht, ordentliche Beleuchtung und die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Sind da alle Teilnehmer vorbildlich?

Die Helmpflicht wird zu 100 Prozent erfüllt, die Beleuchtung und auch das Verbot von Triathlonlenkern werden wir in diesem Jahr schärfer kontrollieren. Dazu richten wir einen Vor-Start ein, wo mit Unterstützung der Bundeswehr genügend Manpower gegeben ist. Schließlich sollen alle Fahrer sicher über die Strecke kommen.

Das Spektrum der Teilnehmer ist riesig: von erfahrenen, ehrgeizigen Sportlern bis zum Freizeitradler, der sich einer großen Herausforderung stellt. Wie lässt sich der Anspruch eines Radmarathons „für jedermann“ verwirklichen?

Wir wollen ermutigen, etwas für die Gesundheit zu tun. Mit einem Trainingsplan, den wir bei der Anmeldung herausgeben, können Fahrer sich vorbereiten. Gerade sind wir auch dabei, über das Portal Cyclique deutschlandweit Trainingsgruppen auf die Beine zu stellen, mit der MSR als Höhepunkt.

Für die 300-Kilometer-Runde müssen Teilnehmer mindestens 18 Jahre alt sein, oder wenigstens 16, die Einwilligung der Eltern vorausgesetzt. Warum ist das so?

300 Kilometer sind sehr fordernd, erst recht, wenn der Körper sich noch in der Entwicklung befindet. Diese Leistungsfähigkeit muss antrainiert werden. Das gilt selbst bei Jugendlichen, die in anderen Sportarten Leistungssport betreiben. Unser Ziel ist schließlich Gesundheitsförderung, nicht Raubbau am Körper.