BEWERBUNGEN FÜR STELLEN

Auf der Suche nach Klimaschutzmanagern

Sowohl Neubrandenburg als auch Altentreptow wollen ihren Klimaschutzkonzepten mit einer neuen Stelle eine Kontrollinstanz geben. Das machen nur wenige Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern.
Mit einer neu geschaffenen Stelle will die Stadt Neubrandenburg die Durchsetzung des Klimaschutzkonzeptes verstärken.
Mit einer neu geschaffenen Stelle will die Stadt Neubrandenburg die Durchsetzung des Klimaschutzkonzeptes verstärken. NK-Archiv
Mit einer neu geschaffenen und geförderten Stelle will auch das Amt Treptower Tollensewinkel künftig die Durchsetzun
Mit einer neu geschaffenen und geförderten Stelle will auch das Amt Treptower Tollensewinkel künftig die Durchsetzung des eigenen Klimaschutzkonzeptes verstärken. Tim Prahle
Neubrandenburg ·

Es sei schon eine Art „Running Gag“ gewesen, sagt Jutta Wegner selbst. Knapp eineinhalb Jahre fragte die Fraktionssitzende der Grünen in jeder Hauptausschusssitzung, ob die Stadt denn nun schon – wie von der Stadtvertretung beschlossen – einen Klimaschutzmanager ausgeschrieben habe. Hatte sie nicht, offiziell fehlte die Förderung. Doch nun muss sich Jutta Wegner einen neuen Dauerwitz überlegen. Denn im Juli suchte die Stadt Neubrandenburg tatsächlich einen Klimaschutzmanager, der aus der Verwaltung heraus einen gesonderten Blick auf das beherrschende Thema dieser Zeit haben soll.

Keine genaue Job-Definition

Wie viele Bewerbungen eingegangen sind, wollte die Verwaltung nicht preisgeben. Das Auswahlverfahren laufe schließlich noch. In Altentreptow sind sie diesbezüglich etwas offener. Auch hier sucht die Verwaltung einen Klimaschutzmanager. „Für den gesamten Amtsbereich“, wie die designierte Bürgermeisterin Claudia Ellgoth (parteilos) betont. Entsprechend werde der neue Mitarbeiter künftig auch aus der Amtsumlage bezahlt. „Es macht ja wenig Sinn, da jetzt Insellösungen zu produzieren“, sagt Ellgoth.

Sieben Bewerbungen seien im Altentreptower Rathaus eingegangen. Vom Geologen bis zum Klimaanlagentechniker sei alles dabei, führt Ellgoth aus. Nicht gänzlich überraschend, denn abgesehen von den durch die Verwaltungen jeweils ausgewählten Voraussetzungen gibt es für die Qualifikation eines Klimaschutzmanagers keine so ganz genaue Definition.

Ihre oder seine Aufgabe in den beiden Kommunen ist dafür umso klarer. Sowohl Altentreptow als auch Neubrandenburg haben ein beschlossenes Klimaschutzkonzept. In der Kreisstadt lag es gar schon vor dem Amtsantritt des Oberbürgermeisters Silvio Witt (parteilos) in der Schublade, meint Jutta Wegner. Sobald er da ist, soll der Klimaschutzmanager genau schauen, ob sich die Stadt auch an das eigene Konzept hält, erläutert die Ratsfrau. Auch den städtischen Unternehmen gelte es, auf die Finger zu schauen und insgesamt das Thema in der Öffentlichkeit hochzuhalten.

Neubrandenburg brauchte länger

Warum es mit den Fördermitteln in Neubrandenburg derart lange gedauert hat, während in Altentreptow zwischen Beschluss und Fördermittelbescheid nur ein paar Monate vergingen, bleibe für sie rätselhaft. Doch beide Kommunen gehören fortan landesweit zu einem sehr kleinen Kreis.

Seit 2008 gibt es bereits das kommunale Förderprogramm der „Nationalen Klimaschutzinitiative“, teilt das Bundesumweltministerium auf Anfrage mit. „Seither wurden über 1.100 Fördervorhaben mit Stellen für ein Klimaschutzmanagement von deutschen Landkreisen, Städten und Gemeinden beantragt und über 970 Vorhaben bewilligt“, führt ein Sprecher des Umweltministeriums auf. 80 Millionen Euro seien dafür bundesweit verteilt worden. Doch in Mecklenburg Vorpommern mit seinen über 700 Kommunen scheinen sich die meisten noch zurückzuhalten. Hier gab es seit 2008 gerade mal zwölf Anträge, von denen elf bewilligt wurde – mit einem Volumen von 1,1 Millionen Euro.

Nur drei Kommunen landesweit in 2020

Seit 2020 haben sich inklusive Neubrandenburg und Altentreptow gar nur drei Kommunen landesweit für den Klimaschutzmanager interessiert. Bundesweit waren es knapp 240 Vorhaben, erläutert das Bundesumweltministerium.

Nun muss sich in Altentreptow und Neubrandenburg nur noch der passende Bewerber finden. Ratsfrau Jutta Wegner kündigt bereits an, bei der nächsten Sitzung Einblick in die Bewerbungsunterlagen zu beantragen. „Es interessiert mich schon, wie viele und was für Bewerbungen die Stadt für die Stelle“, betont sie. Schließlich habe man lange genug auf die Ausschreibung gewartet.

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Kommentare (1)

Und mit diesem wird dann alles besser? Ahja verstehe verstehe.🤡🌈 Alles so schön bunt hier. Ich kann es kaum erwarten.