Ärger in Neubrandenburg
Wann dürfen Autofahrer Radfahrer überholen?

Wenn Fahrradfahrer sich die Straße mit Autofahrern teilen, dann heißt es, Rücksicht zu nehmen einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten.
Wenn Fahrradfahrer sich die Straße mit Autofahrern teilen, dann heißt es, Rücksicht zu nehmen einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten.
Tobias Holtz

Radfahrer fühlen sich in Neubrandenburg besonders in einer Straße von überholenden Autofahrern bedrängt. Was sagt die Straßenverkehrsordnung zu diesen gefährlichen Manövern?

„Ich fahre mit dem Fahrrad fast jeden Tag die Jahnstraße in Neubrandenburg entlang und bin immer wieder den riskanten Überholmanövern einiger rücksichtsloser Autofahrer ausgeliefert“, schreibt Wolfgang Klemm. Selbst an den Bahnübergängen und bei entgegenkommendem Verkehr würden die meist großen Autos dicht und in schnellem Tempo an ihm vorbeifahren.

„Auf dem Fahrrad habe ich oft das Gefühl, im nächsten Moment vom Auto erfasst oder von der Straße gedrängt zu werden“, so der Neubrandenburger verärgert. Doch leider würden solche „Drängler“ nur sehr selten erwischt und für ihr Verhalten zur Verantwortung gezogen, beklagt Wolfgang Klemm. „Gibt es denn keinen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand?“, fragt Wolfgang Klemm in einem Leserbrief an die Nordkurier-Redaktion.

Seitenabstand beim Überholen

Die meisten Autofahrer entscheiden rein nach Gefühl, ob sie an einem Radfahrer vorbei­ziehen. Doch es gibt Vorschriften: „Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen Autofahrer beim Überholen den nachfolgenden Verkehr nicht gefährden und müssen ausreichend Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu Fußgängern und Radfahrern, einhalten“, erklärt Polizeisprecherin Kathrin Jähner. Wie groß der Abstand genau sein muss, definiert die StVO nicht. In der Regel sollten es allerdings mindestens eineinhalb Meter sein. Wenn das Auto mit mehr als 90 Kilometer pro Stunde unterwegs ist oder ein Kind auf dem Fahrrad transportiert wird, empfiehlt sich sogar ein Abstand von zwei Metern. 

Den Autofahrern bleibt dann häufig nichts anderes übrig, als für einen kurzen Moment auf die andere Fahrspur zu wechseln. „Sollte dies wegen des dichten Gegenverkehrs nicht möglich sein, muss der Fahrer des Pkw so lange hinter dem Radler bleiben, bis sich eine Möglichkeit zum Überholen ergibt“, sagt die Polizeisprecherin. „Oft erschreckt sich der eingeholte Radler, kommt ins Schlingern und stürzt auf die Straße. Wird er dabei verletzt, droht dem Autofahrer, der grob verkehrswidrig gehandelt hat, ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung“, versichert Jähner.

Auch Radfahrer in der Pflicht

Allerdings müssen sich Autofahrer nicht jede Behinderung durch bummelnde Radler bieten lassen. Wenn ein Fahrrad­fahrer durch seinen Fahrstil bewusst andere Verkehrs­teil­nehmer ausbremst, indem er beispiels­weise über eine längere Strecke mitten auf der Fahrbahn fährt, führt dies zu einem Verstoß gegen das Rechts­fahr­gebot und stellt damit auch eine Ordnungswidrigkeit dar, heißt es von der Polizei.

Darüber hinaus gilt der vorgeschriebene Seitenabstand nicht nur für Autofahrer. Ähnlich wie beim Passieren von parkenden Fahrzeugen sollte man als Radfahrer beim Überholen eines Pkw auch ausreichend Abstand halten. Wer sich nicht daran hält und dabei erwischt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 30 Euro rechnen. Kommt es bei einem Überholmanöver zu einer Sachbeschädigung oder sogar zu einem Unfall, sind 35 Euro fällig.

Kommentare (1)

Es ist ja wohl eher so, dass die Radfahrer diejenigen sind die sich provozierend durch die Straßen bewegen. Da wird Fahrbahnmittig gefahren, an der Ampel wird das Vorderrad halb auf die Straße gehalten, Ampelrot interessiert sie nicht etc. Wohl immer im Glauben ,beim Unfall als Unschuldslamm zu gelten. Wer es nicht glaube, fahre nach Berlin.