Treuer Fan
Auf Tuchfühlung mit den Backstreet Boys in Neubrandenburg

Das Foto mit dem Idol wird von Tina Wessinger sorgsam gehütet.
Das Foto mit dem Idol wird von Tina Wessinger sorgsam gehütet.
Tobias Holtz

Vor mehr als 20 Jahren brachten die Backstreet Boys die Stadthalle Neubrandenburg zum Beben. Mit dabei: Tina Wessinger. Die damals Siebenjährige hätte nie damit gerechnet, dass dieser Abend dank ihres Vaters zu einem der unvergesslichsten Momente ihres Lebens würde.

„Wenn ich heute auf ein Konzert der Backstreet Boys gehe, bekomme ich immer noch Gänsehaut und fühle mich sofort wieder in meine Kindheit zurückversetzt“, schwärmt Tina Wessinger. Die 29-Jährige ist Fan der ersten Stunde. Die eingängigen Melodien und Texte der Songs, haben es ihr angetan, wie sie selbst sagt.

Als die Kult-Boyband am 18. Juni 1996 auf ihrer ersten großen Deutschlandtournee in Neubrandenburg Station machte, stand für sie fest: „Da muss ich unbedingt hin!“ Mit sieben Jahren war sie damals noch zu jung, um allein auf das Konzert zu gehen. Ihr Vater habe sich dann letztlich „erbarmt“ mitzukommen.

„Wir waren aber leider erst kurz vor Beginn in der Stadthalle und standen deshalb ganz hinten. Die Bühne konnte man wegen der vielen Menschen gar nicht erkennen“, erinnert sich die gebürtige Neubrandenburgerin. Ihr erstes Konzert hatte sie sich ganz anders vorgestellt. Sie wollte ihren großen Idolen ganz nah sein und nicht die ganze Zeit über nur die Rücken der anderen Leute betrachten.

Eine Weile nicht das Gesicht gewaschen

Doch dann passierte etwas völlig Unerwartetes. Sie beobachtete, wie ihr Vater mit jemandem vom Sicherheitspersonal sprach. Worum es ging, konnte sie nicht verstehen. „Plötzlich nahm mich mein Papa an die Hand. Wir liefen schnurstracks zum Merchandise-Stand, wo er mir ein Fan-Halstuch gekauft hat. Danach ging es hinter die Bühne. Dort saßen schon vier andere Mädchen, die genau wie ich gespannt darauf warteten, was gleich passieren wird“, so Wessinger.

Dass sich in wenigen Sekunden ihr größter Traum erfüllen wird, wusste sie bis dahin nicht. Denn nach und nach betraten die fünf Backstreet Boys den Raum – allen voran Alexander James McLean. „Er kam näher und küsste mich auf beide Wangen. Danach habe ich mir erst mal eine ganze Weile nicht mehr das Gesicht gewaschen“, so Wessinger lachend. Sie hatte die Gelegenheit gleich genutzt, um mit den Jungs Fotos zu machen und sich ihr Halstuch signieren zu lassen.

Aber es kam noch besser für den kleinen Fan. Das anschließende Konzert musste sie nicht mehr aus der hintersten Ecke der Stadthalle verfolgen, sondern stand nun in der ersten Reihe und jubelte den Popstars gemeinsam mit 2500 kreischenden Fans zu. Erst im Nachhinein erfuhr sie, dass die anderen Mädchen das Meet & Greet bei einer Verlosung gewonnen hatten. Ihr Vater habe jedoch immer wieder beteuert, sich nie an einem Gewinnspiel beteiligt zu haben. Wie es zu der überraschenden Begegnung mit der Boyband kam, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Der Liebe wegen weggezogen

Das signierte Tuch und ein Foto zusammen mit ihrem Schwarm Brian Littrell sind seitdem bei allen Konzertbesuchen dabei. „Im Mai ist es endlich wieder soweit. Die Jungs stellen ihr neues Album ‚DNA‘ in Mannheim vor“, freut sich Tina Wessinger, die der Liebe wegen nach Karlsruhe gezogen ist und eine zweijährige Tochter hat.

Indes wird die Krankenschwester diesmal nicht in der kreischenden Menschenmenge stehen, sondern auf der Tribüne sitzen – aus gutem Grund. „Drei Wochen nach dem Konzert werden wir unser zweites Kind bekommen“, sagt sie.