Noch im Oktober wurden die Forderungen durch einzelne Teilnehmer mit Friedens- und Nationalfahnen umrahmt.
Noch im Oktober wurden die Forderungen durch einzelne Teilnehmer mit Friedens- und Nationalfahnen umrahmt. Daniel Neubert
Protest

Autokorso in Neubrandenburg ohne Russland- und Ukrainefahnen?

Hunderte Unternehmer aus der Region wollen am Donnerstag gegen die Energiekosten protestieren. Flaggen und andere Symbole sind unerwünscht. Ein Gründungsmitglied distanziert sich von der Aktion.
Neubrandenburg

Der Neubrandenburger Autokorso am Donnerstag soll bestenfalls ohne Nationalfahnen stattfinden. Es gehe allein um den Menschen, sagte Anmelder Robert Feuker auf Nordkurier-Anfrage. Noch beim vergangenen Autokorso sowie bei den Montagsdemos gehörten neben Friedensfahnen vor allem Russlandfahnen zur Ausstattung der Demo-Teilnehmer.

Fahnen sind erlaubt

Kein Zufall: Neben einigen weiteren Punkten, unter anderem sofortigen Neuwahlen, fordert der Unternehmeraufstand auch ein Ende der Russland-Sanktionen. Ukraine-Fahnen sah man trotz der geäußerten Friedensbestrebungen bei dem Korso bislang nicht. Erlaubt seien sie selbstredend, sagte Mitorganisator Robert Feuker. Aber er würde sich einen Korso ohne National-, Parteifahnen und andere Symbole wünschen.

Übersicht aller Demos am Donnerstag: Protestfahrten in MV – Polizei warnt vor Stau und Sperrungen

Erneut betonten die Veranstalter zudem die Trennung von Unternehmeraufstand und Montagsprotesten. Wenngleich in beiden Fällen derselbe Anmelder auftritt, es viele inhaltliche Schnittmengen gibt und die Versammlungen auf denselben Plattformen beworben werden, hätten sie nichts miteinander zu tun, hieß es.

Stau in der Vorweihnachtszeit

Das Impressum des Unternehmeraufstandes MV weist mittlerweile 16 Personen aus der Region als Vertreter aus. Eine Initiatorin gehört nach eigenen Angaben aber nicht mehr dazu. Mehr noch: Die bekannte Bestattungsunternehmerin Doreen Peter distanziert sich mittlerweile deutlich von dem Autokorso, wie sie dem Nordkurier sagte.

Dabei gehe es ihr weniger um die Inhalte als mehr um den Korso selbst. „Beim ersten Mal war das noch sehr gut, um Aufmerksamkeit für unser Anliegen zu erregen. Aber nur noch dieses Instrument zu nutzen, bringt nichts”, sagte sie. Denn in der Vorweihnachtszeit den Verkehr lahmzulegen, schüre nur Unmut und schwäche damit den eigentlichen Protest.

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