Bei einer Fotoausstellung in der Hochschule Neubrandenburg geht es um Schicksale von Sinti und Roma, die später dem V&oum
Bei einer Fotoausstellung in der Hochschule Neubrandenburg geht es um Schicksale von Sinti und Roma, die später dem Völkermord der Nazis zum Opfer gefallen sind. Lisa Gutzat
Hochschule

Ausstellung zeigt Schicksale von Sinti und Roma

Bei einer Ausstellung in der Hochschule werden Fotos von Sinti- und Roma-Familien gezeigt, die in den 30er Jahren in Deutschland lebten. Fast alle sind von den Nazis ermordet woden.
Neubrandenburg

In der Hochschule Neubrandenburg füllt derzeit eine Foto-Ausstellung die Gänge des Foyers. Die Schau befasst sich mit einem sehr traurigen Thema. Denn die Fotos stellen Schicksale von Sinti und Roma, dar, die in den 1930er Jahren in Deutschland gelebt haben. Die Ausstellung „Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“ dokumentiere eine einzigartige Spurensuche nach den auf den Fotos zu sehenden Familien, wie Constanze Jaiser erklärte. Sie ist Projektleiterin des Vereins Zeitlupe, der sich für politisch-historische Bildungsarbeit zur Geschichte des Nationalsozialismus in Neubrandenburg engagiert.

Lesen Sie auch: Arbeitseinsatz in ehemaligem Neubrandenburger Konzentrationslager

Kontakt zu Zeitzeugen

Gemeinsam mit Jana Müller vom Stadtarchiv Dessau-Roßlau stellte sie die Ausstellung auf die Beine. Jana Müller habe dafür während ihrer Recherchearbeit unter anderem Kontakt zu Zeitzeugen aufgenommen. Bilder des Fotojournalisten Hanns Weltzel, der laut Jaiser zwischen 1932 und 1939 mitteldeutsche Sinti und Roma in Dessau-Roßlau fotografiert hat, prägen die Ausstellung. Auf den Bildern sind Frauen, Männer und Kinder zu sehen, die wenige Jahre nach den Aufnahmen fast alle dem Völkermord zum Opfer gefallen sind, so Jana Müller. „Die Ausstellung ist ein Verdienst der Überlebenden des Völkermords“, sagte Müller bei der Auftaktveranstaltung in der Hochschule Neubrandenburg, bei der unter anderem eine Zeitzeugin mit dabei war.

Bis 9. Juni zu sehen

Bis zum 9. Juni kann die öffentliche Ausstellung noch besucht werden. Anlass für diese Ausstellung ist das Austauschprogramm „Rassismus als europaweite Herausforderung für die Soziale Arbeit und die Zivilgesellschaft“, an dem unter anderem die Universität in der ungarischen Hauptstadt Budapest beteiligt ist.

zur Homepage